Bestimmte Modalitäten für eine Rückführung seien einzuhalten

Bundesverwaltungsgericht: Göttinger Gefährder werden abgeschoben

Razzia in Göttingen: Am 9. Februar wurden in der Universtitätsstadt zwei Gefährder festgenommen, die einen Anschlag geplant haben sollen. An einem Auto prangte der Schriftzug „Im Auftrag des Islam“ . Foto: dpa

Göttingen. Die beiden in Göttingen am 9. Februar bei einer Razzia festgenommenen islamistischen Gefährder können abgeschoben werden.

Das Bundesverwaltungsgericht habe eine entsprechende Anordnung von Niedersachsens Innenminister Boris Pistorius (SPD) bestätigt, teilte das Ministerium am Dienstag mit.

Bestimmte Modalitäten für eine konkrete Rückführung seien noch einzuhalten. Die beiden saßen in Abschiebehaft in der Justizvollzugsanstalt Langenhagen.

Der 22-jährige nigerianische Staatsbürger und der 27 Jahre alte Algerier, die nach Auffassung der Polizei einen Terroranschlag geplant haben sollen, waren am 9. Februar bei einer Großrazzia festgenommen worden.

Die zwei polizeibekannten Gefährder waren seit Längerem in der Salafisten-Szene, länder- und bundesweit aktiv. Sie hatten nach den Ermittlungen der Polizei einen Anschlag vorbereitet.

Bei der Razzia mit 450 beteiligten Einsatzkräften am 9. Februar, als elf Wohnungen in Göttingen und ein Objekt in Kassel durchsucht wurden, stellte die Polizei umgebaute Waffen, Gaspistolen und eine Machete sowie scharfe Munition sicher, dazu Fahnen des Islamischen Staates (IS).

Gegen einen der in Göttingen unter Terrorverdacht festgenommenen Gefährder ermittelt die Generalstaatsanwaltschaft Celle wegen des Verdachts der Terrorismus-Finanzierung. Der 22-jährige nigerianische Staatsbürger soll Gelder gesammelt haben, mit denen die Ausreise Dritter in das syrische Kampfgebiet oder eine mögliche Anschlagplanung finanziert werden sollte.

Beide Männer hatte als Ausländer mit ihren Familien seit Jahren in Göttingen gelebt und „sporadisch gearbeitet“, wie der leitende Ermittler Volker Warnecke von der Polizei Göttingen sagte.

Der 27-Jährige habe zuletzt in einem Callcenter gejobbt, der 23-Jährige absolvierte eine Ausbildung zum Schneider. Sie galten als integriert, der ältere hatte auch Fußball im Verein gespielt, sei bei Mannschaftskollegen beliebt gewesen. Auch ein ehemaliger Lehrer hatte ihn als unauffälligen jungen Mann bezeichnet – aber auch als leicht beeinflussbar.

Die Frage, ob es in der Szene außer den beiden Festgenommenen weitere Gefährder gibt, denen Anschläge zugetraut werden, ließ die Polizei unbeantwortet. Ein Sprecher sagte aber, dem harten Kern der Szene würden bis zu acht Personen zugerechnet.

„Wenn man sieht, wie viele Wohnungen durchsucht wurden, dann wird klar, wie groß die engere Unterstützerszene in Göttingen in etwa ist“, hatte Bernd Wiesendorf von der Göttinger Polizei am Tag der Razzia gegenüber unserer Zeitung gesagt.

Archivvideo

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