Aldi, Rewe, Lidl und Co.

Im November wieder Hamsterkäufen bei Lidl, Aldi und Co? Das sind die aktuellen Corona-Regeln

Hamsterkäufe
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Rewe, Lidl, Aldi und Co.: Kommt es während des „Corona-Lockdown“ light in Niedersachsen wieder zu Hamsterkäufen? (Symbolfoto)

Rewe, Aldi und Co. bleiben auch in Niedersachsen trotz des Teil-Lockdowns im November 2020 geöffnet. Aber auch für sie gelten strenge Corona-Regeln.

  • Seit Montag, dem 02.11.2020, gilt in Niedersachsen ein „Corona-Lockdown light
  • Trotz der neuen Maßnahmen bleiben die Geschäfte geöffnet.
  • Aldi, Rewe, Lidl und Co. sind für mögliche Hamsterkäufe gewappnet.

Göttingen - Im Herbst hat die Corona-Pandemie Deutschland weiter fest im Griff. Um den Anstieg der Fallzahlen zu begrenzen, hat die Bundesregierung gemeinsam mit den Bundesländern einen Lockdown „Light“ für November beschlossen. Auch in Niedersachsen dürfen Restaurants, Bars und Kneipen sowie Kultureinrichtungen nicht öffnen - es herrschen strenge Kontaktbeschränkungen.

Für den Einzelhandel gibt es bessere Nachrichten, im Gegensatz zum Lockdown im Frühjahr, dürfen alle Geschäfte geöffnet bleiben - nicht nur die für den unmittelbaren Bedarf notwendigen wie Supermärkte, Discounter und Drogerien. Aber auch für Discounter und Supermärkte wie Aldi, Lidl, Rewe und Co. gelten dann strengere Regeln beim Einkaufen*. Aufgrund der steigenden Corona-Fallzahlen ist auch nicht auszuschließen, dass es erneut zu Hamsterkäufen kommt.

Aldi, Rewe und Co. während des Corona-Lockdowns: Das gilt in Niedersachsen

Die Landesregierung hat die Ende Oktober von der Bundesregierung beschlossenen Corona-Regeln bereits in einer neuen Verordnung umgesetzt, die ab dem 2. November in Niedersachsen in Kraft tritt. Rewe, Aldi, Lidl und Co. bleiben weiterhin geöffnet. Kunden müssen sich aber auf verschärfte Abstandsregeln gefasst machen. Für den Einzelhandel heißt es in der neuen Verordnung:

„In Betrieben des Einzelhandels ist neben der Durchführung von Maßnahmen nach dem nach § 4 erforderlichen Hygienekonzept sicherzustellen, dass sich nur so viele Kundinnen und Kunden in den Verkaufsräumen befinden, dass durchschnittlich zehn Quadratmeter Verkaufsfläche je anwesender Kundin und je anwesendem Kunden gewährleistet sind.“

Wie viele Menschen in die Geschäfte dürfen und wie die Kundenströme gelenkt werden, hängt von den Gegebenheiten vor Ort ab. Es könnten sich aber wie im Frühjahr 2020 lange Schlangen vor den Supermärkten bilden. Dann könnte die im Einzelhandel weiterhin herrschende Maskenpflicht auch auf den Platz vor dem Markt ausgeweitet werden. Denkbar wäre auch, dass auf dem Parkplatz Kunden ihre Autos nur mit Maske verlassen dürfen.

Niedersachsen: Hygieneregeln bei Rewe, Aldi und Co. während Corona-Lockdown

Die Grundlage für die individuelle Lösung jedes Marktes sind die in Niedersachsen geltenden Vorschriften für Hygienekonzepte im Einzelhandel, die unter Paragraph 4 der neuen Corona-Verordnung geregelt sind.

Aldi, Rewe, Lidl und Co. müssen im November folgende Bedingungen erfüllen

  • Kundenstrom und die Anzahl der der Personen im Markt muss gesteuert werden.
  • Abstandsregeln müssen durchgesetzt werden.
  • Personenströme einschließlich der Zu- und Abfahrten müssen geleitet und Warteschlangen vermieden werden.
  • Die Nutzung sanitärer Anlagen muss geregelt sein.
  • Häufig berührte Oberflächen und Gegenstände sowie Sanitäranlagen müssen regelmäßig gereinigt werden.
  • Die Räume müssen mit Frischluft gelüftet werden.

Corona-Lockdown in Niedersachsen: Aldi, Rewe und Co. sind gewappnet

Im Zuge des Corona-Lockdowns im November befürchten viele Kunden, dass es auch in Niedersachsen wieder vermehrt zu Hamsterkäufen in den Supermärkten kommen könnte. Die Bilder von leergefegten Regalen und rationiertem Toilettenpapier im April dürften bei vielen Kunden noch lebendig in Erinnerungen sein. Aldi, Rewe, Lidl und Co. wollen sich nach eigenen Angaben allerdings darauf vorbereitet haben.

Bereits im Oktober berichteten Supermärkte über erste Fälle von leegekauften Toilettenpapier. Auch in den sozialen Netzwerken wurden wiederholt Fotos von leeren Regalen in Supermärkten geteilt. Eine Auswertung des Statistischen Bundesamtes (Destatis) vom Oktober bestätigt, dass die „Verkaufszahlen von Toilettenpapier in der 42. Kalenderwoche vom 12. bis 17. Oktober 2020 fast doppelt so hoch (+89,9 %) wie im Durchschnitt der Vorkrisen-Monate August 2019 bis Januar 2020 sind“.

Aldi, Lidl und Rewe in Niedersachsen während Corona: Mehl und Hefe besonders gefragt

Auch die Verkäufe von anderen Produkten stiegen Mitte Oktober im Vergleich mit dem Durschnitt vor der Corona-Krise stark an. Laut dem Statistischen Bundesamte stieg der Absatz von Mehl um 28,4 Prozent und die Verkäufe von Hefe um 34,8 Prozent. Damit ist die Situation vom April 2020 noch lange nicht erreicht. Damals war der Verkauf von Toilettenpaper fast um das dreifache gestiegen.

Die Politik und die Wirtschaftsverbände betonten immer wieder, dass in Niedersachsen und anderen Bundesländern kein Mangel an Toilettenpapier und anderen Produkte herrsche. Auch in der Studie des Statistischen Bundesamt wird darauf verwiesen.

Leere Regale entstehen, weil wenige Leute an einem Tag sehr viel von einem Produkt kaufen. Spätestens am nächsten Tag füllen die Supermärkte in der Regel die Regale wieder auf. Teilweise kann es dazu kommen, dass die relativ kleinen Lager von Supermärkten leer sind. Dann müssen sie auf die Lieferung aus dem Zentrallager warten, weshalb es auch mal ein paar Tage dauern kann, bis die Regale aufgefüllt sind.

Corona in Niedersachsen: Aldi, Lidl, Rewe und Co. garantieren ausreichende Versorgung

Aldi und Lidl betonen, dass Kunden sich keine Sorgen machen sollen. „Die Versorgung ist sichergestellt, es besteht keine Notwendigkeit für Hamsterkäufe“, betonte ein Sprecher von Lidl gegenüber ruhr24.de*. Denn die Supermärkte haben aufgrund der Erfahrungen im Frühjahr Frühwarnsysteme entwickelt, um kurzzeitige Engpässe zu vermeiden.

Werden von bestimmte Waren überdurchschnittlich viele Artikel verkauft, können diese kurzfristig nachgeliefert werden. Auch Aldi Süd betont, es gebe keinen Grund zur Sorge: „Aufgrund der Erfahrungen der vergangenen Monate beobachten wir Nachfrageschwankungen sehr genau, um etwaige Lieferengpässe vermeiden zu können.“

Dass die Nachfrage nach Lebensmitteln im Corona-Lockdown im November steigt, ist allerdings sehr wahrscheinlich. Denn weil in Niedersachsen und anderen Bundesländern die Gastronomie-Betriebe geschlossen haben, können die Menschen nicht auswärts essen gehen und werden häufiger daheim kochen.

Corona in Niedersachsen: Einige Supermärkte bieten Bringdienste an - darunter Rewe

Wer nicht vor leeren Regalen stehen, oder sich nicht dem Infektionsrisiko in einem Supermarkt aussetzen will, kann im Corona-Lockdown im November auf verschiedene Alternativen zum Supermarkt-Einkauf zurückgreifen. Rewe liefert Kunden auf Wunsch ihren Einkauf auf Bestellung nach Hause. Lebensmittel lassen sich auch über Amazon Prime oder dem Online-Supermarkt Picnic liefern.

Wer selbst etwas Positives zum Corona-Lockdown in Niedersachsen beitragen will, der sollte keine Fotos oder Geschichten über leere Supermarkt-Regale und Hamsterkäufe über die sozialen Medien verbreiten. Denn derartige Geschichten heizen das Phänomen nur noch an, weil sie bei ohnehin verunsicherten Kunden Panik schüren. (Philipp Zettler) *ruhr24.de und wa.de sind Teil des bundesweiten Ippen-Digital-Redaktionsnetzwerkes.

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