Coronavirus

Lockdown in Niedersachsen: Diese strengen Corona-Regeln gelten ab Montag

Drastische neue Corona-Regeln: Das gilt ab Montag (02.11.2020) in Niedersachsen. Ein Überblick.

  • Der „Lockdown Light“ ist beschlossen - das hat auch Auswirkungen auf die Regeln in Niedersachsen.
  • Kontakte müssen in dem Bundesland drastisch eingeschränkt werden.
  • Weitere Corona*-Maßnahmen: Restaurants, Bars, Kinos, Museen und Opern schließen.

Update vom Freitag, 20.10.2020, 06.29 Uhr: Das Oberverwaltungsgericht in Niedersachsen hat die von der Politik beschlossene nächtliche Sperrstunde und das Verbot für einen Außer-Haus-Verkauf vorerst gekippt. Den Richtern sei nicht klar „warum gerade der Aufenthalt in Gastronomiebetrieben zwischen 23 und 6 Uhr sowie der ganztägige Außer-Haus-Verkauf alkoholischer Getränke ein erhöhtes Corona-Infektionsrisiko darstelle.

Die niedersächsische Landesregierung hat das Urteil zur Kenntnis genommen und die entsprechenden Regelungen der Corona-Verordnung außer Vollzug gesetzt, wie Oliver Grimm, stellvertretender Pressesprecher des niedersächsischen Sozialministeriums am Donnerstag mitteilt.

Die neue Corona-Verordnung gilt ab Montag (02.11.2020) in Niedersachsen

Er verweist darauf, dass das Land Niedersachsen die Corona-Beschlüsse des Bund-Länder-Gipfels mit einer neuen Verordnung auch in Niedersachsen umgesetzt werden. Die neuen Regeln sollen am Montag (02.11.2020) in Kraft treten.

Update vom Donnerstag, 29.10.2020, 10.30 Uhr: Nach dem Beschluss eines bundesweiten Lockdowns im Kampf gegen die Corona-Krise hat Kanzleramtsminister Helge Braun (CDU) um Verständnis für die harten Maßnahmen geworben. Er sprach von einer „nationalen Gesundheitsnotlage“ in Deutschland und bat um die Unterstützung der Bevölkerung zur Umsetzung der Regeln.

Die Bundesregierung hatte am Mittwoch nach Absprache mit den Bundesländern einen vierwöchigen Teil-Lockdown für den Monat November beschlossen. Freizeit- und Kultureinrichtungen müssen auch in Niedersachsen am Montag, 02.11.2020, schließen. In der Öffentlichkeit dürfen sich maximal 10 Menschen aus zwei unterschiedlichen Hausständen treffen.

Corona-Lockdown in Niedersachsen: Die Maßnahmen treten am Montag (02.11.2020) in Kraft

Im ARD-Morgenmagazin erläuterte Helge Braun die Strategie der Maßnahmen: Der Lockdown Light im November habe das Ziel, die Corona-Infektionszahlen bis zum Dezember zu stabilisieren. Der Weihnachtsmonat sei enorm wichtig für zahlreiche Wirtschaftszweige. Auch für das private Leben habe der Dezember eine besondere Bedeutung. Die Informationen über die Entwicklung der Krise belegen laut Braun, „dass wir genau den November brauchen“.

Braun versprach, dass von den Corona-Maßnahmen besonders hart getroffene Branchen finanziell unterstützt werden. Er widersprach der Theorie, dass die Wirtschaft unter weniger einschneidenden Maßnahmen weniger leiden würde. Dies nannte er „wahrscheinlich komplett falsch“. An Orten mit besonders hohen Infektionszahlen seien auch die Schäden an der Wirtschaft höher.

Corona-Lockdown in Niedersachsen: Harte Maßnahmen gelten im November

Update vom Mittwoch, 28.10.2020, 17.08 Uhr: In der Bund-Länder-Besprechung haben Bundeskanzlerin Angela Merkel und die Länderchefs einen Corona-„Lockdown light“ beschlossen. Ab dem 02.11.2020 sollen Gastronomiebetriebe für den restlichen Monat schließen. Ausgenommen sollen die Lieferung und Abholung von Speisen für den Verzehr zu Hause sein. Auch Kantinen sollen offen bleiben dürfen.

Ab dem 02.11.2020 sollen auch Theater, Opern und Konzerthäuser bis zum Ende des Monats schließen. Veranstaltungen, die der Unterhaltung und der Freizeit dienen, sollen in Deutschland wegen Corona weitgehend verboten werden. Das betrifft auch den Freizeit- und Amateursportbetrieb, der Individualsport ist nach dpa-Informationen ausgenommen. In der Öffentlichkeit sollen persönliche Kontakte auf Angehörige des eigenen und eines weiteren Hausstandes mit maximal zehn Personen beschränkt werden.

Die neuen Corona-Regeln gelten in Niedersachsen ab Montag (02.11.2020): Unter anderem müssen Gastronomien für vier Wochen schließen (Symbolbild).

Die beschlossenen Maßnahmen zur Eindämmung des Coronavirus werden für alle sechzehn Bundesländer - und somit auch für Niedersachsen - verbindlich sein. Genauere Informationen über die Umsetzung der neuen Corona-Verordnung in Niedersachsen werden zeitnah folgen.

Nach steigenden Corona-Zahlen: Kommt der Lockdown in Niedersachsen?

Erstmeldung vom Mittwoch, 28.10.2020, 09.40 Uhr: Niedersachsen/Hannover - Vor ein einigen Wochen galt SPD-Politiker und Gesundheitsexperte Karl Lauterbach in manchen Kreisen noch als „Panikmacher“, als er davon warnte, dass die zweite Corona-Welle in Deutschland bevorstünde. Auch vor einem zweiten Lockdown warnte der Mediziner. Zurecht wie sich angesichts stark steigender Infektionszahlen herausstellt. Denn alles deutet darauf hin, dass auch Niedersachsen die Stilllegung des öffentlichen Lebens droht.

Heute, am Mittwoch, 28.10.2020, wird Angela Merkel ab 13 Uhr mit den Ministerpräsidenten, darunter Niedersachsens Stephan Weil, über die kommenden Einschränkungen entscheiden. Sinn des ganzen: Die Corona-Infektionszahlen sollen bis Weihnachten so stark sinken, damit „keine weitreichenden Beschränkungen im Hinblick auf persönliche Kontakte und wirtschaftliche Tätigkeit erforderlich sind“. Das hieße zwangsläufig: Corona-Lockdown für Niedersachsen.

Corona-Lockdown in Niedersachsen: Kontakte könnten nochmals drastisch eingeschränkt werden

Wer sich in den vergangenen Monaten gerne in Gruppen getroffen hat, muss sich schleunigst umgewöhnen. Aufenthalte außerhalb der Wohnung sind nur noch mit den Mitbewohnern oder einem Angehörigen eines weiteren Haushaltes erlaubt. Verstöße sollen streng geahndet werden.

Corona-Lockdown in Niedersachsen: Der Kultur- und Gaststättenbetrieb soll dicht gemacht werden

Auch für Freunde der Kultur wird es düster. Theater, Opern, Kinos und Konzerthäuser sollen nämlich schließen. Und das ist noch nicht alles. Sämtliche Gaststätten, Bars und Kneipen werden bis Ende November dicht gemacht. Immerhin: Essen soll geliefert und abgeholt werden können. Auch Spielhallen und Freizeitparks müssen schließen. Fitnessstudios, Sportanlagen, Schwimmbäder und Bordelle ebenso.

Corona-Lockdown in Niedersachsen: Auch der Tourismus soll eingeschränkt werden

„Bürgerinnen und Bürger werden aufgefordert, generell auf private Reisen und Besuche – auch von Verwandten – zu verzichten. Das gilt auch im Inland und für überregionale tagestouristische Ausflüge“, empfiehlt die Bundesregierung. Ansonsten werden Übernachtungen massiv beschränkt. Nur „notwendige und ausdrücklich nicht touristische“ Übernachtungen bleiben erlaubt.

Corona in Niedersachsen: Das gilt für Dienstleistung, Einzelhandel und Homeoffice gelten

Kosmetikstudios, Massagepraxen und Tattoo-Studios werden in ganz Niedersachsen geschlossen. Nach den Plänen eines Lockdown Light dürften Physiotherapien ebenso wie Friseursalons geöffnet bleiben. Geschäfte dürften unter Hygiene-Auflagen öffnen. Wichtige Bedingung: Sie müssen sicherstellen, dass sich nicht mehr als ein Kunde pro 25 Quadratmeter Verkaufsfläche aufhält. Homeoffice soll ermöglicht werden „wo immer dies umsetzbar ist“.

Außerdem will der Bund die Hilfsmaßnahmen für betroffene Unternehmen verlängern. „Dies betrifft zum Beispiel den Bereich der Kultur- und Veranstaltungswirtschaft. Außerdem wird der KfW-Schnellkredit für Unternehmen mit weniger als zehn Beschäftigten geöffnet und angepasst“, heißt es. (Moritz Serif) *hna.de ist Teil des bundesweiten Ippen-Digital-Redaktionsnetzwerkes.

Rubriklistenbild: © Hauke-Christian Dittrich/dpa

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