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Bus-Linien: Ostviertel fühlt sich abgehängt

Umsteigepunkt im Busnetz: Während der Sitzung des Bauausschusses machte ein Zuhörer den Vorschlag, die Haltestelle „Weender Straße-West“ in „Carré“ umzubenennen. Foto: Schlegel
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Umsteigepunkt im Busnetz: Während der Sitzung des Bauausschusses machte ein Zuhörer den Vorschlag, die Haltestelle „Weender Straße-West“ in „Carré“ umzubenennen.

Göttingen. Erst seit einigen Tagen sind die Entwürfe für das künftige Liniennetz der Göttinger Stadtbusse, das im November 2014 eingeführt werden soll, bekannt. Inzwischen kommen erste Bedenken wegen einiger Linienführungen. Das wurde am Donnerstag in der Göttinger Bauausschussitzung bekannt.

Widerstand kündigt sich insbesondere aus dem Ostviertel an: Bislang fahren die Busse mitten durch das Wohngebiet. Zukünftig sollen die Busse über den Nikolausberger Weg und die Herzberger Landstraße geführt werden, also eher am Rand. Kritikpunkt: Für viele Bewohner des Viertels verlängert sich dadurch der Fußweg bis zur Haltestelle. Außerdem wird bemängelt, dass die Straße Nonnenstieg, an der ein großer Neubaukomplex auf dem Gelände des früheren Institutes für den Wissenschaftlichen Film entstehen soll, nicht direkt bedient wird. Weiterhin in der Kritik: Vom Ostviertel soll es nach dem Entwurf keine direkte Verbindung zum Bahnhof geben.

Bei der Vorstellung des Entwurfs im Ausschuss machten Vertreter der Göttinger Verkehrsbetriebe (GöVB) deutlich, dass das neue Liniennetz sich an der Nachfrage orientiere. Diese wird mit zehn speziellen Bussen, sogenannten Zähl-Bussen, ständig kontrolliert. Und gerade im Ostviertel seien die Fahrgastzahlen unterdurchschnittlich. Die neue, direkte Linienführung sei im Ostviertel gewählt worden, um in diesem Bereich die Reisezeiten deutlich zu senken. Sie sind laut GöVB ohnehin zu lang. Gleichzeitig machten die Vertreter der Verkehrsbetriebe deutlich, dass es sich bei dem Konzept um einen Entwurf handelt, der nun zur Diskussion stehe.

Während der Sitzung gab es einen konkreten Vorschlag eines Zuhörers: Er möchte, dass die Haltestelle „Weender Straße-West“ in „Carré“ umbenannt wird. Der Name des Einkaufszentrums sei vielen ein gängiger Begriff. Deshalb könne man ihn für den Haltestellennamen nutzen.

Im Grundsatz wurde der Netzentwurf von den Ausschussmitgliedern positiv aufgenommen. So wurde beispielsweise die bessere Anbindung des Bahnhofs in den Morgenstunden gelobt.

In den kommenden Wochen soll der neue Liniennetzplan in den Ortsräten diskutiert werden. Bereits im Dezember soll der Rat den Plan verabschieden. Der straffe Zeitplan ist notwendig, weil der neue Plan noch ein umfangreiches Genehmigungsverfahren durchlaufen muss.

Felicitas Oldenburg (FDP) und Gerd Nier (Die Linke) plädierten dafür, nicht nur einen Termin für ein öffentliches Forum zum künftigen Busnetz anzubieten. Hintergrund: Viele Bereiche der Kernstadt (zum Beispiel das Ostviertel) haben keinen Ortsrat, der ihre Interessen vertritt. Weitere detaillierte Infos zum Buskonzept gibt es im Internet. (bsc)

www.liniennetz.goettingen.de

Von Bernd Schlegel

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