Quarantäne im Grenzdurchgangslager

Corona in der Region Göttingen: Aufnahmestopp in Friedland - Weitere Tests am Montag

Das Symbolbild zeigt einen Mediziner zu Corona-Zeiten und einen Screenshot von Google Maps mit Friedland (Niedersachsen).
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Das Symbolbild zeigt einen Mediziner zu Corona-Zeiten und einen Screenshot von Google Maps mit Friedland (Niedersachsen).

Im Grenzdurchgangslager Friedland im Kreis Göttingen wurden 62 Personen positiv auf Corona getestet. Am Montag gibt es weitere Tests.

  • Corona-Ausbruch im Grenzdurchgangslager in Friedland im Landkreis Göttingen (Niedersachsen)
  • Derzeit sind 62 Personen in dem Lager in Niedersachsen mit Corona infiziert
  • Aufnahme vorerst gestoppt - Am Montag gibt es weitere Tests

Update vom Sonntag, 05.07.2020, 16.30 Uhr: Nach den Corona-Ausbrüchen in Standorten der Landesaufnahmebehörde (LAB) in Niedersachsen sollen am Montag (06.07.2020) weitere Tests anlaufen. Im Grenzdurchgangslager Friedland bei Göttingen sei ein Reihentest geplant, auch am Standort in Braunschweig seien weitere Tests vorgesehen, sagte eine Sprecherin der Behörde am Sonntag.

In Braunschweig waren 13 Neuankömmlinge positiv auf das Coronavirus getestet worden. Sie gehörten zu einer Gruppe von 45 Spätaussiedlern aus Kasachstan. Sie hätten inzwischen eine Quarantäne-Anweisung des Gesundheitsamtes bekommen, sagte die Sprecherin. Eigentlich hätten die Spätaussiedler ins Grenzdurchgangslager Friedland bei Göttingen gebracht werden sollen. Die Kapazität dort ist aber nach einem Corona-Ausbruch mit Dutzenden Infizierten erschöpft.

Update vom Freitag, 03.07.2020, 18 Uhr: Das Grenzdurchgangslager Friedland nimmt mit Blick auf die Corona-Häufung zunächst keine neuen Spätaussiedler auf. Das machte Hannah Hintze, Sprecherin der Landesaufnahmeeinrichtung Niedersachsen, am Freitag deutlich. Der Bund müsse nun für ihre entsprechende Unterbringung sorgen. Wo und wie das geschehen soll, blieb zunächst unklar.

Unterdessen hat die Friedländer Einrichtung im Kreis Göttingen Glück: 45 Spätaussiedler, die eigentlich nach Friedland kommen sollten, waren am Mittwoch in die Aufnahmeeinrichtung nach Braunschweig umgeleitet worden. 14 von ihnen wurden jetzt positiv auf das Coronavirus gestestet.

Corona-Ausbruch in Friedland (Landkreis Göttingen): Keine weiteren Spätaussiedler in Grenzdurchganslager

Es sei nicht ausgeschlossen, dass es nach dem Flug und der anschließenden Busreise weitere Fälle geben könnte. Nach Angaben von Hannah Hintze, Sprecherin der Landesaufnahmebehörde Niedersachsen, war die Gruppe in Frankfurt gelandet und mit dem Bus nach Braunschweig gebracht worden. In der Aufnahmestelle im Stadtteil Kralenriede seien sie getrennt von den Asylsuchenden dort untergebracht. „Wir stehen im Austausch mit dem Gesundheitsamt Braunschweig, inwiefern für die komplette Gruppe eine Quarantäne angeordnet wird und wann eine zweite Testung der bisher negativ Getesteten erfolgt“, sagte Hintze.

Im Grenzdurchgangslager Friedland im Kreis Göttingen, aus dem am Freitag insgesamt 62 Corona-Fälle gemeldet wurden, ist die Kapazität erschöpft. „Wir sind voll und können derzeit keine weiteren Menschen mehr aufnehmen“, sagte Hintze. Friedland hat eigentlich 700 Betten. Derzeit befinden sich 317 in der Einrichtung. Die Aufnahmegrenze sei aber erreicht, weil infizierte und gesunde Bewohner getrennt untergebracht würden. Landrat Bernhard Reuter (SPD) hatte am Donnerstag (02.07.2020) in einer Pressekonferenz gefordert, dass keine weiteren Spätaussiedler nach Friedland kommen.

Corona-Ausbruch in Friedland (Landkreis Göttingen): „Es geht um Menschen, die Angst haben“

Update vom Freitag, 03.07.2020, 14.09 Uhr: Einen eindringlichen Appell richtete Friedlands Bürgermeister Andreas Friedrichs (SPD) an den Bund. Er müsse schnell handeln und das Lager Friedland mit Blick auf die Corona-Krise entlasten und für den Schutz der Bevölkerung sorgen. „Wir sind der Aufgabe nicht gewachsen“, sagte Friedrichs. Ganz in der Nähe des Lagers seien unter anderem eine Krippe, zwei Kindergärten, eine Schule und ein Supermarkt zu finden.

Friedrichs: „Es geht um Menschen, die Angst haben.“ Bürgermeister Friedrichs machte zudem deutlich: Dass in der Gemeinde im Süden des Landkreises Göttingen Willkommenskultur gelebt werde, habe man während der Flüchtlingskrise vor fünf Jahren bewiesen. Mit Blick auf die Corona-Krise ist es für ihn unverständlich, dass so viele ungetestete Personen nach Friedland kommen. 

Corona-Ausbruch in Friedland (Landkreis Göttingen): Sommerzeit ist Reisezeit für Spätaussiedler

Die Verantwortlichen des Landkreises Göttingen rechnen damit, dass in den kommenden Wochen viele weitere Spätaussiedler nach Deutschland kommen wollen. Das hat gleich mehrere Gründe: Über mehrere Monate gab es wegen der Corona-Krise kaum beziehungsweise keine Flüge aus vielen Bereichen der ehemaligen Sowjetunion nach Deutschland. Das führte zu einem Stau bei der Übersiedlung nach Deutschland. Deshalb sitzen jetzt viele Familien auf gepackten Koffern, machte Kreisrätin Marlies Dornieden (CDU) deutlich.

Schild der Landesregierung Niedersachsen am Grenzdurchgangslager Friedland

Außerdem ist der Sommer die beliebteste Zeit für den Schritt aus der früheren Sowjetunion in die Bundesrepublik. Grund: Auch in den Herkunftsgebieten endet im Sommer das Schuljahr, sodass die Kinder nach der Ankunft in Deutschland in den Unterricht gehen können. Außerdem nutzen viele Spätaussiedler die Ferienzeit, um die umfangreichen Formalitäten für Einbürgerung in Deutschland zu absolvieren.

Dem Grenzdurchgangslager Friedland kommt dabei für die jährlich etwa 8000 Neuankömmlinge, die unter die Spätaussiedler-Regelung fallen, eine zentrale Bedeutung zu. Dort durchlaufen alle Spätaussiedler, die in die Bundesrepublik kommen, das Verfahren. Das dauert in der Regel sieben bis acht Werktage. Das soll jetzt aber möglicherweise deutlich verkürzt werden. Außerdem soll über einen zweiten Standort für das Einbürgerungsverfahren nachgedacht werden.

Corona-Ausbruch in Friedland (Landkreis Göttingen): Landrat mit klarer Ansage an den Bund

Update vom Donnerstag, 02.07.2020, 18.46 Uhr: Die Zahl der Corona-Infizierten im Grenzdurchgangslager Friedland (Landkreis Göttingen) ist auf 61 angewachsen – unter ihnen sind 51 Spätaussiedler, drei Asylbewerber und sieben Mitarbeiter. Sie alle haben milde oder gar keine Krankheitssymptome, wurde am Donnerstag bekannt.

Am vorvergangenen Wochenende war der Corona-Ausbruch im Grenzdurchgangslager bekannt geworden. Der Landkreis Göttingen fordert nun vom Bund, dass Spätaussiedler an anderen Orten direkt nach der Einreise in Quarantäne gehen. Notfalls werde er einen Aufnahmestopp für das Lager Friedland verhängen, kündigte Landrat Bernhard Reuter an.

„Der Schlüssel in dieser Angelegenheit liegt beim Bund“, machte Reuter im Kreishaus deutlich. Der Landrat des Kreises Göttingen hält engen Kontakt zum Land Niedersachsen und hat Hannover aufgefordert, das Heft in die Hand zu nehmen, sollte der Bund nicht reagieren. Am Mittwoch sollte eine weitere Reisegruppe mit Spätaussiedlern im Grenzdurchgangslager ankommen. Sie wurde nach Braunschweig umgeleitet, um das Lager Friedland zu entlasten. Zusätzlich werden in dieser Woche noch zwei weitere Flüge mit Spätaussiedlern erwartet.

Corona-Ausbruch in Friedland (Landkreis Göttingen): Entlastung geplant

Zunächst sollen etwa 100 Asylbewerber, die dreimal negativ getestet wurden, von Friedland in andere Aufnahmeeinrichtungen des Landes nach Osnabrück und Braunschweig gebracht werden – ebenfalls um Friedland zu entlasten. Die ersten Corona-Fälle im Lager waren am vorletzten Juni-Wochenende bekannt geworden. Bislang gab es in Friedland drei Massentests. Im Grenzdurchgangslager wohnen 194 Spätaussiedler sowie 123 Asylbewerber.

Der Landkreis Göttingen unterstützt das Lager Friedland nach Kräften. Dabei geht es beispielsweise um die Aufstellung von zusätzlichen Toilettenwagen, um die Einhaltung der Hygienevorgaben zu verbessern. In vielen Bereichen der Landesaufnahmeeinrichtung gilt zudem die Pflicht zum Tragen eines Mund-Nasen-Schutzes. Außerdem wird das Essen nicht mehr in der Kantine, sondern auf den Zimmern serviert.

Corona-Ausbruch in Friedland (Landkreis Göttingen): Zahl der Infizierten steigt

Update vom Donnerstag, 02.07.2020, 14.07 Uhr: Die Zahl der Corona-Infektionen im Grenzdurchgangslager Friedland im Landkreis Göttingen ist weiter gestiegen. Bei den jüngsten Untersuchungen seien elf weitere Aussiedler positiv getestet worden, sagte eine Sprecherin der niedersächsischen Landesaufnahmebehörde (LAB) am Donnerstag. Die Gesamtzahl der mit Corona Infizierten betrage inzwischen 59. Betroffen seien knapp 50 Spätaussiedler, aber auch einige Asylsuchende und Mitarbeiter der Einrichtung. Weil infizierte und gesunde Bewohner getrennt untergebracht würden, sei die Kapazität des Lagers erschöpft. „Wir sind voll und können derzeit keine weiteren Menschen mehr aufnehmen“, sagte die LAB-Sprecherin. Friedland hat eigentlich 700 Betten. Derzeit befinden sich 317 in der Einrichtung.

Nachdem das Coronavirus Sars-CoV-2 vor gut einer Woche bei einer neu angekommenen Familie nachgewiesen worden war, wurden Bewohner und Mitarbeiter der Einrichtung sowie die neu ankommenden Spätaussiedler nach und nach getestet. Einige Ergebnisse stehen nach Angaben der Aufnahmebehörde im Landkreis Göttingen noch aus.

Corona-Ausbruch in Friedland (Landkreis Göttingen): Mittlerweile 48 positiv auf Corona getestet  

Update vom Montag, 29.06.2020, 14.00 Uhr: Die Zahl der Infizierten im Grenzdurchgangslager hat sich am Montag nicht weiter erhöht und liegt bei 48. Darunter seien 28 Spätaussiedler, sieben Bedienstete und drei Asylsuchende. Alle zeigten nur leichte oder gar keine Symptome. Nach dem Corona-Ausbruch im Grenzdurchgangslager Friedland im Landkreis Göttingen sollen Neuzugänge nun auf eine mögliche Infektion getestet werden.

Corona-Ausbruch in Friedland (Landkreis Göttingen): Ergebnisse werden gesammelt vorgelegt werden

Ergebnisse lägen noch nicht vor, sagte eine Sprecherin der Landesaufnahmebehörde Niedersachsen am Montag. Für Dienstag sei der nächste Reihentest geplant, die Ergebnisse würden dann gesammelt vorgelegt.  Die Bewohner seien kooperativ, alle hielten sich an die Quarantäne. Insgesamt 48 Menschen im Grenzdurchgangslager sind infiziert, betroffen sind Geflüchtete, Spätaussiedler und Mitarbeiter der Einrichtung.

Die positiv getesteten Bewohner werden separat von den anderen untergebracht. Die Kapazität dafür sei da – derzeit seien von 700 Unterbringungsplätzen 276 belegt, sagte die Sprecherin.  In der vergangenen Nacht sind erneut 39 Spätaussiedler angekommen, die in dem einzigen noch freien Gebäude untergebracht worden seien, sagte die Sprecherin der Landesaufnahmebehörde Niedersachsen, Hannah Hintze, am Montag.

Corona-Ausbruch in Friedland (Landkreis Göttingen): Nächster Reihentest für Dienstag angesetzt

Sie sollen am Dienstag im Rahmen eines weiteren Reihentests auf das Coronavirus getestet werden. Damit stünden nun keine Plätze mehr für eine getrennte Unterbringung von Neuankömmlingen zur Verfügung. Hintze machte am Montag deutlich: „Unsere Kapazitäten sind erschöpft. Sollten weitere Spätaussiedler kommen, so könnten wir keine räumliche Trennung für die einzelnen Gruppen mehr vornehmen.“

Dadurch könnte die Gefahr von Infektionen weiter steigen. Die Behörde dränge darauf, dass Spätaussiedler ab sofort bereits an den Ankunftsflughäfen getestet werden, sagte Hintze. Das Innenministerium in Hannover sei darüber mit dem Bundesinnenministerium in Verhandlungen. Seit das Virus in der vergangenen Woche vermutlich von Spätaussiedlern in das Lager getragen wurde, werden alle neu Ankommenden zunächst in eigenen Gebäuden untergebracht und dann getestet.

Corona-Ausbruch in Friedland (Landkreis Göttingen): Aufnahme Stopp für Asylbewerber seit einer Woche

So soll eine Ausbreitung des Virus unter den Bewohnern vermieden werden. Asylbewerber würden bereits seit der vergangenen Woche nicht mehr aufgenommen, sondern an das Ankunftszentrum Bad Fallingbostel-Oerbke weitergeleitet, sagte Hintze. Für Spätaussiedler sei Friedland jedoch die bundesweit einzige Anlaufstelle.

Insgesamt leben im Lager Friedland den Angaben zufolge derzeit 191 Spätaussiedler und 123 Asylsuchende. Platz wäre eigentlich für 700 Personen. Aus den übrigen Standorten der Landesaufnahmebehörde in Osnabrück, Braunschweig, Bramsche, Fallingbostel und Oldenburg seien keine Infizierten gemeldet. Insgesamt lebten derzeit rund 2800 Personen in den Einrichtungen.

Corona-Ausbruch im Grenzdurchgangslager in Friedland (Landkreis Göttingen)

Corona-Ausbruch in Friedland (Landkreis Göttingen): Weitere 21 positive Corona-Tests

Update vom Samstag, 27.06.2020, 14.00 Uhr: Das Grenzdurchgangslager Friedland (Niedersachsen) wird mit Blick auf das Coronavirus zu einem Hotspot. Neuankömmlinge bringen den Erreger möglicherweise mit. Am Samstag (27.06.2020) wurden weitere 21 positive Tests aus der Einrichtung bekannt.

Corona-Ausbruch in Friedland (Landkreis Göttingen): Neuankömmlinge positiv getestet

Unter ihnen sind 14 Spätaussiedler. Sie sind Teil einer 45-köpfigen Gruppe, die im Laufe der Woche aus Kasachstan kommend in Friedland eintraf. Sechs weitere Mitarbeiter auf dem Lagergelände sowie eine Asylbewerberin, die sich dort aufhält, wurden unterdessen ebenfalls positiv getestet, wie Hannah Hintze, Pressesprecherin der Landesaufnahmeeinrichtung Niedersachsen, am Samstag sagte. 

Bereits zu Wochenbeginn waren positive Tests von insgesamt 21 Bewohnern und eine Mitarbeiterin auf dem Lagergelände bekannt geworden. Ursprung dieser Fälle war eine neu angekommene Familie. Am Freitag traf eine weitere 28-köpfige Gruppe mit Spätaussiedlern aus Moskau kommend in Friedland ein. Laut Hintze wurden bei ihnen zunächst keine Krankheitssymptome festgestellt. Sie wurden ebenfalls sofort auf das Corona-Virus getestet. Die Ergebnisse lagen am Samstag noch nicht vor. Hintze kann nicht ausschließen, dass es unter den Familienangehörigen der Spätaussiedler weitere Infizierte gibt. Um einen genauen Überblick zum Infektionsgeschehen im Lager Friedland zu bekommen, soll es am Dienstag dort einen weiteren Massentest mit allen mehr als 200 Bewohnern geben. Alle Bewohner des Lagers, auch die negativ getesteten, sollen die Einrichtung nicht verlassen.

Corona-Ausbruch in Friedland (Landkreis Göttingen): Test nach Einreise?

Die Landesaufnahmeeinrichtung hat das Bundesinnenministerium gebeten, die Aufnahmepraxis für Spätaussiedler zu überdenken. Bislang reisen sie nach der Ankunft in Deutschland – in der Regel mit dem Flugzeug in Frankfurt – direkt nach Friedland weiter. Denkbar wäre es, die Neuankömmlinge in Südhessen zunächst zu testen, bevor sie nach Südniedersachsen kommen.

Kritik an der aktuellen Aufnahmepraxis kommt vom Göttinger Bundestagsabgeordneten Jürgen Trittin (Bündnis 90/Die Grünen): Für ihn ist es verwunderlich, dass die Spätaussiedler nicht bereits am Flughafen Frankfurt auf das Corona-Virus getestet werden. Deshalb hat er eine schriftliche Anfrage an die Bundesregierung gestellt und will wissen, was Berlin tut, um eine Verbreitung des Virus im Grenzdurchgangslager Friedland zu unterbinden.

Corona-Ausbruch in Friedland (Landkreis Göttingen): Warnwert überschritten

Update vom Mittwoch, 24.06.20, 19.40 Uhr: Dreimal in Folge wurde in dieser Woche in der Region Göttingen der Warnwert von 50 Corona-Neuinfektionen pro 100 000 Einwohner binnen sieben Tagen überschritten. Das könnte Auswirkungen auf Urlaube von Bewohnern aus Stadt und Landkreis Göttingen haben.

Der Grund: In Mecklenburg-Vorpommern und Bayern gilt eine Sperre für Gäste aus Regionen, bei denen der Wert oberhalb 50 liegt. Eine Ausnahme gilt aber dann, wenn die Touristen einen aktuellen negativen Corona-Test vorlegen.

Corona-Ausbruch in Friedland (Landkreis Göttingen): Göttinger erleben keine Reisebeschränkungen

Nach dem massenhaften Corona-Ausbruch rund um die Fleischfabrik Tönnies im westfälischen Rheda-Wiedenbrück hat unterdessen auch Niedersachsen ein Beherbergungsverbot für Touristen erlassen – allerdings nur für jene aus den beiden belasteten NRW-Landkreisen Gütersloh und Warendorf. 

Für Gäste aus der Region Göttingen, die in Niedersachsen Urlaub machen, gilt das aber nicht. Der Grund: Die Situation in den abgrenzbaren Hochhäusern der Uni-Stadt sei längst nicht so dramatisch wie in den NRW-Kreisen, wo die Fleischarbeiter und ihre Familien weit verstreut wohnten, begründete die SPD/CDU-Landesregierung ihre intern umstrittene Sondervorschrift.

Corona-Ausbruch in Friedland (Landkreis Göttingen): Mehr Infizierte

Update vom Mittwoch, 24.06.20, 13.08 Uhr: Die Corona-Fallzahlen steigen: 21 Bewohner - statt vorher 19 - und eine Mitarbeiterin einer Hilfsorganisation sind im Grenzdurchgangslager Friedland im Landkreis Göttingen mit dem Coronavirus infiziert. Das Land Niedersachsen arbeitet an einem Konzept, um alle Neuankömmlinge zu testen. Der Corona-Ausbruch war am Dienstag bekannt geworden. Ausgangspunkt war vermutlich eine neu angekommene Familie. 

Nachdem einige Familienmitglieder in der vergangenen Woche Symptome gezeigt hatten, gab es Corona-Reihentests bei 196 Bewohnern und rund 20 Mitarbeitern im Grenzdurchgangslager Friedland im Landkreis Göttingen. Weitere Bewohner, die nicht anwesend waren, sollen bei einer erneuten Reihenuntersuchung am Donnerstag erstmals getestet werden. 

Alle mit dem Coronavirus infizierten Bewohner und deren Familienangehörige sind inzwischen in einem separaten Gebäude untergebracht, das eigens für solche Fälle existiert. Damit ist auch die Bevölkerung von Friedland im Landkreis Göttingen geschützt. Außerdem wurden umfangreiche Regelungen erlassen.

Corona-Ausbruch im Grenzdurchgangslager in Friedland (Landkreis Göttingen)

Ursprüngliche Meldung: Friedland - Im Grenzdurchgangslager Friedland bei Göttingen hat es einen Corona-Ausbruch gegeben. Derzeit seien 19 Geflüchtete der insgesamt 190 Bewohner und eine Mitarbeiterin mit dem Virus infiziert, sagte die Sprecherin der Landesaufnahmebehörde Niedersachsen, Hannah Hintze, am Dienstag. Die Personen seien nun mit ihrer jeweiligen häuslichen Gemeinschaft isoliert untergebracht worden.

Corona-Ausbruch in Friedland (Landkreis Göttingen): Reihentestung veranlasst

Zunächst sei bei einer neu ankommenden Familie am vergangenen Mittwoch (17.06.2020) ein Verdachtsfall aufgetreten, sagte Hintze. Diese sei umgehend getrennt von den anderen Bewohnern untergebracht worden, habe aber bei der Anreise Kontakt zu weiteren Flüchtlingen gehabt. Am Sonntag (21.06.2020) habe der Landkreis Göttingen dann bei allen Bewohnern und den Mitarbeitern eine Reihentestung veranlasst. Diese soll am kommenden Donnerstag erneut wiederholt werden.

Corona-Ausbruch in Friedland (Landkreis Göttingen): Erstaufnahme für Geflüchtete in Niedersachsen 

2011 wurde Friedland eine der Erstaufnahme-Stellen des Landes Niedersachsen für Asylsuchende. Flüchtlinge aus sogenannten humanitären Aufnahmeprogrammen wie etwa aus Syrien werden ebenfalls in dieser Einrichtung registriert und dann auf andere Bundesländer weiterverteilt. Das Grenzdurchgangslager nimmt zudem bis heute alle in die Bundesrepublik einreisenden Spätaussiedler und jüdischen Zuwanderer aus der ehemaligen Sowjetunion auf. Mehr über die Geschichte des Grenzdurchgangslagers können Interessierte im Museum Friedland erfahren.

Corona-Ausbruch in Göttingen

Zuletzt kam es auch im Stadtgebiet Göttingen (Niedersachsen) zu zwei Corona-Ausbrüchen. Hier infizierten sich Bewohner aus zwei Hochhaus-Komplexen mit dem Virus. Auch bei diesem Ausbruch wurde eine Reihentestung aller Bewohner der betroffenen Hochhaus-Komplexe in Göttingen durchgeführt. Dafür wurde die Tiefgarage eines Hauses und Busse genutzt. 

Zwischenzeitlich kam es aufgrund der Quarantäne-Anordnung in einem Komplex zu Ausschreitungen, bei denen die Polizei eingreifen musste. Dabei wurden mehrere Beamte verletzt. Die Corona-Fallzahlen in Göttingen* und Umgebung steigen weiter an.

Durch den Ausbruch in Friedland will die Landesregierung mehr Flüchtlinge testen. Alle Infos zu aktuellen Entwicklungen der Corona-Krise in Niedersachsen gibt es im News-Ticker.  

Von Bernd Schlegel

*hna.de ist Teil des bundesweiten Ippen-Digital-Redaktionsnetzwerks

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