Am Nonnenstieg: Kritik an bestehenden Entwürfen wächst

Bürgerinitiative und SPD für Neuplanung des Wohnquartiers

Göttingen. Die Göttinger SPD-Fraktion rät zur Ruhe im Fall der geplanten Bebauung des ehemaligen IWF-Geländes am Nonnenstieg. Die Bauverwaltung muss für das IWF-Gelände einen neuen Bebauungsplan erarbeiten.

Darin müsse festgesetzt werden, wie hoch und dicht das Grundstück bebaut werden darf. Die Planung müsse dann im Bauausschuss öffentlich diskutiert werden.

Fraktionssprecher Frank-Peter Arndt sagt, dass der vorliegende Architektenentwurf den Forderungen einer geländeangepassten Bebauung nicht gerecht wird. Allerdings habe der Entwurf nicht anders ausfallen können. Denn Grundlage für die Planungen war der durch den Liquidator des IWF vorgegebene – nach Ansicht der SPD überhöhte – Kaufpreis für das Grundstück, der zwangsläufig zu vielen und zu hohen Gebäuden auf der Fläche führen musste.

Für die SPD stellt das IWF-Areal einen idealen Platz für mehrgeschossigen Wohnungsbau dar. Hier könne Mietwohnraum in unterschiedlichen Preissegmenten geschaffen werden, den Göttingen dringend benötigt, so Arndt.

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Er verdeutlicht auch, dass auf dem Gelände eine wissenschaftliche Nachnutzung durch Institute nicht möglich sei. Das hatte auch Oberbürgermeister Wolfgang Meyer (SPD) gegenüber der HNA noch einmal untermauert. „Ich habe mich dafür stark gemacht, aber es gab keine Möglichkeit.“

Klar ist auch, dass in jedem Fall die Kleingärten südlich des bebauten IWF-Geländes unangetastet bleiben – was natürlich im Bebauungsplan festgeschrieben werden muss, wie Arndt betont.

Die Bürgerinitiative Pro Nonnenstieg unterstützt die Forderung von Bündnis 90/Die Grünen nach einem Neustart der Planungen für das ehemalige IWF-Gelände (HNA berichtete): „Wir haben uns mit den drei großen Fraktionsgruppen des Stadtrats getroffen und über die geplante Bebauung intensiv diskutiert“, sagt Sprecherin Dr. Elizabeth Gregorius. „Wir hoffen auf einen echten Neuanfang und auf eine starke Einbindung der Bürger von Anfang an.“

Die Initiative hatte sich Ende Oktober 2012 kurz nach Bekanntwerden der Investorenpläne gegründet. Pro Nonnenstieg bündelt die vielen Stimmen des Protests in der Nachbarschaft. Viele Anwohner und Nachbarn des Geländes am Nonnenstieg 72 seien mit den geplanten Veränderungen in ihrem Viertel und auch mit der bisher mangelhaften Einbindung der Bürger unzufrieden, so die Sprecherin der BI. (tko)

• Infos: www.prononnenstieg.de und www.ebr-immobilien.com

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