Film-Projekt der IGS Bovenden

Bovender Schüler befragten Zeitzeugen aus der ehemaligen DDR

Vor der Film-Präsentation: von links Projektbegleiterin Franziska Bömeke, Geschäfsführerin Mira Keune vom Grenzlandmuseum, IGS-Bovenden-Schulleiterin Renate Heyn, Projektbegleiter Friedrich Greth. Foto: Keller

Teistungen. Das Grenzlandmuseum Teistungen sucht Partner in Niedersachsen: Den Anfang macht ein Film-Projekt mit der Integrierten Gesamtschule (IGS) Bovenden.

„Das Eichsfeld war eine schwarze Enklave in der DDR“: Nico Uhlig (41), Lehrer in Herzberg, bringt die schwierige Situation der Kirchen im Ostteil Deutschlands bis 1989 auf diesen Nenner.

Uhlig ist einer von fünf Zeitzeugen, die von einer achten Klasse der IGS Bovenden für ein Filmprojekt befragt wurden. Als Heiligenstädter kann sich Uhlig an die Palmsonntagsprozessionen der katholischen Kirche ebenso erinnern wie an die Mai-Demonstration der SED.

Die Lehrkräfte Jana Kiel, Anja Hoffmann, Marie-Luise Rost und Christiane Grubitzsch stellten sich mit Nico Uhlig den Fragen der Schüler zum Thema „Christen in der DDR - Glaube an Gott oder die SED?“. Allen Befragten gemein ist, dass sie eine DDR-Biografie haben und in den Westen gegangen sind. Alle sind im Schuldienst in Niedersachsen.

Am Schluss kommen alle Ex-DDR-Bürger noch einmal für bleibende Momente zu Wort. Fazit: Wer kritisch war, hatte es schwer, der Staat gängelte auch, wenn es um die künftige Berufswahl ging.

45 Minuten dauert der Streifen, der persönliche Einblicke in Kindheit, Jugend, Schule und das Verhältnis zur Kirche gibt. Mit dem Filmbeitrag bewirbt sich die 8. Jahrgangsstufe der IGS am Geschichtswettbewerb des Bundespräsidenten. Das Grenzlandmusem half mit vielen Hinweisen.

Der Geschichtswettbewerb in Verbindung mit der Körber-Stiftung ist der größte historische Forschungswettbewerb für junge Menschen in Deutschland. Er will das Interesse für die eigene Geschichte wecken und findet alle zwei Jahre statt. Oberthema ist Gott und die Welt. Die Sieger sollen Anfang Juni feststehen. Über die Chancen der Bovender mag Projektbegleiterin Franziska Bömeke nicht spekulieren. Abwarten, heißt die Devise.

Schulleiterin Renate Heyn sagte bei der Präsentation am Montag im Museum: „Geschichte kann zu Einsichten führen.“ Es gebe schon heute Schüler, die mit dem Begriff neue Bundesländer nichts anfangen können – hier wolle man mit derartigen Projekten gegensteuern.

Die Geschäftsführerin des Grenzlandmuseums, Mira Keune, hob die Bedeutung der Einrichtung als Lernort hervor: Über das Schulamt Thüringen-Nord in Leinefelde habe man ein Kooperationsabkommen geschlossen. Das Amt repräsentiert 200 Schulen mit 4000 Lehrern und 40 000 Schülern. Keune hofft, dass etliche die Angebote ihrer Einrichtung wahrnehmen. Aus dem Nachbarland Niedersachsen sei Interesse signalisiert worden, so gebe es Anfragen von Göttinger Schulen für eine Zusammenarbeit. (wke)

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