Mehr Frauen in den Feuerwehren

Kreisfeuerwehrverbände: Keine Eile bei der Fusion

Ehrungen: Für ihre jahrelangen Verdienste im Einsatz für die Allgemeinheit wurden zahlreiche Feuerwehr-Mitglieder ausgezeichnet. Dazu gratulierten der Kreisfeuerwehrverbands-Vorsitzende Karl-Heinz Niesen (links), Landrat Bernhard Reuter (rechts) und Bovendens Bürgermeister Thomas Brandes (Zweiter von rechts). Foto: Niesen

Bovenden. Die beiden Kreisfeuerwehrverbände in Göttingen werden den Fusionsprozess der Landkreise Göttingen und Osterode „gemeinschaftlich begleiten“, werden „aber nichts übers Knie brechen“. Warum Kreisrandmeister Karl-Heinz Niesen keinen Grund zur Eile sieht, lesen Sie hier.

Das kündigte der Vorsitzende des Kreisfeuerwehrverbandes Göttingen, Karl-Heinz Niesen, während der Jahreshauptversammlung im Bürgerhaus Bovenden an.

Niesen sieht keinen Anlass zur Eile: „In Niedersachsen gibt es Landkreise, die in ihrem Gebiet drei beziehungsweise vier Feuerwehrverbände haben.“ Im Landkreis Göttingen gibt es bekanntlich zwei Feuerwehrverbände. Der eine umfasst die Altkreise Göttingen und Hann. Münden, der andere den Altkreis Duderstadt, genannt Feuerwehrverband Duderstadt-Eichsfeld.

Sorgen bereitet dem Göttinger Verbandsvorsitzenden, der gleichzeitig auch das Amt des Kreisbrandmeisters ausübt, die Mitgliederentwicklung. Zwischen 2003 und 2013 ist die Zahl der aktiven Feuerwehrmänner um 652 auf 3335 gesunken. Insbesondere im Bereich der mittleren Jahrgänge im Alter um 40 bis Anfang 50 gebe es eine große Lücke.

Die positive Entwicklung bei den Frauen konnte diesen Aderlass nicht ausgleichen. Ihre Zahl erhöhte sich im selben Zeitraum von 537 auf 605. Niesen appellierte an die Anwesenden, für die Arbeit in den Feuerwehren zu werben.

„Unhaltbar“ nannte der Vorsitzende, dass der Bund die bereits 2007 gegebene Finanzierungszusage von jährlich 57 Millionen Euro für den erweiterten Katastrophenschutz nicht einhält. Dass mache sich beispielsweise dadurch bemerkbar, dass zwei Löschgruppenfahrzeuge „LF 16 KatS“ in Göttingen aus dem Dienst genommen werden mussten, weil die Instandsetzungskosten inzwischen den Zeitwert überstiegen hätten. Deshalb hatte der Wasserförderzug II aufgelöst werden müssen.

Baustelle Alarmierung

Als weitere Baustelle benannte der Verbandschef die flächendeckende Alarmierung der Bevölkerung im Katastrophenfall. Auf der Ebene des Bundes und der Länder bestünden satellitenbasierte Warnsysteme, in den Kommunen gebe es aber nicht überall Sirenen. Jetzt solle eine Machbarkeitsstudie Brandrauchmelder als lokale Warnmittel testen. „Es gibt noch viel zu tun, damit die Bevölkerung gewarnt werden kann.“

Landrat Bernhard Reuter sagte zur Diskussion um die Zukunft der Leitstelle im fusionierten Kreis, dass zurzeit sechs Varianten geprüft würden. Die Ergebnisse würden im Februar/März 2015 vorliegen. „Wir hoffen auf eine Lösung, mit alle leben können.“ Er selbst schätzt ein, dass der beste Standort bei der Berufsfeuerwehr in Göttingen sei.

Thomas Reuter als Vertreter der Polizeiinspektion Göttingen beklagte die große Steigerung bei den Unfällen auf der Autobahn 7. Sie - sowie die vielen kleineren Einsätze - wären ohne die professionelle Hilfe der Feuerwehren nicht zu bewältigen. Optimierungsbedarf zwischen Feuerwehr, Polizei und Bundespolizei mahnte der Polizeivertreter beispielsweise bei Tunneleinsätzen an. (zhp)

Vorstand: Niesen bleibt für weitere drei Jahre im Amt

Bei den Vorstandswahlen in Bovenden wurde Karl-Heinz Niesen aus Friedland als Vorsitzender des Kreisfeuerwehrverbandes Göttingen im Amt bestätigt. Er bekam keine Gegenstimmen und wird damit für weitere drei Jahre an der Spitze des Verbandes stehen.

Ihm stehen nach ihrer turnusgemäßen Wieder- oder Neuwahl zur Seite: Frank Winkelmeyer (stellvertretender Vorsitzende, Staufenberg-Uschlag), Detlef Koch (stellvertretender Vorsitzender, Göttingen), Hans-Jürgen Koch (Beisitzer Staufenberg) und Stefan Kasuch (Adelebsen).

Bestätigt wurden die Abschnittsleiter Achim Spangenberg (West, Hann. Münden), Albert Dürmann (Mitte, Ballenhausen), Heinrich Marx (Ost, Seulingen) und der neue Kreisjugendfeuerwehrwart Alexander Otte (Waake). (zhp)

Ehrensache: Auszeichnungen für verdiente Aktive

Mit dem Deutschen Feuerwehr-Ehrenkreuz in Gold wurde Jürgen Neupert (Göttingen) ausgezeichnet. Das Feuerwehr-Ehrenkreuz in Silber erhielten Detlef Neumann (Göttingen), Ulf Köhler (Dransfeld) und Helmut Wiemer (Staufenberg) sowie das in Bronze Harald Krummacker und Heiko Schellhase (Göttingen).

Die Ehrennadel in Silber des Landesfeuerwehrverbandes Niedersachsen ging an Torsten Federkeil, Matthias Freter, Detlef Siegmann und Thomas Wurm (alle Dransfeld). Mit der Ehrennadel der Deutschen Jugend-Feuerwehr in Silber wurde der langjährige Jugendwart Uwe Fürchtenicht ausgezeichnet, der wegen seines Umzugs von Göttingen nach Brunsbüttel seinen Posten zur Verfügung stellen musste.

Außerdem wurde Klaus Lück (Göttingen) zum Ehrenmitglied ernannt. (zhp)

www.kfv-goe.de

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