Corona-Schutzmaßnahmen

Sieben Menschen bei Montag-Protest in Bovenden

Zwei auf dem Boden abgestellte Kerzen, im Hintergrund stehen Personen.
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Die sieben Teilnehmer der Kundgebung in Bovenden stellten auch zwei Kerzen vor dem Rathaus auf.

Nicht nur in den größeren Orten im Landkreis Göttingen nehmen vermehrt Menschen an Versammlungen gegen die aktuellen Corona-Schutzmaßnahmen teil.

Bovenden – Am Montagabend sind sogar im eher beschaulichen Bovenden sieben Menschen dem Aufruf der „Freien Niedersachsen“ gefolgt und haben sich vor dem Rathaus getroffen und Kerzen aufgestellt. Dass es eine derartige Aktion von „Freies Niedersachsen“ geben würde, war in der Bovender Gemeindeverwaltung am Montagvormittag jedoch noch nicht bekannt.

„Es ist weder etwas bekannt, noch angemeldet“, schilderte Bürgermeister Thomas Brandes (SPD) auf HNA-Nachfrage. Besondere Vorkehrungen wurden deshalb für den Abend auch nicht getroffen. „Wir ignorieren das“, sagte Brandes.

Im Übrigen könne auch jeder dort Flugblätter hinterlassen. Alles müsse lediglich im Rahmen bleiben. Brandes ordnet die Zahl der zu den Treffen der Impfgegner kommenden Teilnehmer im Verhältnis zu den Befürwortern ein und stellt ein „geringes Interesse“ in seiner Gemeinde an den Treffen von „Freies Niedersachsen“ fest.

Groß jedenfalls sei die Mithilfe von Ehrenamtlichen und die Resonanz auf die Impfaktion von Gemeinde, Bovender SV und Ärztinnen gewesen. „Der Bedarf war groß, das hat die starke Beteiligung bewiesen.“

Proteste gegen Corona-Schutzmaßnahmen: Wenige Teilnehmer

Sieben Menschen zog es dennoch vor das Rathaus. Eine von ihnen war die 82-jährige Elke Stalder aus Bovenden. „Mein Sohn aus Bayern hat mich angerufen, dass bei uns ein Corona-Spaziergang sei. Da bin ich sofort zum Rathausplatz gegangen.“

Auf die Frage, was sie an den Corona-Schutzmaßnahmen kritisiere, sagt sie, dass diese vollkommen unverhältnismäßig seien. Auch würde die Corona-Impfung nicht helfen, so die selbst ungeimpfte Dame. „Vor allem die Kinder tun mir unendlich leid – durch die vielen Tests und die Maskenpflicht“, sagt Stalder.

or Kurzem sei sie auf dem Bovender Markt mit einem selbstgemachten Poncho umhergelaufen – mit der Aufschrift, sie habe keine Angst vor Corona. „Die Menschen haben mich ausgelacht“, so Stalder.

Ein weiterer Teilnehmer aus Spanbeck kritisiert vor allem die kommende Impfpflicht. Jeder müsse über seinen eigenen körper selbst bestimmen, sagt der Mann mittleren Alters, der nicht namentlich in der Zeitung stehen möchte. „Das ist eine Diktatur!“ Er hält die Corona-Schutzmaßnahmen für schwachsinnig.

Vor allem die Maskenpflicht in der Innenstadt sei absoluter Schwachsinn, so der Mann. Eine andere Teilnehmerin pflichtet ihm bei: „Das bestätigen sogar Aerosolforscher.“ In Deutschland sei eine neue Art der Regelungswut entbrannt, sind sich alle unisono einig.

Ein anderer Mann übt auf dem stationären „Corona-Spaziergang“ in Bovenden vor allem Kritik am Virologen Christian Drosten, der seiner Meinung nach zu viel Angst und Panik verbreite und von vorne bis hinten ein Lügner sei. „Keine Zahl beweist, dass wir eine Pandemie haben, dass Masken helfen, dass die Impfung hilft“, so der Mann, der ebenfalls nicht namentlich genannt werden möchte. Selbst das Robert-Koch-Institut sage, es ist derzeit nicht schlimmer als eine Grippewelle, so der Mann.

(Thomas Kopietz/Stefan Rampfel)

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