Vorbereitung auf „Szenario B“

Corona in Niedersachsen: So dramatisch ist die Lage an den Schulen - Heftige Kritik am Kultusministerium

Die Corona-Lage an den Schulen und Kitas in Niedersachsen spitzt sich immer weiter zu. Schulen bereiten sich auf das „Szenario B“ vor. Und es hagelt Kritik am Kultusministerium.

  • In Niedersachsen steigen die Corona-Infektionen immer weiter an.
  • Manche Schulen in Niedersachsen bereiten sich bereits auf das „Szenario B“ vor.
  • Kultusminister Tonne (SPD) erntet aufgrund seiner Corona-Strategien Kritik aus der Politik.

Niedersachsen - Aufgrund der steigenden Corona-Infektionszahlen haben auch die Schulen in Niedersachsen mit immer mehr Einschränkungen zu kämpfen. So läuft der Betrieb an vielen Schulen und in Kitas im Nordosten des Bundeslandes nur noch eingeschränkt. Eine Region bereitet sich daher bereits auf das sogenannte „Szenario B“ vor. Zieht bald ganz Niedersachsen nach?

Steigende Corona-Infektionen: Schulen in Niedersachsen bereiten sich auf „Szenario B“ vor

Angesichts der steigenden Corona-Infektionen in Niedersachsen bereiten sich einige Schulen und Landkreise laut dem Radiosender NDR 1 auf den möglichen Start in das „Szenario B“ vor. Klassen werden dabei geteilt, sodass Schüler an unterschiedlichen Tagen in der Woche unterrichtet werden können. Zum Teil haben Lehrer die Listen, welche Schüler wann zur Schule kommen sollen, schon an die betroffen Familien verschickt.

Gegenüber dem NDR sagt Katrin Holzmann, Sprecherin des Landkreises Lüneburg, allerdings, dass sich nur schwer voraussagen lasse, ob und wann dieses Szenario greift. Zunächst müsse an der betroffenen Schule bereits Quarantäne angeordnet sein. Außerdem hinge es auch vom Inzidenzwert des Landkreises ab, da dieser über 100 liegen müsse. Im Detail sind die verschiedenen Szenarien beim Land Niedersachsen nachzulesen.

Niedersachsen: Einige Schulen und Kitas befinden sich in Corona-Quarantäne

Wie der NDR berichtet, steht seit Montag (09.11.2020) eine komplette Kita in Rabruch (Landkreis Lüneburg) unter Quarantäne. Auch an einer Schule in Lüneburg müssen zwei Klassen den Präsenzunterricht aussetzen und zu Hause bleiben. Im Landkreis Uelzen hingegen wirken sich die Corona-Krankheitsfälle an gleich drei Schulen auf den Unterricht aus.

Dort sollen teilweise ganze Klassen getestet werden. Die Familien der betroffenen Kinder und Jugendlichen sollen vom Landkreis oder dem zuständigen Gesundheitsamt in Niedersachsen weiter darüber informiert werden.

Landesregierung Niedersachsen steht in der Kritik: Corona-Strategie soll überdacht werden

Währenddessen hatten die FDP, CDU und Grüne im Landtag dem Kultusministerium ein Versagen beim Corona-Schutz in den niedersächsischen Schulen vorgeworfen. Der Kritik von FDP-Schulpolitiker Björn Försterling zufolge, würden es die Gesundheitsämter nicht mehr schaffen, Quarantäne-Anordnungen zu verschicken.

Daher sollten Schulleiter die Schüler notfalls in Quarantäne schicken, falls die Gesundheitsämter in Niedersachsen nicht erreichbar sind. Kultusminister Grant Hendrik Tonne (SPD) betont jedoch, dass es rechtlich nicht möglich sei, dass Schulleiter Quarantänen anordnen.

Corona-Strategie für Schulen in Niedersachsen: Kritik an Kultusminsiter

Kritik erntet Tonne zudem auch seitens des Koalitionspartners CDU: Abgeordnete Mareike Wulf beklagt, dass Informationen zu positiven Testergebnissen eher von den Eltern und nicht von den zuständigen Gesundheitsämtern und Behörden kämen. Es sei an der Zeit, dass der Kultusminister seine bisherige Strategie überdenke, so Wulf laut dem NDR weiter.

Niedersachsen: Einige Schulen und Kitas sind wegen Coronafällen geschlossen. Die Schulen bereiten sich auf das „Szenario B“ vor. (Symbolfoto)

Fehlende Planungssicherheit? Niedersachsen will Corona-Schutz für Schüler intensivieren

Die Grünen sprechen ebenfalls von einer fehlenden Planungssicherheit seitens des Landes Niedersachsen. Nach Grünen-Fraktionschefin Julia Willie Hamburg müssten Klassen entzerrt und Lüftungsgeräte installiert werden. Außerdem wirft sie der Landesregierung vor, trotz Corona bisher nichts gegen überfüllte Schulbusse getan zu haben.

Grant Hendrik Tonne kündigte derweil an, mehr Personal in die Schulen schicken zu wollen. Dem NDR zufolge nannte der Kultusminister dazu allerdings keine Einzelheiten. Doch auch CDU-Wirtschaftsminister Bernd Althusmann will kurzfristig 30 Millionen Euro für mehr Schulbusse und weitere Fahrer bereitstellen. Während die Opposition sich fragt, warum das erst jetzt passiert, hofft die Landesregierung, dass sich die Lage so ein wenig entspannt. (Nail Akkoyun)

Rubriklistenbild: © Moritz Frankenberg/dpa

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