Pandemie

Niedersachsen: Land verkürzt Abstand zwischen Corona-Impfungen mit Astrazeneca

Schlangestehen vor dem Corona-Impfzentrum: In Niedersachsen stehen hunderttausende Menschen noch auf der Warteliste. Ab Juli sollen auch diese so schnell wie möglich ein Impfangebot erhalten.
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Schlangestehen vor dem Corona-Impfzentrum: In Niedersachsen stehen hunderttausende Menschen noch auf der Warteliste. Ab Juli sollen auch diese so schnell wie möglich ein Impfangebot erhalten.

Ab Juli soll in Niedersachsen mehr Corona-Impfstoff verfügbar sein. Zudem wird der zeitliche Impfabstand zwischen den Astrazeneca-Impfungen verkürzt. 

Göttingen - Damit die Corona-Impfkampagne auch in Niedersachsen noch vor der Urlaubszeit und den Sommerferien an Fahrt aufnimmt, sollen den Impfzentren schon bald deutlich mehr Impfdosen zur Verfügung stehen. Besonders Gesundheitsministerin Daniela Behrens (SPD) begrüßt diesen Lieferschub an Corona-Impfstoff.

Aus einer offiziellen Pressemitteilung des Niedersächsischen Ministeriums für Soziales, Gesundheit und Gleichstellung geht hervor, dass das Bundesland ab 1. Juli mehr als 300.000 Dosen für die lokalen Impfzentren bekommen soll. Die Lieferankündigung des Bundes beträgt damit deutlich mehr als noch vor einigen Tagen angenommen.

Ab Juli: Mehr als 300.000 Corona-Impfdosen für Niedersachsen

„Wir freuen uns, dass die Hersteller nun doch deutlich mehr liefern können als bis zuletzt noch angekündigt war. Das wird der Impfkampagne in Niedersachsen vor den Sommerferien noch einmal einen richtigen Schub geben“, sagt Daniela Behrens. 34,8 Prozent der niedersächsischen Bürgerinnen und Bürger sind bereits vollständig gegen Corona geimpft (Stand: 29.06.2021) - 155.000 Personen stehen allerdings noch auf der Warteliste der Impfzentren. Diese könnten mit der erhöhten Lieferankündigung ab Juli aber möglichst zeitnah ein Terminangebot bekommen.

„In einigen Regionen ist die Warteliste mittlerweile sogar schon vollständig abgearbeitet, sodass die Landkreise und kreisfreien Städte vor Ort niedrigschwellige Sonderimpfaktionen anbieten können. Insbesondere an den Wochenenden im Juli wollen wir mit Impfaktionen im Land dafür werben, dass die Niedersächsinnen und Niedersachsen sich auch kurzfristig impfen lassen“, so Behrens.

Gesundheitsministerin von Niedersachsen Daniela Behrens (SPD) begrüßt die erhöhte Menge an Corona-Impfstoff ab Juli und äußert einen dringenden Appell an die Bevölkerung.

Corona in Niedersachsen: Astrazeneca-Impfintervall verkürzt - Behrens mit Bitte an Bevölkerung

Mit Blick auf die bevorstehenden Schulferien und der rasanten Ausbreitung der indischen Delta-Variante hat die SPD-Politikerin eine klare Botschaft: „Erst impfen, dann die Ferien genießen.“ Behrens warnt vor allem vor Leichtsinn sowie vor Reisen in Risiko- und Virusvarianten-Gebiete. „Wir raten ganz ausdrücklich von allen nicht zwingend erforderlichen Reisen in diese Gebiete ab. Jede Reise dorthin birgt das Risiko eines Eintrags der Delta-Variante nach Niedersachsen und gefährdet damit die Erfolge im Kampf gegen die Pandemie in den vergangenen Wochen.“ Der Anteil der Delta-Mutation bei den Corona-Neuinfektionen steigt in Niedersachsen derzeit enorm an.

In zahlreichen Impfzentren stehen zudem aktuell Termine für Corona-Impfungen mit dem Astrazeneca-Vakzin zur Verfügung. Das Land Niedersachsen will die Zeit zwischen der Erst- und Zweitimpfung daher nun verkürzen. Anstatt zwölf sollen ab Juli nur noch neun Wochen dazwischenliegen. „Es hat sich herausgestellt, dass die Schutzwirkung der Impfung mit Astrazeneca in den ersten neun Wochen schnell ansteigt, danach nimmt die Wirkung nur noch langsam und gering zu“, erklärt die niedersächsische Gesundheitsministerin. Eine Verkürzung des Impfintervalls sei aus diesem Grund sinnvoll und soll zudem eine Impfung mit „Vaxzevria“ von Astrazeneca attraktiver machen.

Das Ziel von Niedersachsen ist es außerdem, allen Impfwilligen eine zweite Dosis vor dem geplanten Rückbau der Impfzentren zum 30. September 2021 zu ermöglichen. Ab Oktober sollen dann schließlich nur noch mobile Impfteams und Hausärzte Corona-Impfungen verabreichen. „Die Beschäftigten und die Verantwortlichen der Impfzentren haben in den vergangenen Wochen und Monaten einen hervorragenden Job gemacht. Ohne sie wären wir mit den Impfungen nicht so weit, wie wir heute bereits sind“, betont Behrens lobend. (Alina Schröder)

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