Finanzielle und personelle Notlage

Tierheime in Not: Niedersachsen verspricht Entlastungen - Tierschutz warnt eindringlich

Die Katzenbabys wurden von einem Mitarbeiter auf dem Fahrersitz eines alten Autos entdeckt.
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In Niedersachsen befinden sich Tierheime in finanzieller und personeller Not (Symbolbild).

In Niedersachsen befinden sich Tierheime in Not. Der Tierschutz warnt vor einer Rückgabe-Welle von Tieren nach dem Corona-Lockdown. Das Land verspricht Hilfe.

  • Tierheime in Niedersachsen befinden sich wegen der Corona*-Pandemie in Not.
  • Das Land Niedersachsen verspricht den Einrichtungen finanzielle Entlastung.
  • Tierheime müssen im Corona-Lockdown umdenken und sehen sich finanziellen und personellen Engpässen gegenüber.

Göttingen - In Niedersachsen sorgen die Corona-Pandemie und der harte Lockdown weiterhin für Probleme - auch in Tierheimen. Diese leben von der Öffentlichkeit: finanziell, personell und zum Vermitteln ihrer Tiere.

Tierschutzvereine als Träger der Tierheime arbeiten mit Spenden, Ehrenamtlichen und dem direkten Kontakt zwischen Mensch und Tier. Corona macht ihnen nun aber einen Strich durch die Rechnung, denn die Spendenbereitschaft sinkt, es kommt immer mehr zu personellen Engpässen und Termine für die Vermittlung sind nicht so einfach gemacht.

Video: Schon im ersten Corona-Lockdown hatten Tierheime teilweise massive Probleme

Corona bringt Tierheime in Not: Niedersachsen verspricht Hilfe

Entlastung verspricht das Land Niedersachsen in Form von Hilfsanträgen, in denen die Einnahmen der Tierheime für die Jahre 2019 und 2020 einander gegenübergestellt werden sollen. Dies soll die Einrichtungen während der Corona-Pandemie unterstützen. Maximal 80 Prozent der Differenz sollen übernommen werden.

Laut Ministeriumssprecherin Alexandra Schönfeld wurden 20 Anträge gestellt, die nun geprüft werden müssen. Dies berichtet haz.de. Anfang des Jahres 2021 sollen die Auszahlungen stattfinden: „Von den Antragstellern wurden insgesamt rund 835.000 Euro beantragt“, erklärt Schönfeld der HAZ. Die Summe sei um einiges höher als zuvor angenommen. In Aussicht wurden 485.000 Euro gestellt, deshalb habe man beim Finanzministerium vorsorglich weitere Mittel für die Tierheime in Niedersachen beantragt.

Tierheime in Niedersachsen in der Corona-Krise: Termine nur nach Vereinbarung

„Die Befürchtung war groß, dass durch die Corona-Krise noch mehr Tiere in den Tierheimen landen als diese sowieso schon beherbergen“, heißt es vom Deutschen Tierschutzbund. Dies sei zum Glück nicht eingetroffen - die Nachfrage nach Tieren sei sogar gestiegen. Viele Tierheime bitten derweil um Voranmeldungen und Terminvereinbarungen per Mail oder Telefon - einfach hereinkommen und nach dem passenden Tier schauen, ist so nicht mehr möglich.

Ob das während der Corona-Pandemie gefundene Zuhause von Dauer sein wird, bleibt allerdings abzuwarten, sagt Dieter Ruhnke, der Vorsitzende des Landestierschutzverbands Niedersachsen. Ein paar Gründe für diese Befürchtung listet der Deutsche Tierschutzbund auf: „Homeoffice ist vorbei, die Schulen sind wieder geöffnet – die Menschen merken, dass sie im Alltag doch keine Zeit mehr für das Tier haben.“ Der Tierschutzbund warnt deshalb vor einer trügerischen Ruhe und weist auf die drohenden und existierenden finanziellen Probleme der Tierheime hin.

Tierschutz: Neues Tier während des Corona-Lockdowns? Gerne - aber bitte aus dem Tierheim

Darüber hinaus besteht die Gefahr durch den Kauf von zum Beispiel Welpen oder Kitten illegale Züchtungen zu finanzieren - und damit Tierleid zu unterstützen. Der Deutsche Tierschutzbund bittet deshalb darum, Gesuche auch während der Corona-Krise weiterhin an Tierheime direkt zu richten - ob per E-Mail oder Telefon: „Gib diesen Tieren eine Chance! Die Tierheime geben ihr Bestes, das perfekte Tier für Dich zu finden!“

Alle neuen Entwicklungen und Fallzahlen zu Corona in Niedersachsen finden Sie in unserem News-Ticker. (Jennifer Greve) *hna.de ist Teil des bundesweiten Ippen-Digital-Redaktionsnetzwerks.

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