Bovenden: Neue Heimat für seltene Wildbienen

Bovenden gestaltet monotone Rasenflächen und Pflanzbeete um

Biodiversitätskonzept Flecken Bovenden: Wildbienen-Expertin Katrin Meyer-Zietlow (von links), Betriebshof-Mitarbeiter Kai Grobecker, Hermann Merkord (BUND Göttingen), Kreisrätin Christel Wemheuer, Bauamts-Mitarbeiter Manfred Friedrichs, Harstes Ortsbürgermeister Hans Schäfer, Gemeindebütgermeister Thomas Brandes und Lenglerns Ortsbürgermeisterin Marianne Stietenroth auf einem umgestalteten Pflanzbeet am Ortsrand von Harste.
+
Biodiversitätskonzept Flecken Bovenden: Wildbienen-Expertin Katrin Meyer-Zietlow (von links), Betriebshof-Mitarbeiter Kai Grobecker, Hermann Merkord (BUND Göttingen), Kreisrätin Christel Wemheuer, Bauamts-Mitarbeiter Manfred Friedrichs, Harstes Ortsbürgermeister Hans Schäfer, Gemeindebütgermeister Thomas Brandes und Lenglerns Ortsbürgermeisterin Marianne Stietenroth auf einem umgestalteten Pflanzbeet am Ortsrand von Harste.

Zur Förderung der Insektenvielfalt wurden im Frühjahr in Orten des Flecken Bovenden Gemeinde-Rasenflächen und monotone Beete zu insekten- und bienenfreundlichen Blumen- und Staudenbeeten umgewandelt.

Harste – In Harste wurde das Projekt jetzt der Öffentlichkeit vorgestellt.

Bienen in Bovenden: In Deutschland sei es zu einem dramatischen Rückgang der Insektenpopulation gekommen, so Brandes

„In den vergangenen Jahren ist es in Deutschland zu einem dramatischen Rückgang der Insekten-, Bienen- und Schmetterlingspopulation gekommen. Um dem entgegen zu wirken, haben wir ein Biodiversitätskonzept erarbeitet, dass jetzt in allen Ortschaften des Fleckens Bovenden umgesetzt wird“, sagte Gemeindebürgermeister Thomas Brandes.

„Gerade wir als Gemeinden, die über viele Grünflächen verfügen, haben hier auch eine Vorbildfunktion, um ein Umdenken in der Bevölkerung herbeizuführen.“

Bienen in Bovenden: Auch interessierte und fachkundige Bürger seien in der Arbeitsgruppe

Von Beginn an sei großer Wert auf eine fachgerechte Flächenumgestaltung gelegt worden, um auch eine hohe Akzeptanz in der Bevölkerung zu erreichen. „Deshalb arbeiten in der eigens für dieses Projekt eingerichteten Arbeitsgruppe Akteure aus den verschiedensten Bereichen mit“, betonte Brandes.

Neben Mitarbeitern der Verwaltung und Gärtnern des Betriebshofes seien auch der BUND Göttingen, der Naturschutzbeauftragte des Landkreises Göttingen für den Flecken Bovenden, zwei Ratsmitglieder sowie interessierte und fachkundige Bürgerinnen und Bürger in der Arbeitsgruppe vertreten. Der Bürgermeister dankte ausdrücklich allen Akteuren für ihre Initiative und die geleistete Arbeit.

Bienen in Bovenden: „Parallel dazu ist das Mähkonzept des Betriebshofes geändert worden“, so Brandes

„In diesem Frühjahr wurden zunächst sieben Flächen in den Ortschaften zu nachhaltigen Blüh- und Staudenbeeten umgestaltet“, erläuterte der Bürgermeister. Im nächsten Schritt erfolge ab Herbst die Umgestaltung von mit den Ortsräten abgestimmten Flächen auf allen acht Bovender Friedhöfen.

„Parallel dazu ist das Mähkonzept des Betriebshofes geändert worden, sodass seit dem Frühjahr von den jeweiligen Ortsräten benannte Rasenflächen nur noch einmal, maximal jedoch zweimal jährlich gemäht werden, um Bienen und Insekten wieder mehr Raum zu geben“, sagte Brandes.

Bienen in Bovenden: Gemeinderat habe beschlossen, das Anlegen von „Schottergärten" zu verbieten

Außerdem habe der Gemeinderat beschlossen, bei neu aufzustellenden Bebauungsplänen ein Verbot für das Anlegen von „Schottergärten“ festzusetzen. „Letztendlich setzen wir aber auf ein Umdenken in der Bevölkerung bei der Gestaltung des eigenen Gartens, hin zu mehr insektengerechten Blüh- und Staudenbeeten“, so der Bürgermeister. (Per Schröter)

Bovender Biodiversitätsstrategie ist auf Dauer angelegt

Da die Biodiversitätsstrategie des Flecken Bovenden auf Dauer angelegt ist, sollen künftig jedes Jahr weitere von der Arbeitsgruppe ausgewählte Flächen umgestaltet werden. Hierfür stellt der Rat im Gemeindehaushalt jährlich rund 35.000 Euro zur Verfügung.

„Ein großer Dank geht an den Landkreis Göttingen, der uns für die Umsetzung der Biodiversitätsstrategie für die nächsten vier Jahre jährlich 68.600 Euro aus Ersatzgeldmitteln des Landkreises Göttingen zur Verfügung stellt und damit die Umsetzung maßgeblich unterstützt“, betonte Brandes.

„Der Erhalt der biologischen Artenvielfalt ist eine der größten globalen Herausforderungen“, sagte Christel Wemheuer, Kreisrätin und Umweltdezernentin des Landkreises Göttingen. „Der Flecken Bovenden stellt sich hier vorbildlich dieser Verantwortung.“ Die Biodiversitätsstrategie passte hervorragend in die vom Kreistag beschlossenen Aktivitäten zur Förderung der Insektenvielfalt.

„Der Flecken profitiert als erste Kommune von einer finanziellen Unterstützung für diese Aktivitäten aus Ersatzgeldmitteln“, so Wemheuer. Alle anderen Kommunen des Landkreises könnten diese Förderung aber auch erhalten. „Entsprechende Fördergrundsätze sind gerade erarbeitet worden“, sagte die Kreisrätin.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Kommentare

Hinweise zum Kommentieren:
Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.