Verordnung angepasst

Neue Corona-Regeln in Niedersachsen: Warnstufen, 3G und Co. – Was jetzt gilt

Am Dienstag (24.08.2021) stellt die Landesregierung Niedersachsen in einer Pressekonferenz die neue Corona-Verordnung vor. Unter anderem haben sich Ministerpräsident Stephan Weil (SPD) sowie Kultusminister Grant Hendrik Tonne (SPD) angekündigt.
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Am Dienstag (24.08.2021) stellt die Landesregierung Niedersachsen in einer Pressekonferenz die neue Corona-Verordnung vor. Unter anderem haben sich Ministerpräsident Stephan Weil (SPD) sowie Kultusminister Grant Hendrik Tonne (SPD) angekündigt.

Ab Mittwoch (25.08.2021) gilt in Niedersachsen eine neue Corona-Verordnung. Die 3G-Regelung greift ab einer Inzidenz von 50. Alle Regeln im Überblick.

Update vom Dienstag, 24.08.2021, 15.16 Uhr: In der Pressekonferenz im Landtag von Niedersachsen haben Ministerpräsident Stephan Weil (SPD), Wirtschaftsminister Bernd Althusmann (CDU), Gesundheitsministerin Daniela Behrens (SPD) und Kultusminister Grant Hendrik Tonne (SPD) die neue Corona-Verordnung vorgestellt. Zu Beginn wies Weil zunächst auf die steigenden Infektionszahlen hin, die unter anderem mit dem Ende der Ferienzeit und den Urlaubsrückkehrern zusammenhänge.

Rund 60 Prozent der niedersächsischen Bevölkerung ist bisher vollständig geimpft. Für die Mehrheit der Bevölkerung bestehe daher kein nennenswertes Risiko. Das Ziel sei nun aber ein sicherer Herbst und Winter und keine Einschränkungen für Geimpfte sowie Genesene. Die neue Verordnung, die zunächst bis zum 22. September 2021 gelten soll, stelle in dem Hinblick ein Systemwechsel dar. Dieser beinhalte keine Verbote mehr, sondern fokussiere eher ein „Leben mit dem Virus“.

Corona-Regeln in Niedersachsen: Keine Verbote, sondern Leben mit dem Virus

Besonders drei Blöcke seien in diesem Zusammenhang wichtig:

  • Die AHA-Regel,
  • die 3G-Regelung sowie
  • Sonderregelungen für Großveranstaltungen und Diskotheken mit besonderen Hygienekonzepten.

Die 3G-Regel soll schließlich bei einer Inzidenz von über 50 in Kraft treten und gebe „wesentlich mehr Sicherheit“ in Innenräumen. Stephan Weil betont zudem, dass „der reine Blick auf die Zahl der Infektionsfälle“ nicht mehr ausreiche und durch den Blick auf das Gesundheitswesen ergänzt wird. Neben der Inzidenz sollen demnach auch eine Hospitalisierungsquote pro 100.000 Einwohner binnen 7 Tage und die Belastung der Intensivstationen berücksichtigt werden. Diese Hospitalisierungsquote liege laut Daniela Behrens aktuell bei einem niedrigen Wert von 2.

Corona-Warnstufen, Hospitalisierungsquote & Co.: Verordnung für Niedersachsen

Auch sollen drei Warnstufen in gelb, orange und rot demnächst die Lage widerspiegeln. Die erste Stufe gelte ab einer Inzidenz von 50 und geht mit der 3G-Regelung einher. Die detaillierten Maßnahmen der darauffolgenden Warnstufen zwei und drei seien jedoch noch nicht konkret festgelegt. Dafür müssten zunächst die Entwicklungen nach dem Schulstart in Niedersachsen beobachtet werden. Im Falle einer „Eskalation“ komme allerdings eine Kontaktreduzierung für Ungeimpfte und ein 2G-System infrage.

Wirtschaftsminister Althusmann nennt Corona einen „zähen Gegner“, der in der Vergangenheit für zahlreiche Produktionsrückgänge und Rohstofflieferengpässe gesorgt hat. Der Dienstleistungssektor habe jedoch ab Juni 2021 wieder kräftig zugelegt - auch sei das Bruttoinlandsprodukt im zweiten Quartal angestiegen. Man wolle aber „mit aller Macht einen erneuten Lockdown“ und damit verbundene schädliche Auswirkungen auf die Wirtschaft verhindern. Der Einzelhandels-, Veranstaltungs- sowie Tourismusbranche soll Sicherheit gegeben werden. „Der erfolgversprechende Weg in die Normalität ist die Impfung“, so Althusmann.

Schulen in Niedersachsen: Land will maximale Präsenz trotz Corona ermöglichen

Gesundheitsministerin Daniela Behrens betont, dass die Impfquote weiterhin zu niedrig sei. Besonders Kinder und Jugendliche seien aktuell von Corona-Neuinfektionen stark betroffen. Aus diesem Grund müsse man für Schulen und Kitas das Regelwerk anpassen. Laut Kultusminister Grant Hendrik Tonne soll eine „maximale Präsenz bei maximaler Sicherheit“ mit der AHA-Regelung, regelmäßigen Tests und Lüftungsvorgängen ermöglicht werden. „Unser Anspruch ist, dass Kitas und Schule so sicher wie möglich sind“, sagte Tonne. An den ersten sieben Schultagen nach den Sommerferien sollen demnach tägliche Tests durchgeführt werden. Anschließend seien zunächst nur noch drei pro Woche nötig.

Möchte den Präsenzunterricht in Niedersachsen weiter ermöglichen: Kultusminister Grant Hendrik Tonne (SPD) stellt in der Pressekonferenz neue Corona-Regeln für Schulen vor.

Der Mund-Nasen-Schutz soll weiterhin verpflichtend sein und auch am Sitzplatz in den Klassen gelten. Kinder ab 14 Jahre müssen eine medizinische OP- oder FFP2-Maske tragen. In Mensen, auf dem Schulhof oder im Sportunterricht können diese jedoch wieder abgenommen werden. Außerdem soll gelten: je jünger die Kinder, desto mehr Maskenpausen. Ab dem 30. August 2021 wird zudem eine sogenannte Impfwoche für 12- bis 17-Jährige stattfinden, an denen sich auch Schulen engagieren. Für eine Impfung während der Schulzeit werden Kinder und Jugendliche dann vom Unterricht befreit. Des Weiteren können sich auch sorgeberechtigte Begleitpersonen in diesem Rahmen impfen lassen. „Es wird niemand gezwungen sich impfen zu lassen“, betont der Kultusminister aufgrund der aktuellen Debatte um die Corona-Impfungen.

Corona in Niedersachsen: Landesregierung stellt neue Verordnung vor

Erstmeldung vom Dienstag, 24.08.2021, 12.06 Uhr: Göttingen - Ab Mittwoch (25.08.2021) gelten in Niedersachsen neue Corona-Regeln. Diese werden am Dienstag (24.08.2021) neben Ministerpräsident Stephan Weil (SPD) auch Gesundheitsministerin Daniela Behrens (SPD), Kultusminister Grant Hendrik Tonne (SPD) sowie Wirtschaftsminister Bernd Althusmann (CDU) in einer Pressekonferenz ab 13 Uhr vorstellen.

Die Landesregierung hatte bereits angekündigt, sich von dem Stufenplan der Bundesregierung zu lösen und eine eigene Corona-Verordnung für Niedersachsen zu schaffen. Wie die Deutsche Presse-Agentur (dpa) berichtet sollen neben der 3G-Regelung und dem erweiterten Indikatorensystem auch Maßnahmen für den Schulanfang ab dem 04. September präsentiert werden. Zudem sollen Bereiche mit einem erhöhten Infektionsrisiko, beispielsweise Großveranstaltungen und Clubs, neuen Regeln unterliegen.

Niedersachsen: Neue Corona-Regeln gelten ab Mittwoch (25.08.2021)

Der Entwurf der neuen Corona-Verordnung zeigt, dass es wesentliche Änderungen geben wird: Landkreise und kreisfreie Städte sollen sich bei Maßnahmen in Zukunft nicht mehr nur an den Corona-Inzidenzwerten orientieren, sondern auch die Belegung der Intensivbetten in Kliniken berücksichtigen.

Corona-Fallzahlen in Niedersachsen (Stand: 24.08.2021)
Neuinfektionen272.575 (+343)
Todesfälle5840 (+6)
Sieben-Tage-Inzidenz\t41,6
Quelle: Robert Koch-Institut

Für den Fall, dass mindestens einer dieser Parameter einen noch nicht konkretisierten Schwellenwert überschreitet, sollen dies schließlich drei neue Warnstufen in den Farben gelb, orange und rot anzeigen. Ab der ersten Warnstufe oder ab einer Inzidenz von über 50 soll dann die 3G-Regel in Niedersachsen in Kraft treten. Das bedeutet, dass bestimmte Einrichtungen, Veranstaltungen und Leistungen ausschließlich für Geimpfte, Genesene und negativ Getestete zugänglich sein werden. Darunter fallen unter anderem die Gastronomie, Hotels, Fitnessstudios und Friseure. Die neue Verordnung für Niedersachsen soll zunächst für einen Monat gültig sein und regelmäßig auf die Aktualität überprüft werden. (Alina Schröder)

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