Neue Spielstätten, weniger Platzangebot und dafür Streaming-Konzerte

Trotz Corona: Das Jazz-Festival 2020 in Göttingen wird stattfinden - nur anders

Zuversichtlich in schwierigen Kulturzeiten: Das Jazzfestival Göttingen 2020 geht an den Start und zum Programm tragen viele Beteiligte vom Verein Göttinger Jazzfestival bei. Links Sebastian Otto.
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Zuversichtlich in schwierigen Kulturzeiten: Das Jazzfestival Göttingen 2020 geht an den Start und zum Programm tragen viele Beteiligte vom Verein Göttinger Jazzfestival bei. Links Sebastian Otto.

Gute Nachricht für Jazz-Freunde: Das Göttinger Jazz-Festival 2020 wird trotz Corona stattfinden - nur etwas anders.

Göttingen – Während die meisten Großveranstaltungen in diesem Jahr wegen Corona ausfallen müssen, geht das Göttinger Jazzfestival trotz – (und zum Teil auch gerade wegen – der Pandemie in seine 43. Auflage – vom 6. bis zum 14. November, auch an neuen Spielorten, wie dem „Esel“ in Einbeck. Die sehr beliebten Abende im Deutschen Theater mit Musik auf mehreren Bühnen, aber wird es diesmal nicht geben können.

„Bei allem gebotenen Abstand möchte das Festival wie immer nah dran sein an dem, was im Jazz gerade Spannendes geschieht“, sagt Hilmar Beck. „Mit angepasstem Konzept wird es wieder ein breites Spektrum an internationalen und regionalen Bands präsentieren“, verspricht der stellvertretende Vorsitzende des ausrichtenden Vereins Göttinger Jazzfestival und Leiter des Fachbereichs Kultur der Stadt.

Jazz sei eine Improvisationskunst, ausgeübt von Überlebenskünstlern. „Und ihnen soll auch in diesem Jahr eine Bühne geboten werden.“

Für die Akteure gehe es um Präsenz und Gagen, den Organisatoren darum, das Göttinger Jazzfestival in seiner Struktur zu erhalten und gut durch die Krise zu bringen. „Sicherheit ist dabei das Gebot der Stunde“, betont Beck. Bei allen Konzerten werde es daher deutlich weniger Platzangebot geben als üblich. „Eine Exklusivität, die sich niemand wünscht und doch vieles möglich macht“, so der Vereinsvorsitzende Dr. Ove Volquartz.

Spielstätten sind in diesem Jahr das Deutsche Theater, das Alte Rathaus, der „Esel“ in Sülbeck, die Kreuzkirche, die Marienkirche sowie das neue Kino Méliès. Zwei Bands pro Abend werden im Deutschen Theater als Doppelkonzert zu erleben sein: Am Freitag spielen das Trio des legendären Percussionisten Trilok Gurtu mit Frederik Köster (Trompete) und Florian Weber (Piano) sowie das Trio Rymden, die spektakuläre Vereinigung von Dan Berglund und Magnus Öström (beide ehemals Esbjörn Svensson Trio) mit dem norwegischen Pianisten Bugge Wesseltoft. Am Samstag tritt die estnische Sängerin und Pianistin Kadri Voorand mit ihrem Duopartner Mihkel Mälgand (Bass) auf. Außerdem spielt Monk’s Casino, das Quintett um den Pianisten Alexander von Schlippenbach, das sich der respektlosen Interpretation des Werks von Thelonious Monk verschrieben hat.

„Da das sonst übliche muntere Treiben auf den drei Bühnen des DT nicht stattfinden kann, wurde das Angebot der Bands aus der Region auf andere Tage und Bühnen verlagert“, sagt Ove Volquartz. Zu erleben seien auch die Band „Der weise Panda“ mit ihrer besonderen Spielart von Jazz-Poetry, der so junge wie talentierte Saxophonist Jakob Manz mit seiner groovenden Band sowie das deutsch-libanesische Quartett Masaa, in dessen Musik Abend- und Morgenland eine besondere Liaison eingehen. Das Kino Méliès zeigt den neuesten Dokumentarfilm über Miles Davis.

„Auch die Infos zu unserem Streamingangebot sowie zu aktuellen Corona-Hygieneregeln beim dFestival sind auf unserer Website zu finden“, betont Jazzfestival-Geschäftsführer Sebastian Otto. „Wir bitten alle Gäste, sich kurz vor den Veranstaltungen hier noch einmal auf den aktuellen Stand zu bringen“, so sein Appell. Außerdem seien auf der Webseite alle Infos über die mitwirkenden Künstlerinnen und Künstler, das Programm und die Eintrittspreise zu finden. „Bei den Vorverkaufsstellen sowie bekannten Auslagestellen in Stadt und Region sind Programmhefte kostenlos erhältlich.“

Der Kartenvorverkauf für das vom 6. Bis zum 14. November stattfindende Festival hat bereits begonnen. Karten sind bei allen Vorverkaufsstellen erhältlich sowie online über www.jazzfestival-goettingen.de und www.reservix.de.

Von Per Schröter

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