Niedersachsen

Corona-Ausbruch in ehemaligen Schlachthof - Mehrere Infizierte mit Johnson-&-Johnson geimpft

Bei einem Corona-Ausbruch in Niedersachsen haben sich 125 Mitarbeiter infiziert - darunter 36 vollständig Geimpfte. (Symbolbild)
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Bei einem Corona-Ausbruch in Niedersachsen haben sich 125 Mitarbeiter infiziert - darunter 36 vollständig Geimpfte. (Symbolbild)

In Niedersachsen hat sich ein Corona-Ausbruch in einem ehemaligen Schlachthof ereignet. Ein Teil der Infizierten ist mit dem Johnson-&-Johnson-Vakzin geimpft.

Georgsmarienhütte - Nach einem Corona-Ausbruch mit inzwischen 125 infizierten Beschäftigten ruht der Betrieb in einem Schlachthof in Georgsmarienhütte in Niedersachsen. Auffällig dabei: Ein Großteil der Belegschaft ist geimpft - mit dem Wirkstoff von Johnson & Johnson. Das berichtet svz.de. Auch das Robert-Koch-Institut (RKI) hatte zuletzt von immer mehr Impfdurchbrüchen berichtet.

Die 125 Betroffenen entsprechen in etwa der Hälfte der gesamten Belegschaft in der Produktion. Die Corona-Fälle waren im ehemaligen EGO-Schlachthof aufgetreten. Dieser gehört inzwischen zur Steinemann Holding. Steinemann-Geschäftsführer Carsten Knief sagte gegenüber der svz-Redaktion, dass die Hälfte der Produktionsmitarbeiter den Johnson-&-Johnson-Impfstoff gespritzt bekamen.

Corona-Ausbruch in Niedersachsen: 36 vollständig Geimpfte sind infiziert

Laut Knief befinden sind unter den Infizierten 36 vollständig Geimpfte. Seit Mai habe man allen Mitarbeiten eine Impfung gegen die Erreger über die Betriebsärzte angeboten. „In unserer Verwaltung sind mehr als 90 Prozent geimpft. In der Produktion ist die Impfbereitschaft leider geringer“, so der Geschäftsführer.

Die Skepsis sei bei den überwiegend rumänischen Mitarbeitern deutlich stärker ausgeprägt. „Wir versuchen die Impfmotivation in Gesprächen über die Abteilungsleiter deutlich zu erhöhen“, sagt Knief.

Johnson & Johnson
Gründung1886
SitzNew Brunswick, New Jersey (USA)
Mitarbeiter132.200
Umsatz82 Milliarden Euro

In der vergangenen Wochen wurden immer mehr Mitarbeiter positiv auf Corona getestet. Erst am Donnerstag (16.09.2021) meldete der Gesundheitsdienst von Stadt und Landkreis Osnabrück, dass sich weitere 22 Mitarbeiter des Schlachthofes infiziert haben. Mit Corona infiziert sind rund 85 Mitarbeiter mit Wohnsitz im Kreis Steinfurt, die vor allem in Tecklenburg untergebracht sind. Weitere 40 Personen leben in Stadt und Landkreis Osnabrück. In insgesamt 22 Fällen soll es sich um Betroffene handeln, die in Rumänien oder im Urlaub waren.

Corona-Ausbruch in Niedersachsen: Impfstoff von Johnson & Johnson in der Kritik

Der Pharma-Konzern Johnson & Johnson steht allgemein wegen eines vergleichsweise hohen Risikos für Impfdurchbrüche in der Kritik. Carsten Watzl, Generalsekretär der Deutschen Gesellschaft für Immunologie, sagte der Deutschen Presse-Agentur (dpa): „Nach der Impfung mit dem sogenannten Janssen-Impfstoff des Herstellers Johnson & Johnson dauert es länger als nach den mRNA-Impfungen, bis sich ausreichend Antikörper gebildet haben. Teilweise steigen die Spiegel mehr als einen Monat nach der Impfung noch an.“

Da die Antikörperspiegel deutlich unterhalb derer lägen, die durch die anderen Impfstoffe erzeugt werden, scheine der Schutz vor einer Corona-Infektion nach der Janssen-Impfung also deutlich schlechter, sagte Watzl. Dennoch schütze das Vakzin vor einem schweren Corona-Krankheitsverlauf.

Auch bei den geimpften Mitarbeitern des ehemaligen Schlachthofes in Niedersachsen treten bisher nur leichte Corona-Verläufe auf. „Sie merken die Infektion zum überwiegenden Teil nicht“, so Knief. (Jan Wendt)

Vor wenigen Tagen hat ein Gericht in Niedersachsen über die Maskenpflicht in Schulen entschieden.

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