Landgericht: Täter ergaunerten 250.000 Euro

Betrug mit Tausenden Handy-Verträgen: Duo muss hinter Gitter

Göttingen. Das Landgericht Göttingen hat am Montag zwei frühere Handy-Laden-Betreiber wegen gewerbsmäßigen Betruges zu mehrjährigen Haftstrafen verurteilt. Die 28 und 30 Jahre alten Angeklagten hatten mit zig-tausend getürkten Handy-Verträgen und gefälschten Reparaturabrechnungen rund eine Viertelmillion Euro ergaunert.

Das Gericht befand die aus Bad Hersfeld stammenden Männer des Betruges, Computerbetruges und des versuchten Betruges in insgesamt 47 Fällen für schuldig. Der 28-Jährige muss deshalb für zweieinhalb Jahre ins Gefängnis. Sein Komplize erhielt eine etwas höhere Freiheitsstrafe von zwei Jahren und acht Monaten, weil er bereits einschlägig vorbestraft ist.

Das Gericht folgte mit seinem Urteil dem Antrag der Staatsanwaltschaft. Die Verteidiger hatten dagegen auf Bewährungsstrafen plädiert.

Die beiden Angeklagten hatten 2007 eine Firma gegründet, die Handy-Läden in Göttingen, Warburg und Bad Driburg betrieb. Nach Überzeugung des Gerichts wollten die beiden Geschäftsführer von Anfang an den boomenden Mobilfunkmarkt ausnutzen, um Betrügereien zu begehen. Dabei wandten sie zwei Tricks an. Zum einen meldeten sie als Vertragspartner der Deutschen Telekom AG zahlreiche Prepaid-Mobilfunkverträge für Kunden an, die gar nicht existierten. Für jede Anmeldung kassierten sie automatisch eine Provision.

Außerdem beschafften sie sich mehrere tausend Seriennummern von Mobiltelefonen. Diese so genannten IMEI-Nummern (International Mobile Equipment Identity) verwendeten sie für fingierte Reparaturaufträge, die sie dann als Garantieleistung in Rechnung stellten.

Fehlende Kontrolle

Die beiden Angeklagten hätten die fehlenden Kontrollmechanismen ausgenutzt, um ihre Taten zu begehen, sagte der Vorsitzende Richter David Küttler. Dabei hätten sie eine erhebliche kriminelle Energie an den Tag gelegt, das Einpflegen der Daten für die gefälschten Abrechnungen habe einen hohen Arbeitsaufwand erfordert.

Als erschwerend wertete es die Kammer, dass die Angeklagten auch ihre Mitarbeiter in ihre betrügerischen Taten eingebunden hätten. Als die Sache aufflog, hätten sie zunächst einem Dritten die Schuld in die Schuhe geschoben. Tatsächlich seien sie die leitenden Köpfe gewesen. Angesichts des hohen Schadens komme eine Aussetzung der Freiheitsstrafe zur Bewährung nicht in Betracht. (pid)

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