Corona in Niedersachsen

Betrüger ergaunern Corona-Hilfen in Millionenhöhe - über 1000 Verfahren eingeleitet

Mehrere 500-Euro-Geldscheine stapeln sich.
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Corona-Hilfen in Niedersachsen: Es geht um Betrug in Millionenhöhe - mehr als 1000 Ermittlungsfahren wurden eingeleitet.

Die Corona-Hilfen sollen kleine Unternehmen und Freiberufler während der Krise finanziell unterstützen. Doch Betrüger haben das System ausgenutzt und Millionen abgegriffen.

  • Niedersachsen wollte mit Corona-Hilfen die finanziellen Auswirkungen der Pandemie abmildern.
  • Die Finanzspritzen zogen Betrüger an.
  • Allein in Niedersachsen wurden über 1000 Ermittlungsverfahren eingeleitet.

Hannover - Bund und Länder wollten Unternehmen in der Corona-Krise mit schnellen, unbürokratischen Finanzspritzen unterstützen. Die finanziellen Hilfen zogen aber auch viele Betrüger an.

Corona in Niedersachsen: Betrüger ergaunern sich Hilfen in Millionenhöhe

Die Justiz in Niedersachsen arbeitet weiter an der Aufklärung von zahlreichen Betrugsfällen bei Corona-Hilfen. Die Anzahl der eingeleiteten Ermittlungsverfahren stieg Anfang Oktober auf 1052 Fälle. Das teilt ein Sprecher des Justizministeriums in Hannover mit. Im Vormonat vermeldeten die Staatsanwaltschaften in Niedersachsen noch 916 Verfahren.

Die bisher entstandene Schadenssumme bei Corona-Soforthilfen liegt aktuell bei rund 8,2 Millionen Euro - allein in Niedersachsen. Einen Monat zuvor lag die Summe bei 7,4 Millionen Euro. Die Summe der vorläufig gesicherten Gelder wuchs von knapp 600.000 Euro auf rund 837.000 Euro.

Corona-Hilfen: Staatsanwaltschaft Niedersachsen hat Betrüger in 64 Fällen angeklagt

Die Staatsanwaltschaft Niedersachsen hat Corona-Hilfen-Betrüger bereits in 64 Fällen angeklagt oder einen Strafbefehl erlassen. Laut Ministerium sind 12 Fälle abgeschlossen. Die Staatsanwaltschaft Hannover führt die meisten Ermittlungsverfahren. Aktuell bearbeiten die Beamten 427 Verfahren wegen Betrugs bei Corona-Hilfen. In Hildesheim werden 121 Verfahren geführt, in Braunschweig 91.

Niedersachsen: Corona-Hilfen sollten kleine Unternehmen finanziell unterstützen

Das Land Niedersachsen wollte mit den Corona-Hilfen kleine Unternehmen, Freiberufler und Solo-Selbstständige finanziell bezuschussen, deren Existenz wegen der ausgebrochenen Pandemie bedroht war. Drohende Insolvenzen und Mitarbeiter-Entlassungen sollten mit dem politischen Schritt vermieden werden. Die finanzielle Unterstützung konnte bis zum 31.05.2020 bei der NBank beantragt werden. Ein Rechtsanspruch auf die Corona-Hilfen bestand laut dem Land Niedersachsen nicht.

Zudem konnten Angehörige freier Berufe und kleine Unternehmen bis Ende September einen „Niedersachsen-Liquiditätskredit“ beantragen. Dieser wurde von der NBank in einer Höhe von bis zu 50.000 Euro gewährt - auch ohne Sicherheiten. (Jan-Frederik Wendt)

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