Ost-West-Autobahn

30 Jahre deutsche Einheit: Die Autobahn 38 als Rekordbau - Das neue Tor zum Osten

Offizielle Verkehrsfreigabe der Autobahn 38
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Offizielle Verkehrsfreigabe der Autobahn 38 im Dezember 2009 bei Breitenworbis im Eichsfeld: Seitdem rollt der Verkehr auf der Ost-West-Route.

30 Jahre nach der deutschen Einheit ist die A 38 ist eine wichtige Ost-West-Route geworden. Ein Rückblick auf den Bau der wichtigen Autobahn.

  • Die Autobahn 38 zwischen Südniedersachsen und Sachsen entstand in Rekordzeit.
  • Die Trasse ist heute eine wichtige Ost-West-Route.
  • Seit 2009 ist die Autobahn komplett befahrbar.

Göttingen/Friedland – Im 30. Jahr der deutschen Einheit steht dem Heidkopftunnel eine große Renovierung bevor: Das Bauwerk trägt den offiziellen Namen „Tunnel der deutschen Einheit“. 14 Jahre nach seiner Freigabe durch den damaligen Bundesverkehrsminister Wolfgang Tiefensee ist bereits eine Generalüberholung fällig – die Kosten sollen sich auf sieben Millionen Euro belaufen.

Autobahn 38: 1,5 Milliarden Euro Investitionssumme

Ein Klacks, gemessen an der Gesamtinvestition von 1,5 Milliarden Euro, die der Bau der Autobahn 38 Göttingen-Halle erforderte. Die Arbeiten für die Sanierung liefen diese Woche an.

Die Südharzautobahn war laut Deutsche Einheit Fernstraßenplanungsgesellschaft (Deges) das Verkehrsprojekt Nr. 13 der deutschen Einheit. Im Zuge der Vorplanungen in den 1990er-Jahren hatte die Piste verschiedene Namen, schließlich verständigte man sich auf A 38. Die Besonderheit an der 219 Kilometer langen, vierspurig ausgebauten Strecke ist ihr Verlauf durch fünf Bundesländer: Sachsen, Sachsen-Anhalt, Thüringen, Niedersachsen, Hessen. Niedersachsen hat einen kleinen Anteil, Hessen ist nur im Nordzipfel des Werra-Meißner-Kreises mit 1,6 Kilometer beteiligt. Bei den Kosten entfällt der größte Brocken mit 373 Millionen Euro in Thüringen, Niedersachsen ist mit 93 Millionen Euro beteiligt.

Autobahn 38: Erste Planungen bereits 1936

Die Südharzautobahn war keine völlig neue Idee: Bereits 1936 gab es erste Planungen. Der Zweite Weltkrieg stoppte das Projekt 1939. Nach dem Krieg und zu DDR-Zeiten wurden die Planungen aus politischen und finanziellen Gründen nicht wieder aufgenommen. Nach dem Zusammenbruch der DDR 1990 wurden die Karten neu gemischt: Die alte Bundesstraße 80 und die Ortsdurchfahrten hatten ein enorm gestiegenes Verkehrsaufkommen zu bewältigen. Die Zeit drängte. 1995 begannen die Bauarbeiten, seit 2009 ist die Piste durchgängig befahrbar. Das letzte Teilstück zwischen Bleicherode und Breitenworbis wurde geschlossen.

Viele Ziele in Thüringen, Sachsen-Anhalt und Sachsen sind durch die Autobahn 38 schneller erreichbar.

Kuriosum der Geschichte: Das Projekt überholte die Realisierung der Autobahn 44 Kassel-Wommen (Anschluss an die A 4), das noch Jahre benötigen wird. Es war ein kluger Schachzug der Politik, die Planung für die A 39 der Deutsche Einheit Fernstraßenplanungsgesellschaft zu übergeben. Die Deges koordinierte die Interessen der beteiligten fünf Länder.

Autobahn 38: Freigabe im Jahr 2009

Nach der Freigabe 2009 war das Verkehrsaufkommen von Göttingen Richtung Halle zunächst überschaubar. Doch im Lauf der Jahre entwickelte sich die Route zum Korridor nach Polen und seinen Nachbarländern – die Brummis beherrschen zumindest zeitweise die Autobahn.

Video: Autobahn 38 ist Verkehrsprojekt Nr. 13 der deutschen Einheit

Enorme Chancen eröffneten sich durch die Trasse für die Gewerbeansiedlung für Heiligenstadt: Im Wettlauf um Investoren machte der Standort direkt an der A 38 immer wieder das Rennen. Beispiel ist die Kaufland-Fleischfabrik, die sich dort ansiedelte. Die Stadt setzte sich gegen Kassel und Hessisch Lichtenau durch.

Autobahn 38: Neue Perspektiven

Neue Perspektiven aber auch für die Städte und Gemeinden und die Wirtschaft im Kreis Göttingen. Einst war Friedland für Kriegsheimkehrer das Tor in den Westen. Im Schatten des Heimkehrerdenkmals vollzieht sich heute der Transit in den früheren Ostblock. (Werner Keller)

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