Festwoche zur 1000-Jahr-Feier - Kleinsäugerfunde werden im Südekum präsentiert

Nach 400 Jahren wieder Besucher im Plesse-Turm

+
Im Fuße des Südekums: Thomas Moritz und Dr. Thorsten Heinze im Metallgerüst, das die Glasplatte aufnehmen wird, unter der die Masse von Kleinsäugerfunden präsentiert werden soll. 

Bovenden. Passend zum 1000. Geburtstag der Burg Plesse hoch über dem Leinetal bei Bovenden wird der kleine Turm der Anlage (Südekum) erstmals nach 400 Jahren wieder für Besucher geöffnet. Das Jubiläum wird mit einer Festwoche vom 15. bis 20. September gefeiert.

Die bisher letzten Besucher haben den 23 Meter hohen Wachturm mit einem Durchmesser von sieben Metern und 2,20 Meter dicken Außenmauern eher unfreiwillig kennengelernt. Es waren Gefangene im Mittelalter, die so lange im dunklen Turmverlies schmachten mussten, bis sie gegen ein hohes Lösegeld freikamen, schildern der Vorsitzende des Vereins Freunde der Burg Plesse, Dr. Thorsten Heinze, und der Vorsitzende des wissenschaftlichen Beirats, Thomas Moritz. Sie arbeiten mit Hochdruck an der Präsentation des mehrere 10.000 Funde umfassenden Kleinsäugerfundes im Fuß des Turmes. Unter einer Glasscheibe werden die Überreste von tausenden Mäusen und Vögeln sowie einigen Amphibien und Fischen zu sehen sein. Das war unverdauliche Nahrung (Gewölle), die von Schleiereulen hervorgewürgt wurde. Die Nachtvögel bewohnten den Turm, seit er 1616 verlassen und dem Verfall preisgegeben wurde. Als der Südekum nach 1860 repariert und damit vor dem weiteren Verfall bewahrt wurde, verschwanden die Schleiereulen. Ihnen folgten Turmfalken, die bis heute in der Turmspitze brüten.

Aus den Nahrungsresten, die im Laufe der Jahre mit 40.000 Schnecken angereichert wurden, rekonstruierten Biologen die komplette Kleintierwelt an der Plesse. Aus deren Speisezettel konnten sie wiederum Rückschlüsse auf Nutzpflanzen ziehen, die rund um die Burganlage angebaut wurden.

All diese Zusammenhänge wollen die Freunde der Burg Plesse im Südekum in Bild und Text auch für Laien verständlich präsentieren.

Rechtzeitig zur Jubiläumswoche wird auch der dicke Turm der Burganlage wieder für Besucher freigegeben. Wegen Schäden an der Treppen- und Holzkonstruktion war er für mehr als ein Jahr gesperrt. Nach der 500.000 Euro teuren Reparatur durch das Land können Besucher jetzt wieder den fantastischen Blick von der Aussichtsplattform des Turms genießen.

Für die Festwoche wird ein 180 Quadratmeter großes beheizbares Zelt auf dem Burggelände aufgebaut. Seinen Höhepunkt erreicht das Jubiläum am Wochenende vom 18. bis 20. September. (p)

Festprogramm zur 1000-Jahr-Feier

Höhepunkte des Festprogramm 1000 Jahre Burg Plesse:

  • Mittwoch und Donnerstag, 16. und 17. September, jeweils 15 und 18 Uhr: Szenische Zeitreise mit dem Theater im OP.
  • Mittwoch, 16. September, 16 Uhr Autorenkreis Plesse, Lesung im Großen Turm, 16.30 Uhr Filmvorführung „Eddigehausen unter der 1000-jährigen Plesse“, Festzelt.
  • Freitag, 18. September, 19 Uhr Burg-Konzert mit Slow Horses, Con Aglio und The Bensons.
  • Samstag, 19. September, ab 12 Uhr BurgKultur mit Ausstellungen, Musik und Vorführungen, 16.45 Uhr Festakt mit Landtagspräsident Bernd Busemann.
  • Sonntag, 20. September, ab 10 Uhr BurgKultur mit Ausstellungen, Musik und Vorführungen. (p)

www.freunde-burgplesse.de

Schlagworte zu diesem Artikel

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das alte HNA-Login anmelden.

Hinweise zum Kommentieren:
In der Zeit zwischen 17 und 9 Uhr werden keine neuen Beiträge freigeschaltet.

Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.

Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.