Bohren in der Erdgeschichte im Landkreis Göttingen: 50 Meter in die Tiefe

Projektleiterin Asdis Oelrich und Bohrleiter Daniel Krell zeigen Gesteinsproben, die durch die Kernbohrung zutage gebracht wurden und die nun analysiert werden sollen. Foto: Schröter

Volkerode. Wie sind die geologischen Schichten aufgebaut? Welche geowissenschaftlich wichtigen Informationen sind in der oberen Erdkruste enthalten? Um diese Fragen zu klären, lässt das niedersächsische Landesamt für Bergbau, Energie und Geologie (LBEG) durch eine externe Firma südlich von Göttingen rund 50 Meter tief in die Erde bohren.

Die Bohrung führt zunächst durch locker abgelagerte Schichtenfolgen des Quartärs (Eiszeitalter und gegenwärtige nacheiszeitliche Warmzeit) sowie anschließend durch die darunter liegenden Festgesteine des Juras und Keupers (Erdmittelalter, mehr als 145 Millionen Jahre alt).

Aus diesen Gesteinen liefert die Kernbohrung feste, massive Bohrkerne, die von Volkerode direkt in das Bohrkernlager des LBEG nach Grubenhagen transportiert werden. Dort werden sie aufgesägt, detailliert beschrieben und im Labor analysiert.

„Mit dieser Kernbohrung suchen wir Antworten auf all jene Fragen, die für das Verständnis der Entwicklungsgeschichte dieses Gebietes und seiner Rohstoffe wichtig sind“, sagt Projektleiterin Asdis Oelrich vom LBEG. „Wir untersuchen im Detail, wie die geologischen Schichten aufgebaut, zusammengesetzt und verbreitet sind.“ Dabei werde auch das genaue Alter der Schichten ermittelt.

Geophysikalische Messungen

Nach Abschluss der Bohrarbeiten werden am offenen Bohrloch noch geophysikalische Messungen durchgeführt, um weitere wichtige Gesteinsdaten wie die Lagerungsdichte, die Raumlage der Schichten oder die Porosität der Gesteine zu ermitteln. Diese Messungen werden vom Leibniz-Institut für Angewandte Geophysik (LIAG) vorgenommen, das ebenso wie das LBEG in Hannover angesiedelt ist.

„Die Ergebnisse der Kernbohrung und der anderen Geländearbeiten liefern wertvolle Informationen zur Entstehungsgeschichte der Ablagerungen“, sagt Asdis Oelrich. Gesammelt würden geologische Grundlagendaten.

„Die Bohrarbeiten stehen nicht in Verbindung mit den Themen Fracking, CO2-Speicherung und Endlagerung radioaktiver Abfälle“, betont die Expertin.

Wie bei allen Bohrungen des Landesamtes werden auch die in Volkerode erzielten Ergebnisse nach Abschluss der Arbeiten in die Bohrdatenbank Niedersachsen eingestellt. Sie sind danach auf der Internetseite des LBEG für jedermann einsehbar. (per)

http://nibis.lbeg.de/cardomap3

Von Per Schröter

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