Schwache Nieren können Hinweis sein

Göttinger Expertenteam: Einfacher Test als frühes Warnzeichen für schweren Covid-19-Verlauf?

Corona-Forschung am Uni-Klinikum Göttingen: Expertenteam ist überzeugt, dass ein Urintest ein Frühwarnsignal für einen schweren Covid-19-Verlauf sein kann.
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Corona-Forschung am Uni-Klinikum Göttingen: Expertenteam ist überzeugt, dass ein Urintest ein Frühwarnsignal für einen schweren Covid-19-Verlauf sein kann.

Corona-Forschung in Göttingen: Ein einfacher Urintest soll Ärzten helfen, früh Warnzeichen für einen bevorstehenden schweren Verlauf der Covid-19-Erkrankung zu erkennen.

  • Corona-Forschung in Göttingen zu schweren Covid-19-Erkrankungen.
  • Expertenteam identifiziert einfachen Test als frühes Warnzeichen.
  • Schwache Nieren deuten wohl den schweren Verlauf an.

Göttingen - Die Ergebnisse könnten eine Nierenentzündung belegen, die ein Indikator für eine spätere schwere Covid-19-Erkrankung sein könnte. Das hat ein Expertenteam der Universitätsmedizin Göttingen (UMG) herausgefunden und daraus einen Handlungspfad für Corona entwickelt.

Corona-Forschung in Göttingen: Test soll helfen Todesfälle zu verhindern

Anhand weniger Parameter  des Tests kann so, noch Tage bevor Lunge und andere Organe schwer versagen, mit der Behandlung drohender Komplikationen bei Corona begonnen werden, teilen die UMG-Wissenschaftler mit. Damit ließen sich bei vielen Erkrankten lebensbedrohliche Verschlechterungen und Todesfälle verhindern.

Corona-Forschung in Göttingen: Test könnte eine schnellere Prognose ermöglichen

„Wenn sich die Befunde des Ärzteteams der UMG Göttingen bestätigen, hätte dies einen nachhaltigen Effekt. So könnte künftig im Vorfeld die Notwendigkeit einer kommenden Corona-Behandlung auf Intensivstation vorhergesagt werden“, sagt die Senior-Autorin der Publikation, Prof. Dr. Simone Scheithauer, Direktorin des Instituts für Krankenhaushygiene und Infektiologie der UMG. 

Prof. Simone Scheithauer, Direktorin UMG-Institut für Krankenhaushygiene und Infektiologie.

„Zudem könnten Patienten früher und zutreffender für spezielle Therapien zugeordnet werden – auch bei Medikamentenstudien. Durch das frühe Erkennen des Capillary-Leak-Syndroms könnten symptomatische präventive Therapien eingeleitet werden und vielleicht sogar lebensbedrohliche Verläufe bei Corona verhindert werden“, sagt Scheithauer.

Corona-Forschung in Göttingen: Laut Expertenteam werden bei Covid-19 Nieren früh geschädigt

Bei der stationären Behandlung von Covid-19 Infektionen war den UMG-Experten aus Göttingen aufgefallen, dass gerade bei den Schwerstkranken – neben Lunge und Herz – schon früh die Nieren mit betroffen sind. Daraufhin hatten die Ärzte begonnen, ihre Befunde mit Experten aus dem Uni-Klinikum Hamburg-Eppendorf und anderen deutschen Uni-Kliniken zu evaluieren und zu diskutieren, sowie sich zudem mit Fachleuten aus Italien, China, England und den USA zu Corona ausgetauscht.

Corona-Forschung in Göttingen: Gewebeuntersuchungen stützen die Forschungsergebnisse

Gewebeuntersuchungen an Verstorbenen unterstützen die Vermutung, dass aufgrund der Dramatik der Erkrankung der anderen Organe die frühe Nierenbeteiligung bei Corona bisher vernachlässigt wurde.

Corona-Forschung in Göttingen: Experten identifizieren drei wichtige Werte

Die drei Parameter – Albumin im Blut, Albumin im Urin und Antithrombin III – dienen mit dem Urintest dazu, das „Capillary-Leak-Syndrom“ zu diagnostizieren, einen lebensbedrohlichen Verlust von Blutbestandteilen und Eiweiß aus dem Blut in das (Lungen-)Gewebe durch ein vom Corona-Virus ausgelöstes generelles Leck der kleinen Blutgefäße. Anhand der drei Parameter erfolgt die Risikoeinstufung der Patienten.

Prof. Oliver Gross, Oberarzt Klinik für Nephrologie und Rheumatologie der UMG.

„Ist auch nur einer von drei Parametern schwer verändert, besteht ein hohes Risiko, dass sich die Covid-19-Erkrankten auf Normalstation zeitnah verschlechtern, auf die Intensivstation verlegt werden müssen oder sich der Verlauf auf Intensivstation noch verschlechtert“, erläutert der Erst-Autor der Publikation, Prof. Dr. Oliver Gross, Oberarzt in der Klinik für Nephrologie und Rheumatologie der UMG Göttingen.

Originalveröffentlichung: The Lancet

Von Thomas Kopietz

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