Berufsinfotag für Schüler

Berufsinfotag an der IGS Bovenden: Ausgleich für ein Jahr ohne Praktika

Ein Azubi erklärt einem Schüler an einem Modell, wie man eine Platine richtig lötet.
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In die Praxis eingetaucht: Jannis Rieger (links), Azubi im zweiten Lehrjahr bei Firma CTDI aus Angerstein, zeigt Tim Unger, wie man eine Platine richtig lötet.

Mal den Lötkolben schwingen oder in den Ingenieuralltag hineinschnuppern - der Berufsinfotag an der IGS Bovenden machte dies für Schülerinnen und Schüler möglich.

Bovenden – Die Schülerinnen und Schüler des neunten und zehnten Jahrgangs der IGS Bovenden konnten sich am Donnerstag, 11. November, in verschiedenen beruflichen Bereichen ausprobieren.

Dabei präsentierten sieben Betriebe aus der Region insgesamt 24 Ausbildungsberufe. Eine große Chance für die Schüler, denn: Die Unternehmen hatten gleich auch Ausbildungsplätze für den kommenden Sommer mit im Gepäck. Eine gute Gelegenheit also für die Schüler, sich mit den Berufen vertraut zu machen und die Betriebe kennenzulernen.

Das sei auch dringend nötig, sagte Schülleiterin Renate Heyn. „Die Schüler der jetzigen zehnten Klasse haben wegen Corona bislang keinen Einblick ins Berufsleben durch ein Praktikum bekommen“, sagte sie. „Durch den Berufsinfotag haben sie die Möglichkeit, Kontakt zu Betrieben aufzunehmen.“

Timo Lüdecke, Leiter des Fachbereichs Arbeit-Wirtschaft-Technik, freute sich, dass die sieben Unternehmen den Schülern ermöglichten, den „Riesennachteil“ – die ausgefallenen Praktika – auszugleichen. Das Ziel der Schule sei schon immer gewesen, den Übergang von der Schule ins Berufsleben möglichst barrierefrei zu gestalten.

„Es gab jedoch in diesem Sommer durch Corona weniger Schüler, die eine Ausbildung angefangen haben“, erklärte Lüdecke. Von 40 Schülern sei nur eine Schülerin abgegangen. „Das war für die anderen aber dennoch kein vergeudetes Jahr“, betonte der Fachbereichsleiter. In einem Schuljahr ließen sich noch viele schulische Defizite aufholen, um dann nach dem zehnten Jahrgang gestärkt eine Ausbildung anzufangen.

Am Infotag nahmen insgesamt 140 Schüler aus der zehnten sowie 20 Schüler aus der neunten Klasse teil.

Die Betriebe stellten sich unterschiedlich auf die Schüler ein: Beim Ingenieurbüro Konstruktionsgruppe Bauen sollten die Schüler zum Beispiel möglichst hohe Gebäude aus ungekochten Spaghetti bauen, um so den Beruf des Bauzeichners kennenzulernen. Der Technikdienstleister CTDI warb für seine Ausbildungsplätze zum Lagerlogistiker und Systemelektroniker mit einer Lötstation, wo eine Platine bestückt werden konnte, sowie einem Rollenspiel zur Warenabnahme.

Darüber hinaus waren folgende Betriebe vertreten: die Ergotherapieschule Lippoldsberg, der Fleischverarbeitungsbetrieb Börner Eisenacher, der Digitalisierungsdienstleister Sycor, der Pharmazulieferer Sartorius und der Anlagenbauer Onejoon.

Im Computerraum lauschte Merle Yve Poller (15) aus der zehnten Klasse den Anweisungen der Mitarbeiter von Sycor. Es galt, ein Mini-Quiz zu programmieren. „Der Tag hat uns eine gute Auswahl geboten, es war von allem etwas dabei“, sagt Poller. Zwar habe sie im Bereich Informatik noch keine Erfahrungen sammeln können, doch die Ausbildung habe sie angesprochen. „Ich fand den Tag spannend“, sagte sie nach anderthalb Stunden.

Tim Unger hat seinen Traumjob eigentlich schon gefunden. Der 15-Jährige möchte Lokführer werden. Dazu braucht er technische Kenntnisse und vor allem Spaß an der Technik, wie er weiß. Dennoch war er voll bei der Sache, als ihm Jannis Rieger, Elektroniker-Azubi im zweiten Lehrjahr bei der Firma CTDI, beim Löten einer Platine assistierte. „Mir gefällt, dass man hier auch mal selbst was ausprobieren kann.“ An seinem eigentlichen Berufsziel habe der Tag aber nicht gerüttelt. (Paul Bröker)

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