Drei Fraktionen wollen Möbel-Riesen XXXL bei Göttingen kräftig schrumpfen

Umstritten: Das Ansiedlungsareal für XXXL und Poco XXXL an der Autobahn 7 Nähe des Göttinger Kaufpark. Foto: Rampfel/Archiv

Göttingen. Die Entscheidung um die Ansiedlung der Möbel-Riesen XXXL- und Poco nahe der A7 rückt näher. Jetzt gibt es einen Vorstoß von CDU, FDP und Piraten.

Sie wollen die Möbel-Verkaufsfläche für den XXXL-Markt beschränken - auch zum Schutz der Möbelhäuser im Umland. Bislang wurde nur die Größe der Verkaufsfläche für „innenstadtrelevante Waren“ diskutiert.

Nach dem Antrag, der im Ortsrat Göttingen-Weende und im Stadtrat eingebracht wird, soll XXXL nur noch eine Verkaufsfläche von 14.500 statt der geplanten 33.500 Quadratmeter haben.

Der jetzt von CDU, FDP und Piraten vorgeschlagene Maximalwert von 14.500 Quadratmeter wurde von der Stadt Northeim ermittelt und lässt sich zum Schutz der Weender Interessen gut heranziehen.

Die Fläche von 33.000 Quadratmetern sei unverhältnismäßig, „ein fairer Wettbewerb unter solchen Bedingungen ist nicht möglich“, schreibt Angelo Perriello, Ortsratsmitglied der Piraten.

Der bisher größte Möbelmarkt im Göttinger Industriegebiet (Bono) hat eine Verkaufsfläche von 12.300 Quadratmeter. Im Durchschnitt weisen die Märkte in Göttingen 5000 Quadratmeter auf. Das hatte ein Anfrage der Grünen im Rat ergeben.

Der von den Piraten ausgearbeitete Antrag geht also weiter, als der Streit in Göttingen um die im Einzelhandelskonzept festgelegte 800-Quadrater-Verkaufsfläche für innenstadtrelevante Warensortimente.

CDU, FDP und Piraten knüpfen damit an Initiativen in benachbarten Städten wie Northeim, Uslar und Einbeck und auch vom Landkreis Göttingen an, die hatten bereits gefordert, die Fläche für die Möbel-Kernsortimente zu begrenzen.

Der Schutz der dort angesiedelten mittelständischen Betriebe wie Eichsfelder Möbelcenter, Möbel Bäucke oder Möbel Jäger sei im Übrigen andernorts durchaus normal: Mittelständische Familienbetriebe als Wettbewerber vor der Ansiedlung überdimensional großer Betriebe zu schützen ist ein übliches Verfahren. Perriello nennt das Beispiel Kassel: „Dort hatte man die Erweiterung von Möbel Finke um 9.000 Quadratmeter untersagt.“

Dem Antrag der drei Parteien liegen auch Zahlen zu Grunde: Das von der Stadt anerkannte GMA-Gutachten hatte für Northeim und Weende etwa gleich hohe Umsatzeinbrüche von etwa 20 Prozent vorausberechnet.

Die SPD hatte sich im Frühjahr dafür ausgesprochen, über die Frage der Ansiedlung von XXXL und Poco erst nach den Kommunalwahlen zu entscheiden. Weender Piraten, CDU und FDP wollen diese Entscheidung nun herbeiführen.

„Wir hoffen, damit das Schlusskapitel für XXXL und Poco in Göttingen einzuleiten“, sagt Perriello.

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