Deutsches Theater: Tiefe Einblicke an der Bellevue-Bar

Geschafft: Schauspielerin Katharina Uhland und der technische Leiter Marcus Weide stoßen in der Bellevue-Bar auf die gelungene Premiere des neuen Talkshow-Formats des Deutschen Theaters Göttingen an. Hinter der Bar Dina Sielbeck und Regieassistent Jonas Lüders. Foto: Eriksen

Göttingen. Ein neues Talkshow-Format hatte im Deutschen Theater in Göttingen Premiere. Und die war gelungen.

Angekündigt waren Schauspielerin Katharina Uhland als Interviewerin und der technische Leiter Marcus Weide als Talk-Gast beim neuen Format „In der Bellevue-Bar mit …“ des Deutschen Theaters in Göttingen. Aber offenbar hatte sich das Konzept, das die Dramaturgen und die Regieassistenten zusammen entwickelt haben, geändert. Denn anhand von Zetteln mit Fragen, die sie nicht vorher kannten, wechselten Uhland und Weide ständig die Rollen als Interviewer und Gast.

Geschickt retteten sich die beiden schlagfertigen Theaterleute in Humor und Schauspiel, wenn ihnen die Fragen zu persönlich wurden. Hier kam Weide zugute, dass er früher Laientheater gespielt hat. Aber auch so bekam man Einblicke in zwei Menschen, die man im Theater entweder gar nicht oder nur in Rollen zu Gesicht bekommt.

So weiß nun das geneigte Publikum, das zur Hälfte aus Personal des Hauses bestand, dass Katharina Uhland als Kind mit Barbiepuppen gespielt hat, wofür sie sich fast schämte, und dass sie keine Tiere mag und insbesondere Begegnungen mit Hunden vermeidet.

Marcus Weide antwortete auf die Frage, welche Fähigkeit er gerne hätte: „Singen und ein Instrument spielen können.“ Er singe gerne, aber offenbar nicht sehr gut, denn seine dreijährige Tochter Ella flehe sofort, wenn er beginne: „Papa, nein, nicht singen!“ Sein größter Rausch war das Gefühl nach der Durchführung eines Hamburg-Marathons vor fast 20 Jahren.

Es gab auch einige Gespräche über das Theater hinter, neben und auf der Bühne. Als Einstieg mussten beide einen Gegenstand mitbringen. Katharina Uhland konnte Marcus Weide mit zwei Weinkorken nicht überraschen, denn er hat selbst Stimmbildung gehabt und versucht, mit einem Korken zwischen den Zähnen zu sprechen.

Die lange Nadel, die Weide präsentierte, benutzte Uhland gekonnt für eine Stegreifszene, wo sie so tat, als würde sie ihn damit erstechen. Tatsächlich war es eine Patent-Abheftnadel, mit der man Knöpfe in Polstermöbeln befestigt.

Das Publikum amüsierte sich und steuerte Zwischenbemerkungen bei, bekam aber keine Gelegenheit, Fragen zu stellen. Das sollte man bei den nächsten Talkshows einführen, überlegten Katharina Uhland und Marcus Weide nach dem gelungenen Einstand in der Bellevue-Bar im oberen Foyer. Regie führten Marleen Ilg, Lisa van Buren, Wenzel Winzer und Jonas Lüders, der hinter der Bar stand.

Weitere Termine

Die nächsten Talkshows finden dienstags am 27. Januar und am 24. Februar statt. Der Eintritt ist frei.

www.dt-goettingen.de

Von Anne-Lise Eriksen

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