Pro City: Ein verkaufsoffener Sonntag im Advent sollte drin sein

Mehr als nur Shoppen: Besondere Aktionen, wie hier beim Gänselieselfest 2016 in Göttingen, locken tausende Menschen in die Innenstadt. Mehr offene Sonntage soll es aber laut Pro City nicht geben – wünschenswert wäre einer im Advent. Foto: nh

Göttingen. Vier verkaufsoffene Sonntage pro Jahr sind in Niedersachsen zulässig. Die Landesregierung möchte einen weiteren Shopping-Sonntag für einzelne Läden und je Stadtbezirk möglich machen. Der Handelsverband Deutschland forderte kürzlich sogar bis zu zehn offene Sonntage pro Jahr. Der Göttinger Stadtmanagerin von Pro City, Frederike Breyer, ist das allerdings zu viel.

Sie findet die Regelung mit vier Sonntagen, an denen die Geschäfte öffnen dürfen für Göttingen in Ordnung. „Das ist ausreichend. Mehr sollten es nicht sein“, sagt Breyer und spricht damit für ihre Organisation der Händler in Göttingen. Die Regelung sei auch mit den Kirchen abgestimmt worden, die bekanntlich für die Arbeitnehmer den freien Sonntag – mit genannten Ausnahmen – propagieren.

Ein verkaufsoffener Sonntag sollte nach Beurteilung Breyers immer „an besondere Aktionen geknüpft und mit einem Programm verbunden sein“. Das heißt, so wie es Pro City hält: Aktionstage wie „Göttingen zieht an“ und das „Gänselieselfest“ bringen immer auch ein Kulturangebot mit sich, beleben die Innenstadt und schaffen ein besonderes Ambiente – und sind nicht nur ein zusätzlicher Einkaufstag.

Einen Wunsch hat Breyer aber doch: „Ein Sonntag im Dezember sollte möglich sein.“ Hintergrund der Forderung: In Niedersachsen sind die Sonntage im Advent, also vor Weihnachten, ausgenommen, das heißt, dann dürfen die Geschäfte nicht öffnen.

Der Handelsverband Deutschland hatte kürzlich eine bundesweit gültige, einheitliche Regelung für verkaufsoffene Sonntage gefordert: An zehn Sonntagen sollen von 13 bis 18 Uhr die Geschäfte öffnen, geht es nach dem Verband.

Der Bund reguliere hier über Gebühren die Wirtschaft und schaffe Standortnachteile, begründete Verbandspräsident Josef Sanktjohanser. Die Sonntage mit Geschäftsöffnungen würden die Innenstädte beleben, die Umsätze steigern und die Arbeitsverhältnisse durch die Zahlung von Zuschlägen attraktiver für die Arbeitnehmer machen.

Bislang regelt jedes der 16 Bundesländer selbst die Zahl der verkaufsoffenen Sonntage. In vielen Ländern sind wie in Niedersachsen vier erlaubt, in anderen aber auch mehr, so in Brandenburg und Berlin.

Das muss aber nicht automatisch die Zustimmung der Bürger finden, wie das Beispiel Münster zeigt. Dort gab es kürzlich einen Volksentscheid. Mit dem Ergebnis: Die Münsteraner lehnten eine vom Stadtrat beschlossene Ausweitung der verkaufsoffenen Sonntage ab, wie auch Frederike Breyer berichtet.

Sozialministerin Cornelia Rundt (SPD) sagt, die Landesregierung wolle einen ausgewogenen Ausgleich zwischen dem Schutz der Sonn- und Feiertagsruhe für Beschäftigten und den Interessen des Einzelhandels sicherstellen. Alle Beteiligten könnten sich mit Stellungnahmen in die Gesetzesnovellierung einbringen.

Von Thomas Kopietz

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