HINTERGRUND

Bosnien-Krieg und Massaker von Srebrenica

1992 hatte sich die jugoslawische Teilrepublik Bosnien/Herzegowina unter ihrem muslimischen Präsidenten, Alija Izetbegovic, für unabhängig erklärt. Die orthodoxen Serben, eine der dort lebenden Volksgruppen, die von Slobodan Milosevics Rest-Jugoslawien unterstützt wurden, erhoben sich dagegen. Sie sprechen den muslimischen Bosniaken eine eigene Identität ab. Nach der internationalen Anerkennung der unabhängigen Republik Bosnien und Herzegowina durch die Europäische Union und die Vereinigten Staaten von Amerika am 6./7. April 1992 begann die militärische Eskalation zwischen den Konfliktparteien. Die bewaffneten Auseinandersetzungen zwischen den Kräften der drei großen ethnischen Gruppen wurden von den jeweiligen nationalistischen Gruppierungen angeheizt und von so genannten ethnischen Säuberungen – wie in Srebrenica. Die gesamte muslimische Bevölkerung von Srebrenica und Potocari wurde ausgesondert und entweder mit Bussen deportiert, Frauen und Kinder, oder umgebracht Männer und Jugendliche, sofern sie nicht entkommen konnten. Unter den Augen meist niederländischer UN-Soldaten verübten sie ein Massaker mit offiziell 6975 vorwiegend männlichen Todesopfern. Auch mehr als 20 Jahre nach Kriegsende sterben nahezu jährlich weitere Menschen an den Kriegsfolgen. Seit 1996 kamen über 600 Menschen durch Minenexplosionen ums Leben, weitere 1100 wurden verletzt.  mic/tko

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