Pandemie

Corona-Regeln in Niedersachsen: Diese Verschärfungen gelten jetzt

Stephan Weil
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Ministerpräsident Stephan Weil (SPD).

Das Corona-Kabinett beschließt neue Regeln für Niedersachsen. In einer Pressekonferenz verkündet Ministerpräsident Stephan Weil die entsprechende Verordnung.

  • Das Land Niedersachsen hat am Dienstag (21.09.2021) eine überarbeitete Corona-Verordnung vorgestellt.
  • In einigen Bereichen wird der Alltag für ungeimpfte Menschen schwieriger.
  • Die neue Corona-Verordnung gilt ab Mittwoch (22.09.2021) für vorerst weitere vier Wochen.

+++ 16.13 Uhr: Die Pressekonferenz des Corona-Krisenstabs Niedersachsen ist inzwischen beendet. Hier ein Überblick über die wichtigsten Informationen:

  • Die neue Corona-Verordnung soll am Mittwoch (22.09.2021) in Kraft treten. Dann gilt nur noch ein Leitindikator: Die Hospitalisierungsrate, also die Anzahl der Neuaufnahmen in Krankenhäusern der letzten sieben Tage gerechnet auf 100.000 Einwohner.
  • Die Warnstufe 1 wird ausgelöst, wenn es mehr als sechs Neuaufnahmen auf 100.000 Einwohner in sieben Tagen gibt. Die Stufe 2 beginne ab mehr als acht Neuaufnahmen auf 100.000 Einwohner in sieben Tagen sowie die Stufe drei bei mehr als elf Neuaufnahmen auf 100.000 Einwohner in sieben Tagen.
  • Veranstalter und Betreiber einer Einrichtung können künftig das 2G-Modell wählen. Ausgenommen von dieser Regel sind alle, die sich noch nicht haben impfen lassen können: Kinder unter Zwölf, Schwangere, Stillende und Menschen mit einem Attest, der aussagt, dass der Patient die Impfung aus gesundheitlichen Gründen nicht bekommen darf. Entscheidet sich ein Veranstalter für die 2G-Regel, bedeutet das für Mitarbeiter, die mit Gästen in Berührung kommen und ihrerseits nicht die 2G-Regel erfüllen, eine Test- und FFP2-Maskenpflicht. In diesem Falle sei ein Schnelltest ausreichend. Genesene und geimpfte Mitarbeiter sind davon ausgenommen.
  • Schnelltests bleiben für Jugendliche unter 18 Jahre sowie für Menschen mit einem Attest, welcher zeigt, dass der Patient die Covid-19-Impfung aus gesundheitlichen Gründen nicht bekommen darf, weiterhin kostenfrei. Auch Studienteilnehmer in der Forschung von weiteren Impfstoffen sind ausgenommen.
  • Die 2G-Regelung bleibt weiterhin optional für Veranstaltungen zwischen 25 und 1000 Besuchern. In der Warnstufe 1 ist 3G verpflichtend. Ab der Warnstufe 2 besteht in Innenräumen eine 2G-Pflicht – Outdoor sind Getestete aber weiterhin erlaubt. Bei der Warnstufe 3 bleibt es bei 2G in Innenräumen und 3G in Außenbereichen, es gilt ab der Stufe 3 jedoch nur noch ein PCR-Test.

Corona-Regeln in Niedersachsen: Jetzt kommen weitere Verschärfungen für Ungeimpfte

+++ 14.35 Uhr: Die Pressekonferenz ist beendet.

+++14.34 Uhr: „Es ist kein Impfzwang, aber ein verschärfter Impfdruck“, sagt Anke Pörksen. Natürlich sei es der Regierung bewusst, dass es beispielsweise zu Kurzatmigkeit führen könne, mit einer FFP2-Maske auf einer 2G-Veranstaltung zu bedienen – wenn man nicht geimpft sei. Dieser Schritt sei aber notwendig damit die Geimpften, die sich auf der Veranstaltung aufhalten, auch ein Gefühl einer sicheren Umgebung haben können. Das alltägliche Leben ohne Impfung sei also weiter möglich, aber würde immer mühsamer.

Niedersachsens Ministerpräsident Stephan Weil (SPD) mit einer Corona-Maske.

+++14.20 Uhr: Weil die Stiko relativ lange mit einer Impfempfehlung für Kinder und Jugendliche unter 18 gewartet hat, sind sie erst einmal von vielen Regeln ausgenommen. Man müsse aber abwarten, ob die aktuell sehr gute Impfquote dieser Personengruppe auch so bleibe.

+++ 14.05 Uhr: „Auf den Wochenmärkten war schon in den bisherigen Verordnungen eine Maskenpflicht nicht vorgesehen, daher konnte sie auch nicht aufgehoben werden“, erklärt Anke Pörksen. Es sei ihr ein wichtiges Anliegen, dies noch einmal zu verdeutlichen.

+++ 14 Uhr: Die Maskenpflicht für die Klassen 1 und 2 wurde aufgehoben, da junge Kinder auf die Mimik ihrer Lehrer und Mitschüler angewiesen sind, sagt Schröder.

Anke Pörksen äußert sich bei der Live-Pressekonferenz zur neuen Corona-Verordnung für Niedersachsen.

Corona-Stufenplan in Niedersachsen: In Diskos, Clubs und Shisha-Bars bleiben die Regeln unverändert

+++ 13.50 Uhr: In Diskos, Clubs und Shisha-Bars bleiben die Regeln gleich. Betreiber können sich auch für das 2G-Modell entscheiden. Im Falle von 3G sind ungeimpfte Jugendliche unter 18 jedoch nicht wie bei allen anderen Regeln ausgenommen von der Testpflicht, da in Diskos und Clubs so gut wie keine Abstände eingehalten werden.

+++ 13.45 Uhr: Die 2G-Regelung bleibt weiterhin optional für Veranstaltungen zwischen 25 und 1000 Besuchern. In der Gastronomie ist die 2G-Regelung ebenfalls möglich. In der Warnstufe 1 ist 3G verpflichtend. Ab der Warnstufe 2 besteht in Innenräumen eine 2G-Pflicht – Outdoor sind Getestete aber weiterhin erlaubt. Bei der Warnstufe 3 bleibt es bei 2G in Innenräumen und 3G in Außenbereichen, es gilt ab der Stufe 3 jedoch nur noch ein PCR-Test.

+++ 13.40 Uhr: Auch bei der Maskenpflicht ändert sich nahezu nichts. In öffentlichen Innenräumen sowie auf privaten Veranstaltungen mit über 25 ungeimpften Personen gelte nach wie vor die Maskenpflicht. Auf Veranstaltungen mit ausschließlich Geimpften und Genesenen entfalle die Maskenpflicht.

Corona-Stufenplan in Niedersachsen wird unter anderem über Krankenhausindikatoren geregelt

+++ 13.33 Uhr: Wie auch schon in der aktuellen Verfügung treten die einzelnen Stufen in Kraft, wenn der Wert 5 Tage in Folge überschritten wurde. Ebenso bleibt es bei der Regelung, dass die Warnstufe gewechselt wird, sobald der Wert 5 Tage in Folge unterschritten wird. Dies geschehe durch eine Allgemeinverfügung des Landes, sobald beide Krankenhausindikatoren (Hospitalisierung und Intensivbetten) überschritten wurde. Bei der Inzidenz entscheide dies wie bisher der Landkreis.

Die aktuelle Corona-Verordnung für Niedersachsen wird in einer Live-Pressekonferenz beim NDR von der stellvertretenden Vorsitzenden des Corona-Krisenstabes, Claudia Schröder, vorgestellt.

+++ 13.30 Uhr: Schröder erklärt, dass sich bei den Intensivbetten sowie der Inzidenz nichts geändert habe. So löse beispielsweise eine Inzidenz von über 35 nach wie vor die Stufe 1 aus.

+++ 13.27 Uhr: Die Warnstufe 1 werde laut Schröder ausgelöst, wenn es mehr als sechs Neuaufnahmen auf 100.000 Einwohner in sieben Tagen gibt. Die Stufe 2 beginne ab mehr als acht Neuaufnahmen auf 100.000 Einwohner in sieben Tagen und die Stufe drei bei mehr als elf Neuaufnahmen auf 100.000 Einwohner in sieben Tagen.

+++ 13.23 Uhr: Wenn sich ein Veranstalter für die 2G-Regel entscheidet, bedeute das für die Mitarbeiter, die mit Gästen in Berührung kommen und ihrerseits nicht die 2G-Regel erfüllen, eine Test- und FFP2-Maskenpflicht. In diesem Falle sei ein POC-Test (Schnelltest) ausreichend. Genesene und geimpfte Mitarbeiter seien ausgenommen und dürfen ohne Maske arbeiten, sagt Schröder.

Corona-Regeln in Niedersachsen: Bestimmte Personengruppen erhalten weiter kostenlose Tests

+++ 13.20 Uhr: Zum Thema Schnelltest sagt Schröder, dass diese für Jugendliche unter 18 sowie Menschen mit einem Attest, welches aussagt, dass der Patient die Impfung aus gesundheitlichen Gründen nicht bekommen dürfe, weiterhin kostenfrei bleibt. Auch Studienteilnehmer in der Forschung von Impfstoffen seien ausgenommen.

+++ 13.14 Uhr: Veranstalter und Betreiber einer Einrichtung können künftig das 2G-Modell wählen. Das habe laut Schröder den Vorteil, dass bei der 2G-Regel für den Veranstalter alle weiteren Corona-Schutzmaßnahmen entfallen. Ausgenommen von dieser Regel seien alle, die sich noch nicht haben, impfen lassen können: Kinder unter Zwölf, Schwangere, Stillende und Menschen mit einem Attest, das aussagt, dass der Patient die Impfung aus gesundheitlichen Gründen nicht bekommen darf. Ebenfalls ausgenommen sind Personen, die an klinischen Studien teilnehmen. An Stellen, wo ein PCR-Test nötig werde, sollen die eben genannten Gruppen weiterhin einen POC-Test vorlegen können.

+++ 13.10 Uhr: Claudia Schröder erklärt, dass sich das Pandemiegeschehen vor allem in der Gruppe der Ungeimpften abspielt und diese Menschen (Schwangere, Kinder, vorbelastete Menschen, etc.) geschützt werden sollen. Man unterscheide hierbei zwischen dem 2G-Modell und dem 3G-Modell.

Nur noch ein Corona-Leitindikator in Niedersachsen: Hospitalisierungsrate im Fokus

+++ 13.05 Uhr: Ab Morgen gilt nur noch ein Leitindikator: Dieser werde die Hospitalisierung sein, erklärt Schröder. Das heißt, dass die Zahl der Neuaufnahmen in Krankenhäusern der letzten sieben Tage gerechnet auf 100.000 Einwohner ab morgen über die Stufen entscheidet.

+++ 13.04 Uhr: Schröder erklärt, dass sich das Land Niedersachsen gemeinsam mit dem Bund darauf geeinigt habe, neue Indikatoren festzulegen. Bereits in der aktuellen Verordnung habe man aber auf weitere Indikatoren neben der Inzidenz gesetzt.

+++ 13.02 Uhr: Claudia Schröder, stellvertretende Vorsitzende des Corona-Krisenstabes, spricht. Die Änderungsverordnung soll am morgigen Mittwoch in Kraft treten und bis zum 10. November gelten. Begründung dafür seien die anstehenden Herbstferien, die einbezogen werden sollen.

+++ 13.00 Uhr: Die Pressekonferenz startet.

Update von Dienstag, 21.09.2021, 12.53 Uhr: Die Pressekonferenz zu den neuen Corona-Regeln in Niedersachsen startet in Kürze. Ministerpräsident Stephan Weil (SPD) informiert in Hannover über die Beschlüsse des Corona-Kabinetts. Kommt nun die 2G-Regel? Und: Was erwartet Ungeimpfte?

Im Video: Das ist die Corona-Lage in Niedersachsen

Corona-Krisenstab stellt heute neue Verordnung vor: Alle News jetzt im live im Ticker

Erstmeldung von Dienstag, 21.09.2021, 11.29 Uhr: Hannover ‒ Der Corona-Krisenstab will eine überarbeitete Corona-Verordnung am heutigen Dienstag (21.09.2021) live gegen 13 Uhr in Hannover vorstellen. Beantwortet werden sollen vor allem die Fragen: Kommt die 2G-Regel für Niedersachsen? Muss der Staat Ungeimpften bei der Corona-Quarantäne den Verdienstausfall weiterhin bezahlen? Welche Rolle wird die Inzidenz zukünftig spielen?

In einigen Bereichen könnte der Alltag für ungeimpfte Menschen schwieriger werden. In Niedersachsen könnte sich aber noch viel mehr ändern. Die aktuelle Corona-Verordnung in Niedersachsen endet am 22. September 2021.

Corona-Krisenstab stellt heute neue Verordnung vor: 2G-Regelung ist bereits möglich

Die überarbeitete Corona-Landesverordnung soll also voraussichtlich am Mittwoch in Kraft treten. Die Verordnungen sind in der Regel vier Wochen gültig.  Ministerpräsident Stephan Weil (SPD) hatte in der vergangenen Woche bereits angekündigt, dass die sogenannte 2G-Regelung ausgeweitet werden soll – etwa in der Gastronomie oder bei Veranstaltungen.

Dafür sollen dort dann die Maskenpflicht und das Abstandhalten wegfallen. Das 2G steht für Geimpfte und Genesene. Eine 2G-Regelung ist bereits möglich, weil etwa ein Inhaber entscheiden kann, wer Zutritt in sein Restaurant bekommt oder nicht. Die Maskenpflicht und das Abstandhalten sind bislang allerdings nach wie vor notwendig, wenn sich etwa ein Gastronom für das 2G-Modell entscheidet. 

Corona-Krisenstab stellt heute neue Verordnung vor: Kommt 2G auch in Niedersachsen?

Somit könnte es für einige Bereiche attraktiv sein, nur noch Geimpften und Genesenen Zutritt zu gewähren, weil sie dann mehr Gäste hineinlassen dürfen als vorher. Menschen bis 18 Jahren sollen nach den Weil-Plänen auch ohne Impfung oder Genesung Zutritt bekommen, da sie sich regelmäßig vor dem Schulbesuch testen.

Die Krankenhauseinweisungen von Covid-19-Patienten sollen im Bundesland zudem künftig eine größere Rolle bei der Bewertung der Corona-Pandemie spielen als bisher. Eine Verpflichtung ist bislang nicht vorgesehen. Mit dem Wegfall von Maskenpflicht und Abstandhalten sollen Anreize geschaffen werden, das 2G-Modell umzusetzen. 

Bei einem 2G-Modell reicht ein negativer Corona-Test dann in der Regel nicht mehr aus. Somit könnte der Alltag für ungeimpfte Menschen komplizierter werden, weil ihnen droht, in mehr Bereichen keinen Zutritt mehr zu bekommen. Auch im Schulwesen soll sich etwas ändern. Die Maskenpflicht im Unterricht fällt wohl weg, jedoch nur für die Schüler der ersten und zweiten Klasse. (luw/dpa)

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