Corona-Regeln

Diese Corona-Regeln für Geimpfte, Getestete und Kinder gelten jetzt in Niedersachsen

Vor einem Tierpark weist ein Schild darauf hin, dass der Eintritt nur mit negativem Corona-Test möglich ist.
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Vor einem Tierpark weist ein Schild darauf hin, dass der Eintritt nur mit negativem Corona-Test möglich ist. Vielerorts gibt es jetzt bereits mehr Freiheiten für Getestete und Geimpfte.

Vorsichtig bleiben, aber Spielräume nutzen: Unter diesem Motto lockert Niedersachsen die Corona-Beschränkungen.

Hannover ‒ „Niedersachsen macht sich locker“ - mit diesen scherzhaften Worten startete am Dienstag die Pressekonferenz der Landesregierung um Ministerpräsident Stephan Weil (SPD). Nach monatelangem Corona-Lockdown will Niedersachsen in den kommenden Wochen schrittweise Öffnungen in verschiedenen Bereichen des öffentlichen Lebens vornehmen.

Vom kommenden Montag (10.05.2021) an wird das Land der Umsetzung des Stufenplans beginnen. Ministerpräsident Weil betonte, dass die Entwicklung der Infektionszahlen in Niedersachsen aktuell sehr positiv sei und nun gelte, eine gute Balance zwischen mehr Freiheiten und Möglichkeiten, sowie der gebotenen Vorsicht und verschiedenen Sicherheitsmaßnahmen zu finden.

Niedersachsen: Stufenplan, um Corona-Maßnahmen zu lockern

Auch Gesundheitsministerin Daniela Behrens (SPD) mahnte in der Pressekonferenz, dass sich Deutschland noch immer mitten im Kampf gegen eine Pandemie befinde: „Was uns nicht passieren darf ist, dass wir in drei oder vier Wochen wieder über Schließungsszenarien diskutieren.“ Ab dem 10. Mai gelte zunächst einmal die erste Stufe des aktualisierten Öffnungsplans.

In Landkreisen und Großstädten mit einer stabilen Sieben-Tage-Inzidenz unter 100 sollten Handel, Gastronomie, Tourismus sowie Kulturveranstaltungen im Freien wieder anlaufen, kündigte die Landesregierung in Niedersachsen nach der Corona-Kabinettssitzung an. Das betrifft aktuell rund zwei Drittel der Kommunen im Land - In den anderen Regionen bleiben die Maßnahmen der Bundes-Notbremse zunächst unberührt.

Corona-Lockerungen in Niedersachsen: Regierung erarbeitet Stufenplan

„Stabile“ Inzidenz bedeutet, dass der Wert an fünf aufeinanderfolgenden Werktagen unter 100 liegen muss, damit die Lockerungen in Kraft treten. Zusätzliche Voraussetzung für jeden Einzelnen, um die Öffnung nutzen zu können, ist ein tagesaktuell negativer Corona-Schnelltest oder der Nachweis eines vollständigen Impfschutzes gegen das Coronavirus. Als „vollständig geimpft“ gilt nach Festlegung des Landes jeder, bei dem seit der Zweitimpfung mindestens zwei Wochen vergangen sind. Als „negativ getestet“ gilt nur, wer einen Nachweis von einem der regionalen Testzentren in Niedersachsen vorweisen kann - Selbsttests für zu Hause gelten in diesem Fall nicht.

Der Stufenplan für den weiteren Weg aus den Corona-Beschränkungen befindet sich noch in der Erarbeitung, die ersten Lockerungen werden allerdings bereits in die neue Corona-Verordnung des Landes aufgenommen. „Wir bleiben bei unserer Linie: Wir wollen vorsichtig sein, aber wir wollen vorhandene Spielräume nutzen“, sagte Weil. Die Landesregierung verfolgt bei der Erarbeitung des Stufenplans vier Ansätze:

  • Vollständig geimpfte Personen werden denjenigen mit aktuell negativem Corona-Test gleichgestellt.
  • In möglichst vielen Bereichen soll auf umfangreiche Testungen zurückgegriffen werden, um Infektionsketten früh zu unterbrechen.
  • Nach dem Grundsatz „Draußen vor Drinnen“ sollen zunächst Angebote an der Frischen Luft ermöglicht werden.
  • Besonders für Kinder und Jugendliche sollen vorsichtige Öffnungen

Video: Regierung in Deutschland beschließt mehr Freiheiten für Corona-Geimpfte

Corona-Regeln für Niedersachsen: Lockerungen in Einzelhandel, Gastronomie und Tourismus

Je nach Bereich würden die geplanten Lockerungen begleitet von „einem engen Korsett an Sicherungen“. Dabei gehe es etwa um Maskenpflicht, Abstandsregeln, umfassende Corona-Tests, Mengenbegrenzungen und grundlegende Hygienekonzepte, erläuterte Weil. Neben Tests und Hygienekonzepten sei der Fortschritt bei den Corona-Impfungen in Niedersachsen ein entscheidend wachsender Beitrag hin zu mehr Sicherheit, ergänzt Ministerin Behrens.

  • Für negativ Getestete und Geimpfte soll demnach in Gebieten mit niedriger Inziedenz (unter 100) der komplette Einzelhandel ab Montag wieder öffnen, und zwar ohne Terminvereinbarung. In den Läden gelten weiterhin Zugangsbeschränkungen, die Kontaktnachverfolgung der Kunden soll elektronisch ermöglicht werden, wie Wirtschaftsminister und Vize-Regierungschef Bernd Althusmann (CDU) erklärte.
  • Die Gastronomie soll von Montag an zunächst draußen und dann zwei Wochen später auch drinnen wieder öffnen dürfen, dort dann mit einer Kapazitätsbegrenzung und einem Corona-Hygienekonzept. Es greift eine Sperrstunde um 23 Uhr.
  • Der Tourismus werde für voraussichtlich drei Wochen zunächst nur für Einwohner Niedersachsens geöffnet, in Hotels, Ferienwohnungen und auf Campingplätzen seien wieder touristische Übernachtungen möglich, gekoppelt an negative Schnelltests oder einen Impfnachweis. Schon bald sollten neben „Landeskindern“ auch wieder nationale und internationale Urlaubsgäste in Niedersachsen willkommen sein.
  • Auch Kulturveranstaltungen im Freien sollen wieder möglich werden.
  • Für Kinder wird zudem Sport im Freien wieder in bis zu 30-köpfigen Gruppen gestattet - damit wären etwa Fußballspiele wieder möglich. Begründet wird die Lockerung damit, dass Kinder für den Schulbesuch zweimal wöchentlich auf das Coronavirus getestet werden. Erwachsene müssen für den Kontaktsport im Freien zunächst einen Corona-Test machen.

Präsenzunterricht und Betreuung: Kitas und Schulen in Niedersachsen öffnen

Zusätzlich verabschiedet sich Niedersachsen auch von seinem strikten Corona-Kurs an Schulen und Kitas. Hier gibt es bereits bei einer 7-Tage-Inzidenz bis maximal 165 Lockerungen. Damit werde nun der maximale Spielraum der bundesweiten Corona-Notbremse umgesetzt, nachdem Schulen in Niedersachsen bisher bereits ab einer Inzidenz von 100 größtenteils in den Distanzunterricht wechselten. Wechselunterricht, das sogenannte „Szenario B“, bedeutet, dass eine Hälfte der Schüler in der Schule unterrichtet wird, während die andere Hälfte zu Hause lernt. Viele Schüler in Niedersachsen befinden sich inzwischen seit knapp fünf Monaten im reinen Distanzunterricht und haben ihre Schule seit Mitte Dezember nicht mehr besucht.

Unabhängig von der 7-Tage-Inzidenz in den jeweiligen Kommunen, soll der Unterricht ab der kommenden Woche für die jeweiligen Abschlussjahrgänge (9, 10, 12 oder 13), Schüler der Jahrgangsstufe 4 und für die Förderschulen für geistige, körperliche und motorische Entwicklung, Sehen und Hören in Präsenz stattfinden.

Corona in Niedersachsen: Unter 165er-Inzidenz - Kitas wechseln in eingeschränkten Regelbetrieb

Auch die Kitas in Niedersachsen wechseln unterhalb der Inzidenz von 165 wieder in den eingeschränkten Regelbetrieb, wie Kultusminister Grant Hendrik Tonne (SPD) ankündigte. Die Corona-Lockerungen greifen vom kommenden Montag (10.05.2021) an.

Unterdessen schreitet auch die Diskussion über Freiheiten für Geimpfte und Genesene auf Bundesebene in großen Schritten voran. Das Corona-Kabinett der Bundesregierung hat eine Verordnung über die Lockerung von Corona-Maßnahmen für vollständig Geimpfte und Genesene am Dienstag (04.05.2021) beschlossen. (iwe)

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