Land Hessen förder mit Millionenprogramm 

Investition für Duderstädter Krankenhaus: St. Martini bekommt 23 Millionen Euro 

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Das Duderstädter Krankenhaus St. Martini wird bei anstehenden Investitionen unterstützt: Die Klinik ist für die regionale Versorgung im Eichsfeld wichtig.

Das Land Niedersachsen fördert mit einem Millionenprogramm die Krankenhäuser im Land. Von der Unterstützung profitiert auch das Duderstädter Krankenhaus St. Martini.

Niedersachsens Sozialministerin Carola Reimann (SPD) lehnt flächendeckende Fusionen und massive Schließungen von Krankenhäusern ab. „Die Rufe nach Zentralisierung haben in unserem Flächenland eine Grenze“, erklärte die Ressortchefin am Donnerstag in Hannover.

„Die Patienten haben Anspruch auf eine hoch moderne, aber auch gut erreichbare Versorgung.“ Schon jetzt liege Niedersachsen bei der Bettendichte im bundesweiten Vergleich vor Baden-Württemberg auf dem vorletzten Platz. Zwischen Nordsee und Harz kommen 528 Klinikplätze auf 100 000 Einwohner. Spitzenreiter ist der Stadtstaat Bremen mit einer Quote von 738 Betten, gefolgt von Thüringen (732) und Sachsen-Anhalt (707).

170 Krankenhäuser plus Uni-Kliniken im Land

Derzeit gibt es neben den beidenUni-Kliniken in Göttingen und Hannover 170 Krankenhäuser im Land – sechs weniger als im vergangenen Jahr. Neun von ihnen können jetzt mit ihren größeren Bauprojekten beginnen. Der Krankenhausplanungsausschuss, in dem neben Ministerium und Kommunalen Spitzenverbänden die gesetzlichen und privaten Krankenkassen, die Krankenhausgesellschaft und Ärzteorganisationen vertreten sind, hat sie in die Liste für das 120 Millionen Euro umfassende Investitionsprogramm für 2019 aufgenommen.

Darunter befindet sich auch das katholische St. Martini Krankenhaus in Duderstadt. Hier sollen Pflege- und Funktionsbereiche, die Radiologie und die Notaufnahme neu konzipiert und auf einer Ebene zentralisiert werden. Rund 23 Millionen Euro sind für die Investitionen insgesamt veranschlagt, in einem ersten Schritt fördert das Land in diesem Jahr mit sieben Millionen Euro; weitere 13 Millionen Euro Zuschüsse sollen später folgen.

Das sagt das Krankenhaus St. Martini zu der Entwicklung

„Wir freuen uns sehr, mit dem Votum des Planungsausschusses einen weiteren Meilenstein erreicht zu haben“, erklärt Krankenhausgeschäftsführer Markus Kohlstedde. Es sei viel Arbeit von "vielen klugen Köpfen" in das Konzept zur Neustrukturierung des Hauses geflossen. "Es geht darum, die steigenden Patientenzahlen zu bewältigen, funktionale, bauliche und hygienische Defizite zu beseitigen und damit einen zukunftsfähigen und nachhaltigen Krankenhausbetrieb sicherzustellen“, so Kohlstedde.

Es sind zwei Bauabschnitte vorgesehen. Im ersten Bauabschnitt, der jetzt im Investitionsprogramm des Landes aufgenommen wurde, wird der Pflegebereich neu gestaltet, eine interdisziplinäre Funktionsebene geschaffen und der Notaufnahmebereich direkt angebunden.

In einem weiteren Bauabschnitt wird der Zentral-OP mit Sterilisation neu gebaut und die ITS/IMC (Intensiv-Station) erweitert, so dass die räumliche Defizite behoben und die geforderten Hygienestandards erfüllt werden können. Je Bauabschnitt rechnen die Projektplaner mit einer Umsetzungsdauer von zweieinhalb Jahren.

Projekte in Hildesheim und Braunschweig

16,1 Millionen Euro fließen in den Neubau des Eltern-Kind-Zentrums des St. Bernward-Krankenhauses Hildesheim. Zehn Millionen Euro erhält die Mediclin Seepark Klinik in Bad Bodenteich für ihre neue Psychosomatik. Auch Häuser in Braunschweig, Königslutter und Oldenburg bekommen erkleckliche Millionenzuschüsse. Neben den neun neuen Projekten gibt es für drei Kliniken in Braunschweig, Salzgitter und Ganderkesee Fortsetzungsgelder für bereits begonnene Bauten. Und erstmalig berücksichtigt die Investitionsliste Nachträge für gestiegene Baupreise: insgesamt 16 Millionen Euro für sieben Kliniken. Das SPD/CDU-Kabinett muss das 120-Millionen-Programm noch absegnen; der Beschluss gilt aber nach der Vorgabe des Planungsausschusses als Formsache.

Daneben bewilligte das Gremium auch einen kompletten Klinikneubau, den des Josef-Hospitals in Delmenhorst. Auf 165 bis 170 Millionen Euro werden die Gesamtkosten geschätzt; 150 Millionen Euro machte das Gremium jetzt an Fördergeldern dafür locker. Nach der Fusion mit dem Klinikum Delmenhorst war zunächst an eine Weiternutzung von dessen Gebäuden gedacht worden; dies hatten Stadt als Träger und das Land als Geldgeber nach vielen Gesprächen aus Kosten- und Effektivitätsgründen aber verworfen.

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