Ministerpräsident Weil schlägt Zusammenarbeit mit Uni vor 

Nach Sanierungsarbeiten: Burg Plesse braucht Burgvogt

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Tolle Aussicht: Niedersachsens Ministerpräsident Stephan Weil auf dem großen Turm der Burg Plesse mit, von links, dem SPD-Landtagskandidaten Gerd Hujahn, Bovendens Bürgermeister Thomas Brandes und dem Vorsitzenden des Vereins der Freunde der Burg Plesse, Dr. Thorsten Heinze. 

Bovenden. Niedersachsens Ministerpräsident Stephan Weil (SPD) will sich in die Schaffung einer hauptamtlichen, wissenschaftlichen Stelle für die Burg Plesse einschalten.

Als er auf seiner Sommerreise auf der Burg Station machte, forderte er den Vorsitzenden des Vereins Freunde der Burg Plesse, Dr. Thorsten Heinze auf, ihm einen Brief mit der Sachlage zu schicken. Weil: „Vielleicht können wir etwas zusammen mit der Universität Göttingen machen.“

Heinze sagte, baulich sei die Burgruine, die sich im Besitz des Landes befindet, inzwischen weitgehend in Schuss, nach dem die rund 700.000 Euro teure Sanierung des großen Turms vor dem Abschluss stehe und der Turm jetzt wieder für die Öffentlichkeit zugänglich ist.

Jetzt gelte es aber, die Sammlungen und den Wissensschatz des über 1000 Jahre alten Bauwerks weiter wissenschaftlich aufzuarbeiten und mit einer 3-D-Präsentation darzustellen. Dafür werde eine feste Planstelle benötigt.

Der Vertreter des Landkreises Göttingen im Verein der Freunde Göttingens, Prof. Dr. Gerhard Ströhlein unterstreicht den Wunsch Heintzes griffig: „Wir brauchen einen Burgvogt.“

Burgenforscher Thomas Moritz

Nach Darstellung Heinzes würde die Stelle rund 40.000 Euro im Jahr kosten. Zurzeit kümmert sich Thomas Moritz um die Baugeschichte der Burg. 

Er ist einer von 130 bis 150 Castellologen (Burgenforscher) in Europa und ausgewiesener Experte für die Geschichte der Burg Plesse. Außerdem hat er sich einen Namen mit Forschungen zur Kaiserpfalz in Goslar und zur Großen und zur Kleinen Harzburg bei Bad Harzburg gemacht.

Weil, der zuletzt als Göttinger Student im Rahmen einer Nachtwanderung auf der Plesse war, zeigte sich von dem Gelände angetan. So erging es auch vielen anderen bekannten Studenten aus Göttingen, wie Goethe, Bismarck und den Grimms, die gerne hier feierten, wohl auch, weil die Burg außerhalb der Gerichtsbarkeit der Uni lag.

In ihrer langen Geschichte war die Burg immerhin auch einmal rund 30 Jahre lang im Besitz des Hauses der Welfen, merkte Moritz bei der Führung des Ministerpräsidenten an. Nicht ganz ohne Grund: Denn Stefan Weil war wenige Stunden vor seinem Besuch auf der Burg noch Gast der kirchlichen Trauung von Ernst August Erbprinz von Hannover aus dem Haus der Welfen und von Ekaterina Malysheva in der Landeshauptstadt.

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