Böller flogen in der Göttinger City: Verbot wurde teilweise missachtet

Göttingen. In der Silvesternacht sollte eigentlich in der Göttinger Innenstadt kein Feuerwerk abgebrannt werden. Doch viele hielten sich nicht an das Verbot und zündeten trotzdem Böller und Raketen. Dabei wurde ein Polizist verletzt. Er erlitt ein Knalltrauma.

Bilanz

Die Bilanz: 68 Personen wurden von Polizei und Ordnungsamt gezielt angesprochen. Außerdem wurden zwei Platzverweise erteilt. Von insgesamt 15 Personen wurde die Identität festgestellt.

Mehrere Verfahren

Es wurden ein Verfahren wegen des Verdachts der gefährlichen Körperverletzung sowie sowie zwei Verfahren wegen des Abbrennens verbotener Pyrotechnik nach dem Sprengstoffgesetz eingeleitet. Dabei wurden vier „Polen-Böller“ beschlagnahmt. Ein Beamter der Bereitschaftspolizei wurde durch einen Böllerwurf leicht verletzt. Er hatte ein Knalltrauma erlitten. Auch die Feuerwehr wurde im Süden Göttingens mit Böllern beschossen. Deshalb musste die Polizei anrücken.

Polizei ist zufrieden

„Insgesamt sind wir mit dem Verlauf des Einsatzes zufrieden. Unser Konzept ist aufgegangen“, sagte Gesamteinsatzleiter Rainer Nolte von der Polizeiinspektion Göttingen. „Uns war natürlich klar, dass wir das Abbrennen von Feuerwerkskörpern in der gesamten Innenstadt nicht komplett verhindern können“, sagte Polizeidirektor Nolte. Für den Bereich des Marktplatzes, auf dem es in den zurückliegenden Jahren wiederholt zur gefährlichen Situationen unter den zum Teil erheblich alkoholisierten Feiernden gekommen war, ist es laut Polizei eindeutig gelungen, „dieses Verhalten zu unterbinden“.

Böller flogen in der Göttinger City

Ohrenbetäubender Lärm

Böller und Raketen wurden vor allem im Bereich der Roten Straße massenweise abgefeuert. Der ohrenbetäubende Lärm war bis zum Marktplatz zu hören. Laut Polizei wurden dort unter anderem extrem lautstarke „Polen-Böller“ abgefeuert.

Verwarnungen

Hauptsächlich am Marktplatz – rund um das Alte Rathaus – waren Polizei und Ordnungsamt mit einem Großaufgebot vor Ort im Einsatz. Dort waren etwa 65 Beamten der Polizei und zehn Mitarbeiter des Ordnungsamt unterwegs, sagte Andreas Schmidt, Leiter des Göttinger Stadtordnungsdienstes. Bis Mitternacht blieb es relativ ruhig.

Lob der Polizei

Auch die Polizei lobte das Verhalten der Besucher am Marktplatz. Dort hatten sich die Gäste zum Teil für Wunderkerzen entschieden und feierten so in das neue Jahr. Kleinlöschgeräte Im Dachbereich des Alten Rathauses, das derzeit saniert wird, hielt die Berufsfeuerwehr eine Brandsicherheitswache mit sechs Beamten. Ganz oben auf dem Dach – mit einem Blick über die Altstadt – standen Sebastian Limburg-Eichler, Sebastian Harhoff und Jan Krummacker mit Kleinlöschgeräten für den Notfall bereit.

Tanklöschfahrzeug

Mit einem Tanklöschfahrzeug war die Ortsfeuerwehr Weende im Innenstadtbereich eingesetzt. Erst gegen 1.30 Uhr mussten Heimo Schaub, Andreas Seebode und Sven Woiwade zu zwei kleineren Bränden in der Weender Straße und am Weender Tor ausrücken.

Großaufgebot

Hektisch wurde es gegen 1.10 Uhr in der Sollingstraße in Grone. Von dort wurde ein Zimmerbrand gemeldet. Bei Ankunft der Ortsfeuerwehr Grone wurden die freiwilligen Einsatzkräfte mit Feuerwerksraketen beschossen. Daraufhin rückte die Polizei mit einem Großaufgebot an. Das Feuer war schnell gelöscht. Weitere kleinere Brände wurden unter anderem aus der Ernst-Fahlbusch-Straße, der Leibnizstraße und der Straße Im großen Felde gemeldet. (ysr/bsc)

. 

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das alte HNA-Login anmelden.

Hinweise zum Kommentieren:
In der Zeit zwischen 17 und 9 Uhr werden keine neuen Beiträge freigeschaltet.

Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.

Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.