Bovender hoffen auf weiches Wasser - Diskussion um Harzwasser

Gibt es weiches Wasser für Bovenden? Möglicherweise soll es zu diesem Thema eine Bürgerbefragung geben. Foto: Lawrenz

Bovenden. Etwa 150 Bürger kamen zur Diskussionsveranstaltung des SPD-Ortsvereins Bovenden, um über „ihr“ Trinkwasserproblem zu reden. Denn die Bovender leiden unter hartem Wasser.

„Ich wohne seit 23 Jahren in der Gemeinde. Ich hoffe auf weiches Wasser.“ – Für dieses Statement fast zum Abschluss hat eine Bovenderin Applaus geerntet. Dass das Thema Wasser die Bovender bewegt, zeigte allein die Zahl der Menschen im Foyer des Bovender Bürgerhauses. Zusätzliche Stühle mussten aufgestellt werden: Denn im Flecken ist das Wasser mit mehr als 20 Grad sehr hart.

Vor acht Jahren hatten sich die Bürger in einer Bürgerbefragung trotzdem gegen weiches Harzwasser entschieden. „Damals stand der Verlust der Wasserrechte auf dem Spiel“, sagte Heinze. Diese Rechte könnten jetzt aber erhalten werden. Auch die Unabhängigkeit in der Wasserversorgung müsse die Gemeinde sich bewahren. Für eine Notversorgung im Flecken sei es gut, die Brunnen in Betrieb zu halten. Vor diesem Hintergrund informierten Fachleute über die Alternativen, Göttinger Wasser mit einem Härtegrad von 6 bis 7 zu beziehen oder mit Nanofiltration wie in Rosdorf Wasser mit dem Härtegrad 12 herzustellen.

Während Bovenden für den Rosdorfer Weg zwei Millionen Euro investieren müsste, ist für die Umstellung auf Göttinger Wasser nicht viel mehr als die Öffnung einer Schleuse in den Leitungen nötig. Bei beiden Lösungen müsse eine vierköpfige Familie jährlich etwa 50 Euro mehr für ihr Trinkwasser einrechnen. Den Mehrausgaben stünden Einsparungen von etwa 80 Euro für Entkalkungsanlagen, weniger Verschleiß sowie weniger Reinigungsmitteln entgegen.

Ungerechtfertigt sei die Angst vor Phosphat, das bei weicherem Wasser zum Einsatz käme, um die Leitungen vor Korrosion zu schützen. Mit jeder Bratwurst nehme man mehr Phosphat zu sich, sagte Heinze.

Weil die Göttinger weniger Wasser verbrauchten, als noch vor 30 Jahren, könne die Stadt Bovendens Wasserbedarf von gut sieben Millionen Kubikmetern decken, führte Sven Dörnte von den Stadtwerken Göttingen aus. Und er wusste, wovon er sprach – bis 2004 war er stellvertretender Leiter der Bovender Gemeindewerke.

Viele Fragen hatten die Bovender Bürger. Als wichtig erwies sich für viele, wer von der Wertschöpfung profitiere: die Stadt Göttingen oder die Bovender Gemeindewerke.

Weil das Thema die Bovender bewegt, soll die Klärung nicht länger aufgeschoben werden, wünscht sich Heinze: Im Gemeinderat wollen die Sozialdemokraten den Antrag auf Bürgerbefragung stellen.

Noch 2016 solle nach weiteren Informationsveranstaltungen dann schließlich eine Entscheidung fallen. Und selbst wenn man jetzt Göttinger Wasser wähle, sei es später immer noch möglich, eine Nanofiltrationsanlage für den Flecken“ nachzulegen.

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