1242 Fahrer gestoppt

Blitzermarathon: Viele Facebook-Freunde und keine schweren Unfälle

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Hier geht es raus: An der Kontrollstelle B 27 bei Ebergötzen wird eine Mercedes-Fahrerin angehalten. Sie war zu schnell unterwegs, wie 130 weitere Fahrer an diesem Messpunkt.

Göttingen. So viele Freunde hat die Polizeidirektion Göttingen noch nie an einem Tag bekommen: 5999 Nutzer meldeten ihre Freundschaft auf der aktuellen Facebook-Seite, mit der die Polizei den Blitzermarathon begleitete.

Sechs Mitarbeiter versorgten die Leser dort mit Informationen über den Auf- und Abbau der Messstationen oder den Einsatz des mobilen Blitzers im Polizeiwagen. Sie schrieben 130 Berichte in den 17 Stunden während des Blitzermarathons. Die angekündigte und öffentlich begleitete Aktion brachte nach Einschätzung der Verantwortlichen den Erfolg, den man sich gewünscht hatte: Es keine Unfälle mit Schwerstverletzten und Toten.

„Damit haben wir ein ganz wichtiges Ziel erreicht“, bilanzierte, Rainer Nolte, Leiter des Verkehrsdezernates, nach Ende der Aktion. Allerdings bliebe abzuwarten, wie nachhaltig der Sensibilisierungseffekt sei. Ähnlich vorsichtig hatte sich auch Präsident Robert Kruse gegenüber der HNA geäußert, der den angekündigten begleiteten Blitzermarathon aber als ein „wertvolles Instrument der Prävention und Öffentlichkeitsarbeit“ wertet.

„Uns geht es darum, schwere Unfälle zu verhindern, die oft wegen überhöhter Geschwindigkeit passieren. Wir wollen nicht abkassieren“, wie es uns oft unterstellt wird.

Jeder Einzelne, den wir davor schützen oder davon abbringen können, zu schnell zu fahren und womöglich einen Unfall zu verursachen, ist wichtig“, sagt Rainer Nolte.

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Kontrollaktion: Fahrer waren meist einsichtig

Zahlen mussten dennoch viele Fahrer: An den 53 Messstellen erwischten die 170 eingesetzten Polizisten innerhalb von 17 Stunden genau 1242 Fahrer, die zu schnell waren. 753 kamen mit einem Verwarngeld davon, 484 Verstöße zogen ein Bußgeldverfahren und Punkte in der Flensburger Kartei nach sich. 46 Fahrverbote wurden ausgesprochen. Rekordwerte waren: 163 Stundenkilometer in einer Tempo-70-Zone, und Tempo 239 eines Motorradfahrers auf der A 7, wo 130 km/h erlaubt sind.

Reaktionen auf Facebook

Bei den Kontrollen reagierten die meisten Fahrer mit Verständnis, das zeigten auch die Reaktionen auf Facebook. So lobt Britta Marschall: „Eine super Aktion. Gerade weil es so öffentlich abgelaufen ist, hat es in meinen Augen absolut nichts mit Abzocke zu tun.“ Lob gibt es auch für die Öffentlichkeitsarbeit: „Ein neues Zeitalter und vor allem hier auf Facebook, klasse gemacht und durchgehalten – weiter so!“, schreibt Thorsten Schmidt.

„Ich finde es toll das sowas mal passiert, bitte macht es auch in Zukunft weiter, damit es auch lange wirkt“, sagt Petra Schaffrath.

Ihr Wunsch wird in Erfüllung gehen: Im Herbst wird es laut Pressepsrecherin Hilke Vollmer wohl den nächsten Blitzermarathon geben.

Radio HNA: Interview mit Polizeisprecherin Hilke Vollmer

Von Thomas Kopietz

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