Zentralmülldeponie Deiderode

Deponie des Landkreises Göttingen setzt auf Elektro-Fahrzeuge

Spontaner Test auf dem Gelände der Mülldeponie Deiderode: Deren Leiter Dirk Piper zeigte Landrat Bernhard Reuter das Lasten-E-Bike, dass dieser gleich für eine Probefahrt nutzte. Foto: Per Schröter

Deiderode/Göttingen. Bei seiner Sommerreise dreht sich für den Landrat Bernhard Reuter alles um die Mobilität. Auftakt war ein Besuch der zentralen Mülldeponie Deiderode.

Zusammen mit seinen Mitarbeitern führte Dirk Piper, Leiter der Entsorgungsbetriebe des Landkreises, Reuter die beiden elektrischen Fahrzeuge vor, die der Landkreis für den Deponiebetrieb angeschafft hat.

„Das erste war vor vier Jahren ein Mikro-Lastwagen der Marke MEGA“, sagte Piper. Dieser Kleinstlastwagen mit der Modellbezeichnung „E-Worker“, der über eine Leistung von zehn Kilowatt und eine Reichweite von 60 bis 80 Kilometern verfügt, sei für einen Kollegen gekauft worden, der bei einem Unfall ein Bein verloren hatte und daher keine Fahrzeuge mit Schaltgetriebe mehr fahren konnte.

Tempo 40

Auch wenn die Höchstgeschwindigkeit des Mini-LKW nur 40 Stundenkilometer betrage, werde das Fahrzeug – falls nötig – auch zu Fahrten nach Göttingen genutzt. „Der Wagen hat sich im Alltag bewährt“, betonte Piper.

Ebenso bewährt hat sich das zweite E-Mobil der Deponie, ein Lastenfahrrad mit Ladefläche zwischen den beiden Rädern. „Das wurde im Februar auf Wunsch von Mitarbeitern angeschafft, die sich bei der Arbeit mehr bewegen möchten“, so Piper.

Die Technik des Lastenrades entspricht der eines normalen E-Bikes. Wegen der Ladefläche, auf der alle möglichen Geräte vom Besen bis zum Gasmessgerät transportiert werden, ist es mit gut zwei Metern allerdings deutlich länger als ein herkömmliches Fahrrad.

Um sich einen persönlichen Eindruck zu machen, drehte der Landrat, der selbst regelmäßig mit dem Fahrrad unterwegs ist, eine Runde mit dem Lastenrad. „Im Turbo geht das ja richtig ab“, sagte er anschließend begeistert. Ansonsten sei das Rad wegen seiner Länge in der Handhabung allerdings „gewöhnungsbedürftig“.

Photovoltaik

Im weiteren Verlauf seines Besuchs auf der Deponie wurde Reuter noch die betriebseigene Stromerzeugung vorgestellt. Seit zehn Jahren liefert dort eine Photovoltaikanlage im Schnitt 380 000 Kilowattstunden pro Jahr.

„Wir haben ausgerechnet, dass das reichen würde, um eine Million solcher E-Bikes aufzuladen“, sagte Piper. An einer Ladestation in einer der Betriebshallen werden sowohl der Mikro-Laster als auch das Rad regelmäßig mit dem selbst produzierten Strom aufgeladen.

„Allerdings fällt bei Elektromobilen auch Sondermüll an“, so Piper. Immer häufiger würden etwa erschöpfte E-Bike-Akkus abgegeben, die nach 800 bis 1000 Ladezyklen ihren Geist aufgegeben hätten. (per)

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