Zwei Försterinnen betreuen den Friedwald an der Burg Plesse

Wichtige Ansprechpartnerinnen: Martina Bey (links) und Brigitte Lux kümmern sich um den Friedwald an der Burg Plesse bei Bovenden. Foto: Lawrenz

Eddigehausen. Brigitte Lux und Martina Bey betreuen seit fünfeinhalb Jahren den Friedwald bei Bovenden. Mehr als 1000 Bestattungen haben sie begleitet.

Schon bevor der Friedwald nahe der Burg Plesse oberhalb von Eddigehausen im Mai 2010 eröffnet wurde, war Brigitte Lux Friedwald-Försterin. 2007 habe der Forstamtsleiter jemanden für den Friedwald Südharz gesucht. Er fragte Lux, die sich wie auch jetzt noch als Waldpädagogin engagierte. „Du wirst überrascht sein. Du bekommst sehr viel zurück“, prophezeiten ihr andere Friedwald-Förster.

Diese Vorhersage wurde für sie Wahrheit. So entschied sich die Bad Lauterbergerin für die Betreuung des 48 Hektar großen Friedwalds. Das entspricht einer Fläche von 64 Fußballfeldern. Lux schätzt die vielen intensiven Kontakte zu den Menschen.

Mit ihren Gedanken zu Leben und Tod wäre sie ohne die Arbeit im Friedwald längst nicht so weit, glaubt die Mutter von drei Kindern. Bereichernd sind für sie die vielen verschiedenen Lebensmodelle, die Lebensumstände, von denen sie erfahre. Dadurch sei sie entspannter geworden, sie habe gelernt, das Leben mehr zu genießen. Denn wichtig sei vor allem Gesundheit.

Bei einer Fortbildung zur Waldpädagogik lernten Lux und Bey sich dann kennen. Lux (56) fragte Bey (37), ob sie im Friedwald mithelfen wolle. Gerade hatte Bey ihr Studium der Forstwirtschaft beendet, seit Juli 2010 sind Lux und Bey Kolleginnen. Auch Martina Bey kann sich nun mehr an Kleinigkeiten freuen. Genau wie Brigitte Lux ist sie Mutter von drei Kindern; ihr macht der Tod junger Menschen schwer zu schaffen.

Um den Friedwald-Förstern an mittlerweile 56 Standorten in Deutschland den Umgang mit ihrer schwierigen Aufgabe zu erleichtern, bietet die Friedwald-Gesellschaft in Griesheim bei Darmstadt ihnen zweimal im Jahr eine spezielle Begleitung an.

„Man gibt sehr viel und nimmt auch sehr viel mit“, beschreibt Martina Bey das Besondere an ihrer Aufgabe und denkt an viele dankbare Blicke, an manchen Händedruck, den sie erhalten hat. Seit zwei Jahren hält sie auch Trauerreden. Ihre größte Prüfung war die Bestattung ihres Vaters.

„Die Menschen sind so dankbar“, sagt auch Brigitte Lux. Sie erinnert sich an den Dank eines Mannes für den Frauenmantel, mit dem sie das Grab seiner Frau geschmückt hatte. Es sei die Lieblingsblume seiner Frau gewesen: „Es gibt sehr emotionale Momente.“

Hintergrund

Zu den Aufgaben der Friedwald-Förster gehört es, die Menschen bei der Auswahl eines Baumes für sich selbst oder ihre Nächsten zu helfen. Für die Bestattung schmücken die Förster das Grab und stellen die Nachwurfschaufel bereit. Sie nehmen die Trauergesellschaft am Parkplatz in Empfang und sprechen den Ablauf der Bestattung mit dem Pastor oder Trauerredner ab. Auf dem Weg zum Grab tragen sie die Urne, wenn das kein Angehöriger möchte.

Die Kosten für den Erwerb eines Bestattungsplatzes unter einem Baum belaufen sich auf 770 Euro. Zur generellen Information bieten Lux und Bey Waldführungen an. Die Führungen stehen am Samstag, 5. und 19. März, jeweils ab 14 Uhr auf dem Programm. Anmeldungen werden unter Telefon 06155/848200 angenommen. 

Sprechstunden gibt es am 17. März und 14. April von 15 bis 18 Uhr im Bürgerhaus in Bovenden. Eine Anmeldung dafür ist nicht nötig.

Kontakt: FriedWald Burg Plesse Plessestraße, Plesseburg, 37120 Bovenden, Tel. 06155/848100.

www.friedwald.de/standorte/standort/burg-plesse

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