Impfpflicht „nicht nötig“

Corona in Niedersachsen: Impfaktion für Jugendliche am Wochenende

In Niedersachsen steigen die Corona-Inzidenzen. Über eventuelle Einschränkungen will der Corona-Krisenstab des Landes beraten. (Symbolbild)
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In Niedersachsen steigen die Corona-Inzidenzen. Über eventuelle Einschränkungen will der Corona-Krisenstab des Landes beraten. (Symbolbild)

In Niedersachsen steigen die Corona-Inzidenzen wieder an. Der Krisenstab hat sich zur aktuellen Lage geäußert und eine große Impfaktion angekündigt.

Update vom Dienstag, 13.07.2021, 14.29 Uhr: Auf der wöchentlichen Pressekonferenz des niedersächsischen Corona-Krisenstabs wurde über die aktuelle Pandemie-Lage berichtet – und gewarnt. Das Infektionsgeschehen in Niedersachsen sei derzeit zwar noch entspannt, steige aber langsam mit einer „Tendenz nach oben“, so die stellvertretende Krisenstabs-Leiterin Claudia Schröder. Dies habe aber auch mit den veranlassten Lockerungen zu tun. Angesichts der Delta-Variante müsse man sich die Zahlen aber weiter genauer anschauen. Auch auf die Regionen, die an die Niederlande grenzen, müsse man besonders achten.

Die momentan geringe Infektionslage spiegele sich derweil in den niedersächsischen Krankenhäusern wider: aktuell werde sich um 21 Intensivpatienten gekümmert, davon müssten laut Schröder 14 Personen künstlich beatmet werden.

Niedersachsen: Corona-Impfaktion für Kinder und Jugendliche am Sonntag (18.07.2021)

Bezüglich der Impfkampagne hieß es, dass man weiter „sehr, sehr gut“ impfe. Momentan könne man Impftermine oft sofort vergeben, ansonsten benötige es aber nur eine Wartezeit von wenigen Tagen. Um eine Herdenimmunität zu erreichen, werde man noch unsicheren Menschen eventuell „besondere Angebote“ unterbreiten. Dies wurde von Claudia Schröder jedoch nicht weiter vertieft. Wahrscheinlich ist aber, dass diese Personen stärker aufgesucht werden sollen, um eine Corona-Impfung zu erleichtern.

Weiter soll es am kommenden Sonntag (18.07.2021) in Niedersachsen eine große Impfaktion für 12- bis 17-Jährige geben. Eltern können ihre Kinder über die Impfhotline unter der Telefonnummer 0800 9988665 anmelden. Wie Claudia Schröder betont, ist eine Anmeldung nur über die Hotline möglich. Da viele, aber nicht alle Impfzentren an der Aktion teilnehmen, sei es eventuell nötig, ein wenig länger zu fahren. Dafür sei eine Impfung aber garantiert – dafür werde ausreichend Impfstoff von Biontech/Pfizer zur Verfügung gestellt.

Wie Landesregierungssprecherin Anke Pörksen auf Nachfrage mitteilte, könne man sich vorstellen, entsprechende Aktionen zu wiederholen, falls das Interesse groß genug sei. In Niedersachsen liege man bei den unter 18-Jährigen mit einer Erstimpfquote von 5,3 Prozent allerdings über dem Bundesdurchschnitt.

Corona-Pandemie: Impfpflicht in Niedersachsen „nicht nötig“

Bezüglich einer Corona-Impfpflicht für bestimmte Berufsgruppen, wie etwa in Frankreich und Griechenland, erklärte Schröder, dass dies „nicht nötig sei“. Die Impfquote sei in bestimmten Berufsgruppen „erfreulicherweise“ relativ hoch: So seien etwa 90 Prozent der Lehrkräfte erstgeimpft, 75 Prozent bereits zweitgeimpft. In den Kitas und Grundschulen seien die Quoten noch ein wenig höher. Die Priorisierung habe sich an dieser Stelle also gelohnt. Auch Bundeskanzlerin Merkel lehnte eine entsprechende Entscheidung ab.

Für die Impfkampagne werde weiterhin auch das Vakzin von Astrazeneca verimpft. Das Mittel werde von Wissenschaftlern und Wissenschaftlerinnen nach wie vor für „gut“ befunden, allerdings hätten die verschiedenen Empfehlungen dem Covid-19-Impfstoff keinen Gefallen getan. Da die Nachfrage von Region zu Region stark schwanke, habe man vom Bund keine weiteren Dosen bestellt.

Die Corona-Verordnung werde indes weiter verlängert, so Regierungssprecherin Pörksen. Sie rechnet jedoch damit, dass diese mit ein paar kleinen Änderungen erneuert wird. Als Beispiel wurden etwa Verkäufer und Verkäuferinnen auf Wochenmärkten genannt, die bei einer Inzidenz unter 10 keine Masken mehr tragen müssten. Weitere „Nachbesserungen“, so Pörksen, seien in den Bereichen Großveranstaltungen und der Pflege vorstellbar.

Corona-Inzidenzen in Niedersachsen steigen: Drohen neue Einschränkungen?

Erstmeldung vom Dienstag, 13.07.2021, 12.29 Uhr: Göttingen - Die Corona-Pandemie ist nach wie vor ein brisantes Thema in Deutschland. In einigen Regionen steigen dieser Tage die Corona-Fallzahlen wieder an. Nachdem in Niedersachsen die Inzidenzen kontinuierlich gesunken waren, melden einige Regionen nun wieder eine steigende Inzidenz.

Laut Landesverordnung könnten die Corona-Regeln dort verschärft werden. Der Corona-Krisenstab des Landes Niedersachsen will daher am Dienstag (13.07.2021) gegen 13 Uhr über weitere Schritte informieren. Welche Rolle spielt bei den aktuellen Fallzahlen die Delta-Variante? Und wie sind die aktuellen Zahlen der Corona-Impfkampagne? Diese und weitere Fragen nach erneuten Einschränkungen könnten Thema bei der Pressekonferenz des Corona-Krisenstabs in Niedersachsen sein.

Corona in Niedersachsen: Erneute Einschränkungen für private Treffen bei steigender Inzidenz

In mehreren Landkreisen in Niedersachsen sei die Inzidenz inzwischen bereits über den Wert von 10 gestiegen. Damit sei die niedrigste Schwelle des Stufenplans der gültigen Landesverordnung überschritten. Was das für weitere Verschärfungen oder Corona-Regeln bedeutet, entscheidet eine Härtefall-Regelung: „Überschreitet ein Landkreis oder eine kreisfreie Stadt aufgrund räumlich abgegrenzter Neuinfektionen einen Schwellenwert des Stufenplans, greift nicht mehr automatisch die nächsthöhere Stufe“, heißt es in Berichten des NDR.

In Niedersachsen gehört der Landkreis Cloppenburg zu den Kommunen mit der höchsten Inzidenz. Am Montag lag der Wert den fünften Tag in Folge über 10. Trotz einer Corona-Inzidenz von 14 will der Landkreis die Corona-Regeln jedoch nicht verschärfen. In der Region Hannover hingegen könnten sich die Menschen schon bald wieder auf mehr Einschränkungen einstellen. Sollte die Inzidenz, die aktuell in der Region bei 11 liege, nicht sinken, könne laut Regionssprechern eine Allgemeinverfügung mit erneuten Einschränkungen beispielsweise für private Treffen erlassen werden.

Video: Die Corona-Fallzahlen für Niedersachsen vom Montag, 13.07.2021

Corona in Niedersachsen: Das sind die aktuellen Fallzahlen

Am Dienstag (13.07.2021) meldet das Robert-Koch-Institut (RKI) für Niedersachsen 72 labordiagnostisch bestätigte Neuinfektionen. Die Sieben-Tage-Inzidenz liegt in Niedersachsen bei 5,8 (Stand: Dienstag 13.07.2021).

Infektionen seit Beginn der Pandemie261.720 (+72)
Verstorbene mit SARS-Cov2 infizierte Personen 5.799 (+1)
geschätzte Genesene 255.200

In Niedersachsen sind 3.229.997 Personen bereits vollständig gegen Corona geimpft, das entspricht 40,4 Prozent der niedersächsischen Bevölkerung. Ab sofort bieten einzelne Impfzentren in Niedersachsen auch Corona-Impftermine ohne Voranmeldung an. (Helena Gries und Nail Akkoyun)

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