Nahe des Grenzübergangs bei Duderstadt

Die tödliche Flucht des NVA-Soldaten André Rößler

In der Nähe des Grenzübergangs zwischen Duderstadt und Worbis flüchtete der Soldat und starb.
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In der Nähe des Grenzübergangs zwischen Duderstadt und Worbis flüchtete der Soldat und starb (Archivfoto).

„Ich geh dort kaputt“ heißt das Hörspiel über die tödliche Flucht des NVA-Soldaten André Rößler, das am Dienstag, 19. Oktober, um 19 Uhr im Grenzlandmuseum bei Duderstadt Premiere hat.

Duderstadt – André Rößler war im September 1976 in der Nähe des Museumstandortes durch explodierende Minen ums Leben gekommen.Der Soldat wurde im Mai 1976 zur Nationalen Volksarmee eingezogen. Am 4. September 1976 bekam er zum ersten Mal Ausgang und floh. Kurz vor Mitternacht erreichte er die DDR-Grenze und kam bis zum letzten Zaun – er wurde getötet, durch die Selbstschussanlage.

Wir müssen die Eltern in den Griff bekommen.

Stasi-Beamte nach dem Tod von Rößler

„Sie haben einen Vaterlandsverräter erzogen“, soll der Mutter im Stasi-Verhör gesagt worden sein. Im Ministerium für Staatssicherheit (Stasi) sei damals befürchtet worden, „dass die Weltöffentlichkeit von diesem Vorkommnis Kenntnis erlangt“. Das Ministerium habe deshalb beschlossen: „Wir müssen die Eltern in den Griff bekommen – sie müssen sich einverstanden erklären, dass der Sarg geschlossen bleibt.“

Autor des Hörspiels ist der Schriftsteller Roman Grafe. An der Produktion haben neben anderen Angela Winkler vom Berliner Ensemble, Martin Reinke vom Burgtheater Wien und der Dichter und Sänger Max Prosa mitgewirkt. (Thomas Kopietz)

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