Bier für die Verlierer

Uni-Liga: Es geht ums Dabeisein

Gemischte Mannschaft: SSV Himmelblau spielen als eine der wenigen Teams mit Frauen und Männern. Fotos: Wüstefeld
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Gemischte Mannschaft: SSV Himmelblau spielen als eine der wenigen Teams mit Frauen und Männern.

Göttingen. „Chiquita Banana!“ – Quer über den Platz ist der Schrei zu hören, den sieben junge Männer ausstoßen. Eng stehen sie im Kreis zusammen, schwören sich ein auf die nächsten 40 Minuten: Es ist Uni-Liga in Göttingen.Von Constanze Wüstefeld

„Wir haben ein ganz besonderes System“ sagt Mitorganisatorin Julia Colter, „kein Team fliegt hier raus, alle spielen bis zum letzten Tag.“ Über 100 Teams hätten sich in diesem Jahr angemeldet, um bei dem Event am Sportzentrum dabei zu sein, 90 dürfen letztendlich um den Sieg spielen. „Die anderen haben sich zu spät angemeldet“, erklärt Colter.

Grenze bei 90 Teams

Mit den 90 Teams sei man aber schon an der Grenze des Möglichen, schließlich sollen alle Teams immer Mittwoch nachmittags spielen können. „Wir sind hier in Göttingen mit den sechs Plätzen aber gut dran“, sagt Julia, die bei der Uni-Liga GmbH arbeitet und auch die Situation in anderen Städten gut kennt.

Gespielt wird in zweimal zwanzig Minuten. Nach der Gruppenphase sind die Mannschaften erneut eingeteilt worden: Die 16 besten Mannschaften spielen in den Playoffs gegeneinander, unter diesen Teams wird der Sieger der Uni-Liga 2013 ermittelt: Der Gewinner einer Partie spielt weiterhin um den Titel mit, die Verlierer spielen dann um die Plätze bis zum 16. Rang.

Die restlichen 74 Teams spielen in anderen Gruppen um die jeweilige Einzelplatzierung: In den Playdowns, der Sandwich-Gruppe und der Roten Laterne. In letzterer Gruppe spielen die zehn Teams, die in der Gruppenphase die Schlusslichter waren. Die rote Laterne bekommt dann die Mannschaft, die auf dem 90. Platz landet.

„Jeder kennt die Uni-Liga“

„Natürlich ärgert es die Spieler, wenn sie verlieren“, sagt Colter, die selbst in Göttingen Sport studiert hat, „vorrangig geht es aber um das Dabeisein, jeder in Göttingen kennt die Uni-Liga.“ Viele kommen nur zum Zugucken, sonnen sich oder grillen. Eine Mannschaft, bestehend aus Naturwissenschaftlern, habe so aus ihren „ausbaufähigen“ fußballerischen Qualitäten eine Tugend gemacht: Die Mannschaft, gegen die sie zum ersten Mal in ihrer Uni-Liga Laufbahn gewinnen, bekommt einen Kasten Bier – der mittlerweile auch ausgegeben worden ist.

Für 40 Minuten zählt nur der Ball: zwei Spieler bei der Uni-Liga.

Aus purer Lust am Sport sind auch die Spieler des SSV Himmelblau dabei. Als eine der wenigen Mannschaft, die sich auch aus Frauen und nicht nur aus Männern zusammensetzt, fiebern sie bei jedem Spiel mit. „Natürlich freuen wir uns, wenn wir auch mal gewinnen“, sagt Mitspielerin McVean, „aber für uns ist wichtig, dass wir als Team auftreten.“ Schon alleine deshalb stehen immer mindestens zwei Frauen mit auf dem Platz, sagt Kapitän Jonas Stechmann.

Rücksicht wird auf die von den männlichen Gegenspielern aber nicht genommen: „Wir nehmen aber auch keine“, sagt McVean und lacht.

Die Uni-Liga findet während der Vorlesungszeit bei gutem Wetter immer Mittwochnachmittag am Sportzentrum statt. Der letzte Spieltag in diesem Jahr ist voraussichtlich am 3. Juli.

Informationen unter http://goettingen.uni-liga.com

Von Constanze Wüstefeld

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