Göttinger Polizei warnt vor neuer Masche

Betrüger schicken Faxe aus Libyen

Göttingen. Ein angebliches Schreiben aus Libyen ist in den vergangenen Tagen in Göttingen aufgetaucht. Mit dem in englischer Sprache verfassten Schriftstück soll nach Ansicht der Ermittler des dritten Fachkommissariats der Göttinger Polizei ein Betrugsversuch angebahnt werden.

Seit Anfang Juni ist der ominöse Brief an mehrere Faxanschlüsse in Göttingen, darunter auch an die Polizeiwache an der Otto-Hahn-Straße, versandt worden. Weitere Fälle sind derzeit nicht bekannt, werden aber auch nicht ausgeschlossen. Nach derzeitigen Ermittlungen werden von den Betrügern offenbar werden wahllos Fax- und Telefonanschlüsse, möglicherweise besonders in der Region Göttingen, angewählt. Absender ist in allen Fällen ein gewisser „Dr. Saif Bin-Mojud“, der sich als Angehöriger der früheren Regierung von Colonel Gaddafi aus Libyen ausgibt.

„Dr. Saif Bin-Mojud“ berichtet in dem Schreiben von einer Destabilisierung Libyens und sucht „Helfer“, mit deren Hilfe er schnell 15 Millionen US-Dollar nach Deutschland transferieren möchte. Für die Hilfe bietet er 25 Prozent des Geldes an.

Die Ermittler der Göttinger Polizei sind sich einig: Bei dem Bittbrief handelt sich um eine triviale Betrugsmasche. Durch die vermeintliche exponierte Stellung des Absenders, dem bei dem Empfänger erzeugten Mitleid mit dem Land und der Aussicht auf einen hohen Gewinn, sollen hilfsbereite Menschen dazu verleitet werden, ihre Unterstützung anzubieten.

Geschieht dies, so müssen aber zunächst die Kosten für Transfer, Verwaltungsangelegenheiten und Zoll übernommen werden. Das vermeintliche Geld kommt allerdings wegen immer neuer Probleme später nie in Deutschland an. Der tatsächliche Absender der Faxe wird in Südafrika oder im Nahen Osten vermutet. Ihn dingfest zu machen, ist nach Angaben der Polizei schwierig.

Die Göttinger Beamten raten daher, sich nicht auf die dubiose Hilfsanfrage einzulassen und keinesfalls Geld zu zahlen. Stattdessen sollte man das Fax wegwerfen oder die Mail sofort löschen. (bsc)

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