Bovenden hofft auf die Oberstufe

Auszeichnung für großes ehrenamtliches Engagement: Bovendens Bürgermeister Thomas Brandes mit Margitta Kolle, Ute Dehn, Bernd Ostermeier, Joachim Kirchhelle vom Verein „Gemeinsam für Spanbeck“, Thomas Minzloff (Kulturfreunde, ganz rechts ) und den Geschäftsführern der Gemeindewerke, Lutz Kiefer (3.v.r.) und Frank Berlin (2.v.r.) Foto: Lawrenz

Bovenden. Komplett gefüllt, auch mit vielen prominenten Gesichtern, war das Bürgerhaus beim Neujahrsempfang des Flecken Bovenden.

„Wir lassen uns nicht einschüchtern durch feige und hinterhältige Anschläge (…) wie in Paris durch die Terrororganisation ,Islamischer Staat‘“, eröffnete Bovendens Bürgermeister Thomas Brandes seine Neujahrsansprache. „Nous sommes uni. – wir sind vereint in unserem Glauben an eine freie, demokratische und weltoffene Gesellschaft.“ Diesen Glauben gab er weiter an die Bovender Bürger.

Doch angesichts der Flüchtlingsströme stieß er auch an Grenzen: „Es wird nicht funktionieren, noch einmal eine so große Anzahl an Flüchtlingen aufzunehmen. Wir benötigen dringend eine gemeinsame europäische Lösung.“

In Bovenden leben derzeit 40 Flüchtlinge. Entgegen der Gerüchte zeichne sich im Flecken keine Massenunterbringung in Turnhallen oder Dorfgemeinschaftshäusern ab, versicherte der Bürgermeister und appellierte an den Landkreis, das erforderliche Geld bereitzustellen.

„Der Flecken Bovenden entwickelt sich prächtig und ist als Wohn- und Lebensort beliebt wie nie“, konnte Brandes den Bovendern berichten. Das belegten steigende Einwohnerzahlen und der Bauwillen derer, die dazu kommen wollten. Bauplätze im Flecken seien gefragt.

Dass die Gemeinde einiges dafür tut, um für die Menschen attraktiv zu bleiben, untermauerte Brandes mit den Investitionen, zum Beispiel in die Kinderbetreuung. Dass der Flecken keine Grundschule schließen wolle, zeige das Beispiel aus Lenglern und Harste. Aufgrund sinkender Schülerzahlen hätte die Grundschule Lenglern ohne die Außenstelle Harste weiterbetrieben werden können. Der Rat habe das nicht für gut befunden, daraus sei ein neues Konzept für „Lernen mit Kopf, Herz und Hand“ gewachsen.

Angedacht sei die Einrichtung einer gymnasialen Oberstufe an der IGS Bovenden; die Schule biete perfekte Voraussetzungen dafür. Die gemeinsame Oberstufe mit der IGS Weende soll nach Möglichkeit in Bovenden eingerichtet werden, wünscht sich nicht nur Brandes.

Damit die Gemeinde weiter wächst, werde der Haushaltsausgleich geopfert, argumentierte der Bürgermeister. Die Kreditaufnahme über 3,1 Millionen Euro und die Neuverschuldung über 2,4 Millionen Euro begründete Brandes mit Fördergeldern, an die die Investitionen gebunden seien.

Für großes ehrenamtliches Engagement im Flecken wurden der Vorstand des Vereins „Gemeinsam für Spanbeck“ und der Vorsitzende der Kulturfreunde, Thomas Minzloff, ausgezeichnet.

Neujahrsempfang des Flecken Bovenden

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