Duderstadt

Duderstädter Ärztin soll unrichtige Atteste ausgestellt haben – Gericht: Durchsuchung war in Ordnung

Auf einem Holztisch liegt eine FFP2-Maske, im Hintergrund eine Kaffeetasse
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Attest für Befreiung von der Maskenpflicht: Eine Ärztin aus Duderstadt soll unrichtige Bescheinigungen ausgestellt haben. (Symbolbild)

Weil sie unrichtige Atteste zur Befreiung von der Maskenpflicht ausgestellt haben soll, wurde die Praxis der Ärztin durchsucht. Das Landgericht Göttingen lehnte eine Beschwerde ab.

Duderstadt – Die Durchsuchung bei einer Ärztin in Duderstadt wegen des Verdachts der Ausstellung unrichtiger Atteste zur Befreiung von der Maskenpflicht war rechtmäßig. Das hat jetzt das Landgericht Göttingen entschieden.

Die 2. große Strafkammer habe eine Beschwerde gegen die Durchsuchung der Praxisräume für unbegründet erklärt, teilte der Sprecher des Landgerichts Göttingen, Marc Eggert, mit.

Durchsuchung bei Duderstädter Ärztin: Auch Patientenakten beschlagnahmt

Die Durchsuchung bei der bekennenden Impfgegnerin hatte im Januar stattgefunden. Die Polizeibeamten hatten dabei auch Patientenakten beschlagnahmt.

Anlass für die Durchsuchung war nach Angaben der Staatsanwaltschaft Göttingen der Verdacht, dass die Medizinerin unrichtige Gesundheitszeugnisse ausgestellt habe, die eine Befreiung von der Maskenpflicht beinhalteten. Zum damaligen Zeitpunkt lagen der Behörde 16 Verdachtsfälle vor.

Die Duderstädter Ärztin war im Zusammenhang mit Demonstrationen von Corona-Leugnern in Hannover ins Visier der Ermittler geraten.

Durchsuchung bei Duderstädter Ärztin: Ärztin engagiert sich in Corona-Leugner-Szene

Dort hätten diverse Teilnehmer ein von der Duderstädter Arztpraxis ausgestelltes Attest vorgelegt, wonach sie aus gesundheitlichen Gründen keine Mund-Nasen-Bedeckung tragen müssten, sagte damals der Sprecher der Staatsanwaltschaft Göttingen, Andreas Buick. Es bestehe der Verdacht, dass es sich um Blanko-Atteste gehandelt habe.

Die Ärztin engagiert sich seit langem in der Corona-Leugner-Szene und ist auch bei diversen Demonstrationen als Rednerin aufgetreten, wo sie gegen Schutzimpfungen, die Maskenpflicht und andere Maßnahmen zur Eindämmung der Corona-Pandemie agitierte.

Das Ausstellen falscher Atteste ist strafbar. Geregelt ist dies in Paragraf 278 des Strafgesetzbuches: Ärzte, die wider besseres Wissen unrichtige Gesundheitszeugnisse ausstellen, werden mit Freiheitsstrafe von bis zu zwei Jahren oder einer Geldstrafe bestraft. Auch den Inhabern der Atteste könnte strafrechtliche Verfolgung drohen. (Heidi Niemann)

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