Bovenden

Bovender Waagen fürs Biontech-Werk: Ehemaliger Sartorius-Bereich Teil der MinebeaMitsumi-Gruppe

In der Plattform-Montage des Bovender Minebea-Intec-Werks: Direktor Willy-Sebastian Metzger mit Feinmechaniker Eugen Kasanzew.
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In der Plattform-Montage des Bovender Minebea-Intec-Werks: Direktor Willy-Sebastian Metzger mit Feinmechaniker Eugen Kasanzew.

Das Unternehmen Minebea Intec in Bovenden stattet unter anderem Impfstoffhersteller mit Waagen aus. Damit leistet die Bovender Firma einen Beitrag zur Versorgung mit Corona-Vakzinen.

Bovenden – Waagen aus Bovenden stehen im neuen Biontech-Werk in Marburg. „Unsere Geräte – darunter Industriewaagen, Wägezellen und Indikatoren zum hochgenauen Verwiegen – kommen in der gesamten Produktionskette eines Unternehmens zum Einsatz, beginnend beim Wareneingang über die Fertigung bis hin zur Verpackung und zum Versand“, berichtet Willy-Sebastian Metzger, Direktor für Strategie, Geschäftsentwicklung und Marketing beim Unternehmen Minebea Intec in Bovenden.

Auch andere Impfstoffhersteller, so Metzger, setzen die Waagen aus dem Landkreis Göttingen ein. „Sie überprüfen mit unseren Industriewaagen und Wägelösungen das Gewicht von Prozessbehältern und Bioreaktoren“, führt der Manager aus.

Die Vollständigkeit von Impfstoff-, aber auch von Schnelltestverpackungen wird mit dynamischen Kontrollwaagen sichergestellt. So leistet Minebea Intec einen Beitrag für die Versorgung der Republik mit Covid-19-Vakzinen.

Waagen aus Bovenden: Waagen wichtig für Qualitätssicherung und Verbraucherschutz

Waagen spielten überall in der Wirtschaft eine zentrale Rolle, etwa in der Qualitätssicherung oder dem Verbraucherschutz, betont der Direktor. Die Pharmaindustrie zählt zu den wichtigen Abnehmern. Mit dieser Branche ist das Unternehmen noch eng aus der Zeit verbunden, als es Teil des Göttinger Laborausstatters Sartorius war.

„Sartorius hat uns ausgegliedert, weil Industriewaagen nicht zum Kerngeschäft des Unternehmens gehören“, erläutert der Direktor. Die Göttinger wollten sich auf hochempfindliche Laborwaagen konzentrieren, die bereits auf einen Lufthauch oder eine leichte Temperaturveränderung mit Ausschlägen reagieren. Den ausgegliederten Bereich übernahm 2015 die japanische MinebeaMitsumi-Gruppe.

Der Konzern mit Sitz in Tokio erwirtschaftete im vergangenen Jahr mit 87 000 Mitarbeitern weltweit 7,61 Milliarden Euro Umsatz. Die Japaner, Weltmarktführer unter anderem bei Kugellagern, haben neue Geschäftsfelder gesucht. Mit dem Sartoriusbereich erschlossen sie sich das Gebiet der industriellen Wägetechnik. Die neuen Eigentümer investieren in Forschung und Entwicklung.

Waagen aus Bovenden: Seit Übernahme mehr Beschäftigte und mehr Umsatz

Minebea Intec, das seinen Hauptsitz in Hamburg hat, bringt neue Produkte auf den Markt. Das Unternehmen, das knapp 70 Prozent seines Umsatzes in Europa erwirtschaftet, erschließt sich zudem verstärkt die Märkte in Nordamerika und Asien. Die Zahl der Mitarbeiter am Standort Bovenden stieg seit dem Jahr 2015 um knapp 40 Prozent von 93 auf 134 Beschäftigte.

Der Umsatz des Unternehmens legte seit der Übernahme um knapp 30 Prozent zu. „Die Pandemie hat uns allerdings stark ausgebremst“, räumt Metzger ein. Neben Zuwächsen im Pharmabereich gab es Rückgänge bei der Lebensmittelindustrie, die unter den Corona-bedingten Schließungen in der Gastronomie und Hotellerie leidet.

Waagen aus Bovenden: Mehrere Werke gehören zur Minebea-Intec-Gruppe

Zur Minebea-Intec-Gruppe gehört neben dem Werk am Leinetal 2 im Bovender Gewerbegebiet Area 3 und der Zentrale in Hamburg noch ein Werk in Aachen. Das ist unter anderem auf Geräte zum Aufspüren von Verunreinigungen mit Metallen sowie auf Kontrollwaagen spezialisiert und kam 1998 zu Sartorius.

Das Werk in Hamburg, das Behälter- und Silowaagen herstellt, wurde 1999 von Sartorius gekauft. Insgesamt beschäftigt das Unternehmen gut 1000 Mitarbeiter weltweit. (Michael Caspar/Bernd Schlegel)

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