Sternsinger: Hilfsaktion für Kinder in Bolivien

Vorbereitung für die Hilfsaktion: Birgit Bräuer (links) und Irmengard Wenzig zeigen die Kostüme für die Sternsinger. Foto: Lawrenz

Bovenden. Sternsinger ziehen Jahr für Jahr durch die Häuser, um Kindern in der Dritten Welt zu helfen. „Respekt für dich, für mich, für andere - in Bolivien und weltweit" lautet diesmal das Motto.

Damit die Aktion erfolgreich wird, haben die ehrenamtlichen Helfer schon mit den Vorbereitungen begonnen. Auch Irmengard Wenzig aus Bovenden und Birgit Bräuer aus Eddigehausen haben die ersten Arbeiten erledigt.

„Wir versuchen, den Kindern in der Dritten Welt zu helfen“, sagt Wenzig. Mit Bräuer will sie dem Nachwuchs hier zeigen, „dass es anderen schlechter geht als uns“. Mit „Respekt“ sollen die Kinder lernen, auch Menschen, die anders sind, zu akzeptieren. Angesichts des Flüchtlingsstroms sei das ein brandaktuelles Thema. Außerdem sollen die Heranwachsenden erfahren, dass es Spaß macht, etwas für andere zu tun. Um all das gut vorzubereiten, gibt das Kindermissionswerk - seit 1959 Organisator der Aktion - jedes Jahr Materialien aus. Seit 1998 trägt das Missionswerk den Titel „Die Sternsinger“ in seinem Namen.

Jeweils vier Kinder bilden eine Gruppe, die Heiligen Drei Könige und der Sternträger. In den vergangenen Jahren sind allein in Bovenden und Eddigehausen an die 50 Gruppen mit einem Dutzend Begleitern unterwegs gewesen, berichtet Bräuer. Sie hilft Wenzig seit fünf Jahren. Über ihre Kinder sei sie dazu gekommen. Für ein ökumenisches Miteinander sind die beiden ein gutes Beispiel: Irmengard Wenzig ist katholisch, Birgit Bräuer evangelisch.

Drei Treffen planen sie zur Vorbereitung. Beim ersten werden die Kinder in Gruppen eingeteilt, beim zweiten gibt es die Kostüme. Wenn sie das dritte Mal zusammenkommen, üben sie für den Abschlussgottesdienst. Auch das Lied, das sie in den Häusern singen, muss sitzen. Mit geweihter Kreide schreiben sie zum Abschluss den christlichen Segen über die Haustür. Die Buchstaben C, M und B werden als Abkürzung des lateinischen Spruchs „Christus mansionem benedicat“, was übersetzt „Christus segne dieses Haus“ bedeutet. In älteren volkskundlichen Abhandlungen werden sie als Initialen der drei Könige Caspar, Melchior und Balthasar verstanden.

Mehr besuchte Haushalte 

Die Zahl der besuchten Häuser ist größer geworden. Von 220 Haushalten aus Bovenden und Eddigehausen bekamen sie bei der vergangenen Aktion etwa 4000 Euro. Bundesweit sammelten die Sternsinger 45,5 Millionen Euro für Kinder in Not. Mehr als 10 000 Einrichtungen machten mit. Mit dem Geld, das die Sternsinger sammelten, förderte das Missionswerk im vergangenen Jahr 1609 Projekte in 99 Ländern.

Wer besucht werden möchte, muss sich vorab anmelden 

Wer am 9. beziehungsweise 10. Januar kommenden Jahres Besuch von den Sternsingern möchte, kann sich bei Irmengard Wenzig, E-Mail: irmengardwenzig@gmx.de, oder Birgit Bräuer, E-Mail: birgit-braeuer@web.de, anmelden.

Die Adressen, die sie am Samstagnachmittag nicht schafften, steuern die Stern am Sonntagvormittag an. Vor Jahren hätten nur so wenige Kinder mitgemacht, dass sie ihr Pensum gar nicht schafften, weiß Bräuer. Gezielt besuchen sie seither die Schulen und sprechen die Jugendlichen an.

Mit Willi Weitzel aus der Sendung „Willi will‘s wissen“ wird die Aktion eröffnet: Der Film „Willi in Bolivien“ ist am Sonnabend, 14. November, um 11 Uhr im Göttinger Kino Lumière zu sehen. Danach läuft der Spielfilm „Mr. Twister - Wirbelsturm im Klassenzimmer“. Die Vorstellung ist kostenlos.

Vorbereitungstreffen der Sternsinger finden am Dienstag, 24. November, und am Donnerstag, 3. Dezember, jeweils um 16.30 Uhr sowie am Mittwoch, 6. Januar, um 11 Uhr in der St.-Franziskus-Kirche in Bovenden, Plesseweg 20, statt. (zul)

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