Keine Erweiterungsflächen in Göttingen

Familienunternehmen Nette: Verpackungshändler geht ins Area 3 nach Bovenden

Nun wird auch die letzte große Fläche im Bovender Gewerbegebiet Area 3 bebaut: (von links) Frank Bauer, Michael Nette, Thomas Brandes und Rainer Hald.
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Nun wird auch die letzte große Fläche im Bovender Gewerbegebiet Area 3 bebaut: (von links) Frank Bauer, Michael Nette, Thomas Brandes und Rainer Hald.

Bovenden – Die Göttinger Nette GmbH – ein Importeur, Großhändler und Vollsortimenter von Verpackungsmitteln – verlagert seinen Firmensitz nach Bovenden.

An der Straße Leinetal im Gewerbegebiet Area 3 soll auf einem 40 000 Quadratmeter großen Grundstück für einen zweistelligen Millionen-Euro-Betrag ein Neubau entstehen.

„Wir expandien kräftig“, berichtet der geschäftsführende Gesellschafter, Michael Nette. Das Unternehmen, das derzeit 130 Mitarbeiter an sechs Standorten beschäftigt, will in den kommenden Jahren 30 weitere Beschäftigte einstellen. Am alten Standort am Elliehäuser Weg ist nach dem einstigen Erwerb von mehreren Nachbargrundstücken nun keine Erweiterung mehr möglich.

„Seit 2016 suchen wir nach einem Grunstück“, sagt Nette. Weil in Göttingen nichts zu finden gewesen sei, habe ihm Oberbürgermeister Rolf-Georg Köhler (SPD) bei der Suche in der Region geholfen. In Bovenden sei er am Ende fündig geworden.

Dort gab es die Möglichkeit von der insolventen Firma Eisenmann ein 25 000 Quadtatmeter großes Grundstück zu erwerben, dass diese als Erweiterungsfläche gekauft hatte. Der Haken: Nette musste auch die Eisenmann-Altimmobilie übernehmen, in der nun der Anlagenbauer Onejoon das Eisenmann-Werk neu ausrichtet. „In einem europaweiten Bieterverfahren setzte sich Nette gegen ebenfalls interessierte Fondgesellschaften durch, was den Kaufpreis in die Höhe trieb“, verrät Rainer Hald, Vorstandsvorsitzender der Sparkasse Göttingen, Nettes Hausbank. Die Niedersächsische Landgesellschaft (NLG) verkaufte dem Familienunternehmen das angrenzende, 15 000 Quadrtmeter große Grundstück.

„Das komplizierte Verfahren zeigt die Not der Firma Nette“, fasst Bovendens Bürgermeister Thomas Brandes (SPD) die Situation zusammen. Er bekomme regelmäßig Anfragen von Unternehmen, die ähnliche Schwierigkeiten hätten, ein größeres Grundstück zu finden. „Die Kommunen müssen Gewerbeflächen ausweisen, auch wenn sofort Bürgerinitiativen dagegen mobil machen“, erklärt Frank Bauer, der die Harster NLG-Geschäftsstelle leitet.

Zu einer Verzögerung kommt es auch beim Bau. „Die Baufirmen, mit denen wir Kontakt haben, verfügen erst von 2023 an wieder über freie Kapazitäten“, berichtet der Unternehmer. Er hofft, dass dann die zuletzt kräftig gestiegenen Baupreise wieder gesunken sind. Nach Bovenden will Nette auch das Logistikzentrum verlagern, das die Firma derzeit in Nempitz bei Leipzig betreibt. Dort soll noch ein Hub, ein Zwischenlager zur Belieferung von Kunden im Raum Leipzig und Dresden, verbleiben. Die übrigen Mitarbeiter bekommen das Angebot, nach Bovenden wechseln. „Es ist nicht einfach, gutes Personal zu finden“, nennt Nette eine weitere Herausforderung.

Das 1952 gegründete Familienunternehmen, in das mittlerweile die dritte Generation eingetreten ist, erwirtschaftet derzeit 30 Millionen Euro. Nette hat 6000 Artikel ständig auf Lager. Auf insgesamt 14 500 Quadratmetern verfügt die Firma über 16.000 Palettenplätze. (Michael Caspar)

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