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Forscher der Uni Göttingen: Beteiligung stärkt die Treue der Mitarbeiter

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Von: Bernd Schlegel

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Blick auf den Zentralcampus der Uni Göttingen mit Staats- und Universitätsbibliothek: Studierende werden die Aktionstage unterstützen.
Blick auf den Zentralcampus der Uni Göttingen mit Staats- und Universitätsbibliothek.(Archiv) © Cornelia Schmidt-Hagemeyer/nh

Die Beteiligung von Mitarbeitern durch Kapitalanteile am Unternehmen erhöht die Treue. Das zeigt eine neue Studie der Universitäten Göttingen, Mainz und Groningen.

Göttingen – Mitarbeiter, die über Kapital an dem Unternehmen, in dem sie arbeiten, beteiligt sind, bleiben wahrscheinlich länger. Und dies gilt insbesondere, wenn sie auch außerhalb des Unternehmens auf dem Arbeitsmarkt gute Chancen hätten und grundsätzlich bereit wären, zu wechseln. Zu diesem Ergebnis kommt eine Studie der Universitäten Göttingen, Mainz und Groningen zu mehr als 190 000 Beschäftigten eines multinationalen Unternehmens in Deutschland. Die Ergebnisse sind in der Fachzeitschrift „Accounting, Organizations and Society“ erschienen.

Start-Ups haben mit Kapitalbeteiligung begonnen

Unternehmen haben zunehmend Schwierigkeiten, Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter anzuwerben und langfristig zu halten. In der „Start-Up-Szene“ gibt es deshalb schon seit Längerem kapitalbasierte Beteiligungsprogramme für Beschäftigte, und mittlerweile führen auch traditionellere Unternehmen immer häufiger Programme ein, die auch Positionen unterhalb des Managements attraktiv ausgestalten, zum Beispiel durch kleine Mindestinvestments. Bisher war aber aufgrund fehlender Untersuchungen unklar, ob solche Programme tatsächlich helfen, Beschäftigte im Unternehmen zu halten.

Mitarbeiter können gebunden werden

„Mit kapitalbasierten Beteiligungen kann ein Unternehmen seine Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter mit höherer Wahrscheinlichkeit halten“, machen Prof. Dr. Michael Wolff und Dr. Carolin Ahrens von der Universität Göttingen deutlich. „Allerdings ist es mit dem Programm alleine nicht getan: Das Unternehmen muss die Einführung kommunikativ unterstützen, um die Beschäftigten zur Teilnahme zu motivieren.“ Frühere Studien hatten bereits gezeigt, dass sich die Teilnahmebereitschaft bei positiven Rollenvorbildern im Unternehmen erhöht.

Michael Wolff Betriebswirtschaftler
Michael Wolff Betriebswirtschaftler © Privat

Anreize wirken auch psychologisch

Das Forschungsteam erklärt diesen Effekt nicht nur durch finanzielle Anreize, sondern vor allem auch psychologisch: „Firmenanteile zu halten, auch wenn die Anzahl noch so gering ist, verursacht bei Beschäftigten das Gefühl von Verbundenheit und Zugehörigkeit zum Arbeitgeber.“ Insgesamt liefert die Studie somit Beweise dafür, dass kapitalbasierte Beteiligungsprogramme ein wertvolles Instrument sein können, Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter im Unternehmen zu halten, und dass dieser Effekt besonders ausgeprägt ist, wenn die Beschäftigten auch außerhalb des Unternehmens gute Chancen sehen und somit potenziell eine hohe Wechselbereitschaft aufweisen. „Und genau diese Rahmenbedingungen stellen sich aufgrund des demografischen Wandels in immer mehr Ländern zunehmend ein“, so das Forschungsteam.

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