Pandemie

Corona-Regeln in Niedersachsen an Ostern: Was noch erlaubt ist

Seit Montag (29.03.2021) gibt es eine neue Corona-Verordnung in Niedersachsen. Damit sind neue Regeln festgelegt. Diese gelten auch über Ostern.

Göttingen – Das Land Niedersachsen steckt nach wie vor mitten in der Corona*-Pandemie. Nach den aktuellen Zahlen (Stand: 31.03.2021) liegt die landesweite 7-Tage-Inzidenz bei 119,0.

Am Freitag (26.03.2021) wurde die neue Corona-Verordnung bekannt gegeben, die ab dem heutigen Montag (29.03.2021) für Niedersachsen gilt. „Wir müssen jetzt sehr rasch und konsequent alles uns mögliche dafür tun, um die dritte Welle zu brechen oder zumindest abzuflachen“, sagte Ministerpräsident Stephan Weil.

Ab Montag (29.03.2021) gilt die neue Corona-Verordnung in Niedersachsen.

Laut dem SPD-Politiker sollen die Änderungen der Corona-Verordnung dazu beitragen. Inzwischen sei auch in Niedersachsen die ansteckendere und gefährlichere Virusmutation B1.1.7 vorherrschend.

Weil ergänzte, dass Gesetze und Verordnungen allein nicht ausreichen würden, um die Inzidenzen zu senken. Das Land sei „angewiesen auf die Bereitschaft der Bürgerinnen und Bürger, das öffentliche Leben in Niedersachsen in den nächsten zehn bis vierzehn Tagen soweit wie irgend möglich herunterzufahren“. Zuvor hatte Weil bereits am Dienstag (23.03.2021) eine Pressekonferenz zu den neuen Beschlüssen gehalten*.

Corona-Regeln in Niedersachsen: Was bei einer Inzidenz unter 100 erlaubt ist

Weniger als die Hälfte aller Landkreise und kreisfreien Städte hat in Niedersachsen aktuell eine Inzidenz von unter 100. Für diese Regionen gelten die folgenden Regeln.

  • Wenn in Landkreisen und Städten die Inzidenz bei unter 35 liegt, dürfen sich laut der Verordnung bis zu zehn Personen aus bis zu drei Haushalten treffen. Das muss jedoch von den Verantwortlichen vor Ort in einer Allgemeinverfügung ausdrücklich für zulässig erklärt werden.
  • Ein Haushalt mit beliebig vielen Personen darf sich mit zwei weiteren Menschen treffen, wenn die Inzidenz zwischen 35 und 100 liegt.
  • In beiden Fällen werden Kinder bis 14 Jahren nicht eingerechnet. Zudem gelten nicht zusammenlebende Paare als ein Haushalt.
  • Termin-Shopping ist im Einzelhandel erlaubt.

Corona-Regeln in Niedersachsen: Was bei einer Inzidenz über 100 gilt

Landkreise und Städte mit einer Inzidenz von über 100 sind sogenannte Hochinzidenzkommunen. Folgende Regelungen müssen demnach umgesetzt werden:

  • Ein Haushalt darf sich nur noch mit einer weiteren Person und den dazu gehörenden Kindern bis einschließlich sechs Jahren treffen. Das gilt auch für gemeinsamen Sport.
  • Museen, Galerien und Gedenkstätten bleiben geschlossen.
  • Das Essen in Speiseräumen von Hotels ist untersagt.
  • Termin-Shopping (click and meet) ist nicht mehr erlaubt.
  • Wechselunterricht gilt nur noch an Grundschulen, Förderschulen für geistige Entwicklung und Abschlussklassen. Alle anderen Schüler und Schülerinnen lernen im Distanzunterricht.
  • In der Regel bieten Kindergärten nur eine Notbetreuung an.

Corona-Verordnung in Niedersachsen: Ausganssperre und weitere Kontaktbeschränkungen

Wenn in einer Kommune die Inzidenz an drei aufeinanderfolgenden Tagen über 100 liegt, muss laut der Verordnung die zuständige Behörde weitergehende Anordnung treffen. Es ist nicht festgelegt, welche das sein müssen. Zu den Anordnungen können insbesondere gehören:

  • Die Behörde kann ein Betretungsverbot an „besonders stark frequentierten Orten im öffentlichen Raum“ verhängen.
  • Für das Mitfahren in einem privaten Auto mit Menschen, die nicht zum eigenen Haushalt gehören, kann das Tragen einer medizinischen Maske angeordnet werden.
  • An Orten, an denen das Einhalten des Abstandsgebots und der Maskenpflicht nicht möglich ist, kann der Zutritt oder die Teilnahme an einem Angebot von einem negativen Corona-Schnelltest abhängig gemacht werden.
  • Die Kontaktbeschränkungen können weiter verschärft werden.
  • Landkreise und Städte mit einer Inzidenz zwischen 100 und 150 können eine Ausgangssperre von 21 bis 5 Uhr für Teile der Region oder das gesamte Gebiet anordnen. Ausnahmen sind beispielsweise Arztbesuche, der Weg von oder zur Arbeit. Die Kommunen können noch weitere Ausnahmen festlegen.
  • Ab einer Inzidenz von 150 sollen laut der Verordnung solche Ausgangssperren verhängt werden, wenn die Nachverfolgung von Corona-Infektionsgeschehen nicht mehr „einem bestimmten räumlich abgrenzbaren Bereich zugeordnet werden kann“.

Corona in Niedersachsen: Welche Regeln an und um Ostern gelten

Für die Ostertage gilt unabhängig von der jeweiligen Inzidenz vom 2. bis 5. April 2021 auch tagsüber ein Ansammlungsverbot von Menschen in der Öffentlichkeit. Damit sind Zusammentreffen einer größeren Anzahl von Menschen im Freien oder in geschlossenen Räumen gemeint. Gottesdienste oder Anstehen in einer Warteschlange zählen nicht dazu.

Alle Neuigkeiten zu Corona finden Sie unter Corona-News*.

In den Osterferien sollen die niedersächsischen Bewohner und Bewohnerinnen möglichst zu Hause bleiben und auch draußen Orte meiden, an denen viele Menschen zusammenkommen. Spaziergänge seien erlaubt. Die Polizei und die Ordnungsämter würden die Kontrollen rund um touristische Anziehungsorte verstärken.

Zudem sollen alle direkten Kontakte auf das „absolute Minimum“ reduziert werden. Wenn Menschen aus einem anderen Haushalt zusammentreffen, „möge bitte konsequent der Mindestabstand eingehalten werden“. Ideal wäre es, wenn zudem medizinische Masken getragen werden. „Man fühlt sich sicherer mit Menschen, die man gut kennt, das ist leider ein gefährlicher Irrtum“, so Weil.

Corona in Niedersachsen: Modellkommunen starten nach Ostern

Die niedersächsische Wirtschaft soll laut der Verordnung prüfen, ob noch mehr Homeoffice möglich ist und ob im Präsenzbetrieb alle Mitarbeiter medizinische Masken tragen. Zudem sollen die Unternehmen das Ziel der zweimal wöchigen Tests intensiv weiter verfolgen.

Ab dem 6. April 2021 sollen zudem in etwa 25 niedersächsischen Kommunen die Modellstrategie getestet werden. Die Modellkommunen sollen erproben, ob mithilfe konsequenter Testungen und digitaler Nachverfolgung weitere Bereiche im Einzelhandel, der Kultur und im Sport geöffnet werden können. Unter anderem möchte Göttingen eine Modellkommune werden*.

Ab Montag (29.03.2021) gilt die neue Corona-Verordnung in Niedersachsen.

Unabhängig von der Inzidenz: Was in Niedersachsen geöffnet hat

Mit der Fünf-Schritte-Öffnungsstrategie wurden Regeln festgelegt, die unabhängig von der jeweiligen Inzidenz vor Ort gelten. Supermärkte und andere lebenswichtige Geschäfte haben in der Corona-Pandemie generell geöffnet.

  • Supermärkte und andere Verkaufsstellen für Güter und Dienstleistungen des täglichen Bedarfs sind geöffnet.
  • Auch Buchhandlungen, Blumengeschäfte, Gartencenter und Bibliotheken sind geöffnet.
  • Pro 40 Quadratmetern darf sich maximal ein Kunde oder eine Kundin samt Begleitperson aufhalten. Die Kontaktdaten müssen angegeben werden.
  • Der Unterricht in Flug- und Fahrschulen ist möglich, genauso wie Erste-Hilfe-Kurse. Auch Hundeschulen können ihre Kurse anbieten.
  • Zudem dürfen „körpernahe Dienstleistungen“ angeboten werden. Deswegen haben Friseurläden, Kosmetikstudios, Massagepraxen und Tattoostudios geöffnet. Auch Praxen für Physiotherapie, Ergotherapie, Logopädie, Podologie oder Fußpflege haben geöffnet. Wenn bei diesen Dienstleistungen eine medizinische Maske nicht durchgehend getragen werden kann, muss ein negativer Corona-Test vorgelegt werden. Ausnahmen sind logopädische Behandlungen, da dort oftmals Kinder behandelt werden.
  • Zoos, Tierparks und botanische Gärten bleiben geöffnet.

Die aktuelle Corona-Verordnung gilt vorerst bis zum 18. April 2021. Die nächsten Bund-Länder-Beratungen sind für den 12. April 2021 angesetzt. (Sandra Böhm) *hna.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

Rubriklistenbild: © Julian Stratenschulte/dpa

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