Verordnung tritt Samstag in Kraft

Corona-Regeln in Niedersachsen: Was ist im Lockdown erlaubt - und was nicht?

Der Corona-Lockdown wurde erneut verlängert - diesmal bis zum 07.03.2021. Wir geben einen Überblick zu den aktuellen Regeln in Niedersachsen.

  • Bei den Corona*-Fallzahlen gibt es einen Abwärtstrend.
  • Die Virus-Mutationen bereiten Experten weiter Sorge vor einer dritten Welle.
  • Das Land Niedersachsen hat die neuen Corona-Regeln am Freitag vorgestellt. Diese treten am Samstag, 13.02.2021, in Kraft.

Update vom Freitag, 12.02.2021, 17.23 Uhr: Trotz eines Abwärtstrends bei den Fallzahlen haben sich Bund und Länder erneut auf eine Verlängerung des Corona-Lockdowns geeinigt. Das Land Niedersachsen hat am Freitag (13.02.2021) die neuen Corona-Regeln vorgestellt. 

Beim Bund-Länder-Treffen am Mittwoch (10.02.2021) einigten sich Bundeskanzlerin Angela Merkel und die Länderchefs darauf, den Corona-Lockdown zum 7. März zu verlängern. Die bestehenden Kontaktbeschränkungen sowie die Schließung von Gastronomiebetrieben und Hotels bleiben demnach grundsätzlich bestehen. Das Land Niedersachsen hat mit der neuen Corona-Verordnung einige bestehende Regeln gelockert. Die neuen Regeln gelten mit Ausnahmen ab Samstag, 13. Februar, zunächst bis zum 7. März.

Corona-Lockdown in Niedersachsen: Wie viele Personen dürfen sich treffen?

Private Treffen sind in Niedersachsen weiterhin nur im Kreis der Angehörigen des eigenen Haushalts mit maximal einer weiteren Person gestattet. Für Kinder bis einschließlich 6 Jahren sieht die neue Corona-Verordnung in Niedersachsen eine Ausnahme vor. Sie dürfen zusätzlich anwesend sein, wenn sich eine Betreuungsperson mit einer nicht im Haushalt lebenden Person trifft. Bislang galt diese Regel für Kinder bis drei Jahre. Für Kinder von getrennt lebenden Elternteilen gibt es Ausnahmeregelungen. „Kinder getrenntlebender Eltern bilden mit beiden Elternteilen jeweils einen gemeinsamen Hausstand.“

Die Landesregierung Niedersachsen stellt die neuen Corona-Regeln vor. (Symbolbild)

Eine weitere Ausnahme gibt es in Niedersachsen für beruflich bedingte Fahrgemeinschaften. Allerdings müssen die Beteiligten im Auto medizinische Masken tragen, um das Risiko einer Ansteckung mit dem Virus zu senken. Bis zum 15. März müssen Arbeitgeber Beschäftigen Homeoffice ermöglichen „wenn keine zwingenden betriebsbedingten Gründe entgegenstehen“.

Im öffentlichen Raum besteht weiterhin die Pflicht eine Mund-Nase-Bedeckung zu tragen. Im ÖPNV und in Geschäften muss eine medizinische Maske getragen werden, dazu gehören OP- und FFP2-Masken, sowie Masken mit dem Standard KN95. Wer Kontakt zu Patienten oder Pflegebedürftigen hat, muss jetzt ebenfalls eine medizinische Maske tragen - auch als Besucher. Das soll den Schutz dieser gefährdeten Gruppen erhöhen.

Corona-Regeln für Schulen in Niedersachsen: Rückkehr zum Präsenzunterricht geplant

Auch in Schulen in Niedersachsen sollen die Corona-Maßnahmen fortgeführt werden. Das heißt, dass lediglich für Grundschüler und Abschlussklassen das Szenario B mit Wechselunterricht gilt. Für alle anderen Schüler fällt der Präsenzunterricht aus und es gilt Szenario C mit Distanzlernen. Auch für Schüler im Szenario B ist jedoch die Präsenzpflicht aufgehoben, Eltern dürfen auch über den 14. Februar hinaus selbst entscheiden, ob ihre Kinder in die Schule gehen. Ab März strebt Niedersachsen Kultusminister Grant Hendrik Tonne schrittweise eine Rückkehr zum Präsenzunterricht an - abhängig von den Infektionszahlen.

Kitas in Niedersachsen bieten auch weiterhin eine Notbetreuung. Die jeweilige maximale Gruppengröße richtet sich nach dem Alter der Kinder. Für Kinder bis drei Jahre darf die Gruppengröße in der Regel acht Kinder nicht überschreiten. Ähnlich wie für die Schulen wird eine Öffnung der Kitas im Szenario B ab März angestrebt.

Corona-Lockdown in Niedersachen: Wann dürfen Geschäfte wieder öffnen?

Blumenläden und Gartencenter dürfen in Niedersachsen ab Samstag wieder öffnen. Die Lockerung kommt für Floristen gerade noch rechtzeitig vor dem Valentinstag am 14. Februar. Die Vize-Leiterin des Corona-Krisenstabs, Claudia Schröder, begründete den Schritt damit, dass es sich überwiegend um verderbliche Ware und saisonale Angebote handele. Auto- und Fahrradhändler dürfen ab Samstag Probefahrten anbieten. Die Verkaufsstellen müssen jedoch geschlossen bleiben. Diese Lockerung gehe auf entsprechende Gerichtsentscheide zurück, erklärte Schröder. Friseure dürfen ab dem 1. März wieder öffnen. Das hatten Bund und Länder am Mittwoch vereinbart.

Für den Einzelhandel gelten weiterhin die bestehenden Corona-Regeln: Supermärkte und Discounter dürfen unter Einhaltung dieser Regeln weiterhin öffnen. Ebenso dürfen unter anderem Abhol- und Lieferdienste, Wochenmärkte, Getränkemärkte, Reformhäuser, Babyfachgeschäfte, Apotheken, Sanitätshäuser und Drogerien, Optiker und Hörgeräteakustiker, Tankstellen und Autowaschanlagen, Werkstätten, Banken und Sparkassen, Reinigungen, Waschsalons,und Tierbedarfshandel öffnen. 

Corona-Regeln in Niedersachsen: Welche Verschärfung und Lockerung

Die Corona-Regeln können bei hohen Inzidenzwerten weiterhin verschärft werden. In Gebieten mit einer Inzidenz über 200 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner kann der Bewegungsradius eingeschränkt werden. Niedersachsen stellt den jeweiligen Kommunen frei, diesen Schritt einzuführen. Zudem gilt der Bewegungsradius von 15 Kilometern in Niedersachsen ab der gemeldeten Adresse, nicht dem Wohnort.

Die aktuelle Corona-Verordnung gilt zunächst bis zum 7. März. Die Landesregierung hofft bis dahin auf weiter sinkende Infektionszahlen in Niedersachsen. Für eine Lockerung der Corona-Regeln wird eine Inzidenz unter 35 angestrebt. Am Freitag lag die Inzidenz in Niedersachsen bei 65,4 Neuinfektionen pro 100.00 Einwohner in den vergangenen sieben Tagen. (Sarah Neumeyer und Jan Wendt mit dpa)

Rubriklistenbild: © Ulrich Stamm/Imago

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