Junge Physiker aus Europa besuchen Sommerschule in Göttingen

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Wissenschaftlicher Nachwuchs: (von links) Dai Kabayashi aus Japan, Georgios Korpas aus Griechenland, Jessica Turner aus Schottland und Giulia Pochini aus Italien sind für die Physik-Sommerschule an der an der Universität Göttingen zu Gast.

Göttingen. 70 junge Nachwuchswissenschaftler sind in Göttingen zu einer zweiten Sommerschule zur Hadron Collider Physik zusammen gekommen. Sie beschäftigen sich mit den neuesten Forschungen zur Entstehung unseres Universums.

Vor ein paar Tagen hat die Vorlesungsfreie Zeit an der Universität Göttingen begonnen. Auf dem Campus ist nicht mehr viel los. Doch in den Räumen der Fakultät für Physik herrscht Hochbetrieb. Etwa 70 junge Studierende aus ganz Europa besuchen hier die zweite Sommerschule zur Hadron Collider Physik (HASCO). Neben der Physik steht vor allem das kennenlernen im Zentrum.

„Es geht natürlich auch darum, Forscher zu treffen und ins Gespräch zu kommen“, erklärt Georgios Korpas. Der 25-jährige Grieche studiert in Spanien Physik. Die Göttinger Sommerschule sieht er als Möglichkeit, um Forschungspartner kennen zu lernen. „Dafür gibt es hier ideale Möglichkeiten. Man sieht, dass die Forschungen in die gleiche Richtung gehen und kann vielleicht zusammenarbeiten.“

Namhafte Physik-Experten

Die Vorträge an der Sommerschule werden von Namhaften Physikern gehalten. In diesem Jahr steht die Physik des Higgs-Boson in Zentrum. Das sogenannte Gottesteilchen wurde erst im vergangenen Jahr am europäischen Forschungszentrum für Elementarteilchen in Genf entdeckt. Es gilt als Grundlage aller Elementarteilchen. Auch die studierenden halten in zweierteams Vorträge über den neuesten Stand der Forschungen.

Neben der Forschung steht aber vor allem das NBetzwerken im Vordergrund der Sommerschule, erklärt Professor Dr. Arnulf Quadt vom zweiten Physikalischen Institut der Universität Göttingen. Die Familie der Physik sei eben ziemlich groß: „Es gibt große wissenschaftliche Projekte wie den Teilchenbeschleuniger in Cern, an denen arbeiten bis zu 3000 Wissenschaftler.“

Da sei es natürlich gut, wenn man sich früh kennenlerne. „Und es ist auch eine tolle Gelegenheit, sich darüber auszutauschen, wie in den einzelnen Ländern geforscht und studiert wird.“

Giulia Pochini ist von der Göttinger Universität begeistert: „Es ist alles so neu hier. Die Gebäude, die Labore“, schwärmt die 24-jährige Italienerin, die in Pisa studiert. „Und es gibt sogar eine extra Mensa für die Physiker.“ Es sei gut möglich, dass sie zum Abschluss ihres Studiums, oder danach für ihre Forschungen, nach Deutschland kommen werde, sagt sie.

Knapp sieben Stunden am Tag sitzen die jungen Studierenden in Seminarräumen zusammen und hören Vorträge von Experten. „Zum Abschluss gibt es dann eine Klausur und auch ein Zeugnis“, sagt Quadt. Im letzten Jahr haben alle bestanden, sagt er. „Und das wird in diesem Jahr sicher auch so sein.“

Trotz büffelei kommt der Spaß nicht zu kurz. „Wir haben natürlich auch eine Exkursion ins Göttinger Kneipenleben unternommen“, erzählt Jessica Turner. Die 23-Jährige Schottin studiert in Glasgow. „Darunter leidet der wissenschaftliche Input aber überhaupt nicht.“

Von Moritz H. Schäfer

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