Göttingens Symbol-Kraftwerk

BioWärmeZentrum an der Hildebrandstraße ist offiziell startbereit

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Startschuss für die Holzverbrennung: (von links) Frank Wiegelmann (kaufmännischer Vorstand Stadtwerke), Uli Holefleisch (Ortsbürgermeister), Gerd Rappenecker (technischer Vorstand Stadtwerke), Rolf-Georg Köhler (Oberbürgermeister) und Jochen Ritter (Projektleiter BWZ Stadtwerke).

Das Göttinger BioWärmeZentrum ist startbereit: Exakt ein Jahr nach dem Spatenstich an der Hildebrandstraße/Ecke Maschmühlenweg ist das Kraftwerk am Freitag ans Netz gegangen.

Ab Beginn der Heiz-Saison im Herbst wird es Fernwärme in Göttinger Haushalte liefern.

Von Beginn an ist das Projekt von Kritik begleitet. Auch bei der offiziellen Einweihung versammelten sich etwa ein Dutzend Menschen vor dem Gelände, um auf Gefahren hinzuweisen, die angeblich mit dem Betrieb des BioWäremZentrums verbunden seien. Dabei geht es vor allem um eine mögliche Belastung durch Ultrafeinstäube (UFP).

Blick von innen in das neue Göttinger Biowärmezentrum.

Die Stadtweke, die das neue Biogas-Kraftwerk für die Summe von fünf Millionen Euro innerhalb eines Jahres errichtet haben, sind mit der Kritik vertraut. Der Technische Vorstand Dr. Gerd Rappenecker sagte in seiner Ansprache: „Es ist gut, dass wir in einer Demokratie leben, in der solche Kritik geäußert werden darf.“ Gleichzeitig wies er aber auf die wissenschaftliche Begleitung durch die HAWK hin und stellte ein weiteres Mal klar: „Wir sind ganz sensibel, was die Emissionen angeht und werden die Werte auch im Internet veröffentlichen. Wir haben von Anfang an transparent gearbeitet und werden das auch weiterhin tun.“

Das BioWärmeZentrum ist Teil des Göttinger Masterplans, bis 2050 eine klimaneutrale Stadt zu werden. 6000 Tonnen Kohlendioxid sollen mit dem neuen Fernwärme-Kraftwerk eingespart werden. Es besteht aus einem Holzhackschnitzel-Kessel und einer Holzvergaser-Anlage. Verbrannt wird dort nach Angaben der Stadtwerke ausschließlich A I-Holz, also naturbelassenes Altholz, das lediglich mechanisch behandelt wurde.

Für Göttingens Oberbürgermeister Rolf-Georg Köhler ist die Eröffnung des BioWärmeZentrums der symbolische Auftakt zur Strategie der Leinestadt, das Fernwärme-Netz weiter auszubauen. „Wir wollen die Fernwärme auch in andere Stadtteile bringen. Unser politisches und ökonomisches Ziel ist es, die Fernwärme als Top-Angebot in Göttingen zu etablieren.“

Der Holzheizkessel Vitoflex 300-SRT von der Firma Viessmann im Innenraum.

Dazu müssen die Kunden das Angebot aber entsprechend annehmen. Das betonte auch Rappenecker: „Wir führen keine Phantomdiskussionen, darüber was alles möglich ist. Das BioWärmeZentrum ist ein nachhaltiges Projekt. Das heißt es steht wirtschaftlich und sozial auf gesunden Beinen.“ Für die Investitionen von fünf Millionen Euro sei kein eigener Kredit aufgenommen worden und es soll auch keine Preissteigerung für Fernwärme-Kunden geben. Eine Rendite versprach Rappenecker auch, allerdings in einer eher bescheidenen Höhe.

Auch OB Köhler lobte in seiner Ansprache die Nachhaltigkeit des Projektes. Es sei „toll und schnell gelungen und ist im Kostenrahmen geblieben“. Auch Sicherheitsbedenken hat der oberste Verwaltungschef, der gleichzeitig Aufsichtsratsvorsitzender der Stadtwerke ist, nicht: „Ich fühle mich auf einem sicheren Weg.“

Zum Abschluss betonte Köhler noch einmal die Symbolkraft des Bauwerks: „Damit zeigen wir auch, welche Wertigkeit die Energiewirtschaft hat.“ Die Stadtwerke sollen nach seinen Worten als „sinnvoller Energiedienstleister“ ausgebaut werden. Deshalb bräuchte man auch in Zukunft „Ingenieure mit guten Ideen“.

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